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Lokales Dezentrale Flüchtlingsunterkünfte: Leipziger Initiative will gegen Rassismus mobil machen
Leipzig Lokales Dezentrale Flüchtlingsunterkünfte: Leipziger Initiative will gegen Rassismus mobil machen
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15:20 05.06.2012
Die Facebook-Seite der "AG Dezentralisierung: Jetzt" Quelle: Screenshot
Leipzig

„Alles begann mit einer klassischen Social-Media-Aktivität über eine Facebook-Seite“, erklärt Detlef Holz, Sprecher der „AG Dezentralisierung: Jetzt“ gegenüber LVZ-Online. Etwa 80 Unterstützer hat die Initiative bisher im Netz hinter sich versammeln können. „Das sind alles Leute, die sich allgemein für antirassistische Politik interessieren und so auf unsere Seite stießen“, sagte der 27-Jährige.

Gemeinsam sei mit Hilfe eines Online-Editors eine erste Stellungnahme der AG entstanden, in der die Proteste gegen die Migranten vor allem in den Stadtteilen Plaußig-Portitz und Wahren scharf kritisiert werden. „Ich glaube, die Vorbehalte der Anwohner hier beruhen viel auf Angst und Unwissenheit, weil sie bisher einfach noch keinen eigenen Kontakt mit Migranten hatten. Zum Teil äußert sich aber auch latenter Rassismus in Form von Ressentiments gegen Ausländer, wie sie bei Wählern aller demokratischer Parteien auftreten“, erklärte AG-Sprecher Holz.

Gegen diese Form des Rassismus will die „AG Dezentralisierung: Jetzt“ nun mobil machen, und das nicht nur im Internet: „Gestern Abend fand im Büro des Linxxnet eine erste Infoveranstaltung mit etwa 50 Teilnehmern statt. Dort haben wir beraten, wie wir künftig vorgehen wollen. Als erste Schritte werden wir in den kommenden Wochen bei den Infoveranstaltungen in den Stadtbezirksbeiräten dabei sein und dort, wenn nötig, auf rassistische Argumente gegen das Konzept von Bürgermeister Fabian reagieren“, erklärte Holz.

Die AG befürchtet bei den sechs noch ausstehenden Infoabenden Zustände, wie beim Bürgerforum Mitte Mai in Portitz: „Wir haben gehört, dass es dort eine sehr aggressive Stimmung gegen die Ansiedlung gegeben hat und zum Teil auch Menschen mit anderer Meinung einfach nicht zu Wort kamen. In solchen Fällen wollen wir helfen und die wohlwollenden Stimmen unterstützen“, sagt Holz.

Nach Ansicht der Initiative sei das Anfang Mai von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) vorgestellte Konzept zur künftigen dezentraleren Unterbringung von Flüchtlingen in Leipzig ein Schritt in die richtige Richtung. „Darüber hinaus wollen wir aber auch, dass alle Migranten gleichberechtigt in die Gesellschaft aufgenommen werden und nicht nur an einem Fleck in Sammelunterkünften, wie ja auch noch im Konzept der Stadt vorgesehen, leben müssen“, erklärte der AG-Sprecher.

Matthias Puppe

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