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Lokales Deutschlands größte Städte – Leipzig peilt jetzt schon Platz 8 an
Leipzig Lokales Deutschlands größte Städte – Leipzig peilt jetzt schon Platz 8 an
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18:04 27.02.2018
Schmuck und beliebt: Leipzig wächst – und könnte bei den Einwohnerzahlen bald Essen und Dortmund überholen. Quelle: Günther Sachse
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Leipzig

 Falls das starke Einwohnerwachstum in Leipzig anhält, dürfte die Messestadt auf der Liste der größten deutschen Metropolen bald weiter nach vorn rutschen – vielleicht sogar bis auf Platz 8. „Es stimmt – wir sind Essen und Dortmund schon dicht auf den Fersen“, erklärte Peter Dütthorn vom Amt für Statistik und Wahlen jetzt auf LVZ-Anfrage. Unter Umständen könnte Leipzig noch in diesem Jahr die Stadt Essen einholen.

Die letzten Vergleichszahlen, die vom Bundesamt für Statistik bestätigt wurden, stammen allerdings noch vom 31. Dezember 2015. Damals hatte Leipzig mit rund 560 .000 Einwohnern (mit Hauptwohnsitz an der Pleiße) gerade den zehnten Platz in der Bundesrepublik übernommen – und zwar von Bremen. Seinerzeit schien der Abstand zu Essen und Dortmund auf den Plätzen 9 und 8 noch gewaltig. Aktuellere offizielle Zahlen gibt es leider bis heute nicht, weil die statistischen Landesämter bald darauf ihre Meldesysteme umstellten, was zu Bearbeitungsstaus führte.

Dennoch lässt sich aus den Melderegistern der kommunalen Ordnungsämter recht präzise ablesen, wie die Entwicklung seitdem verlief. Leipzig konnte 2016 weiter kräftig wachsen. Wie berichtet, waren zum Ende des ersten Quartals 2017 rund 582 .000 Messestädter (mit Hauptwohnsitz) registriert. In Essen waren es zum gleichen Zeitpunkt 589 .000. Der Abstand: nur noch etwa 7.000 Personen.

Hierzu muss man wissen, dass Leipzig seit Beginn des großen Booms (Ende 2010) rund 73 500 Einwohner hinzugewinnen konnte, Essen hingegen nur etwa 18 000. Die Ruhrgebietsmetropole verzeichnet zudem noch immer einen negativen Saldo zwischen Geburten und Sterbefällen – im vergangenen Jahr lag dieser bei minus 1.700 Einwohnern. Indes glänzte Leipzig mit einem positiven Saldo von 868 mehr Geburten als Todesfällen – das beste Ergebnis seit mehr als 70 Jahren.

Während die Rahmendaten dafür sprechen, dass Leipzig bald den neunten Platz erobert, ist die Sache gegenüber Dortmund auf Platz 8 noch nicht klar ausgemacht. Die größte Stadt Westfalens konnte erst Ende letzten Jahres die Grenze von 600 .000 Einwohnern überspringen. Ende des ersten Quartals 2017 gab es rund 19 .000 Dortmunder mehr als Leipziger. Zwar fiel auch in Dortmund das Wachstum seit Ende 2010 mit rund 25. 000 Personen deutlich kleiner als an der Pleiße aus, auch wies die Stadt an der Ruhr im letzten Jahr einen negativen Saldo von minus 1.800 bei den Geburten und Sterbefällen aus. Dennoch gilt Dortmund mit vielen Technologie-Firmen und Hochschulen als die Stadt im Ruhrgebiet, der die besten Zukunftsaussichten bescheinigt werden – trotz Arbeitslosenquote von 11,8 Prozent.

Rein rechnerisch könnte Leipzig 2019 oder 2020 auch Dortmund überholen. Düsseldorf – mit aktuell mehr als 635 000 Einwohnern auf Platz 7 – bleibt aber wohl noch eine ganze Weile zu weit weg.

In der Geschichte fand sich Leipzig übrigens lange so etwa auf Platz 12. Erst gegen Ende der Gründerzeit bei einer Volkszählung 1910 konnte sich die Messestadt mit 604 .000 Einwohnern (hinter Berlin, Hamburg, München) auf Platz 4 schieben. Eine Volkszählung 1946 bestätigte diesen vierten Platz bei 608 000 Einwohnern – schon zu DDR-Zeiten ging es dann aber deutlich abwärts. Zur Jahrtausendwende kam Leipzig mit 493.000 Einwohnern auf den 13. Platz – damals noch hinter Duisburg, Hannover und Bremen.

Von Jens Rometsch

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