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Diakonissenkrankenhaus Leipzig öffnet seinen Luftschutzbunker

Zweiter Weltkrieg Diakonissenkrankenhaus Leipzig öffnet seinen Luftschutzbunker

Sie wussten im Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig schon lange, dass der hügelige Grünzug auf dem Klinik-Areal an der Georg-Schwarz-Straße einen unterirdischen Bunker birgt. Da der Park gerade saniert und die Luftschutzanlage aus dem Zweiten Weltkrieg verschwinden wird, wurde es Zeit, dass Mitarbeiter der Verwaltung in die Unterwelt abstiegen.

Auf dem Wall fand sich eine kleine Öffnung, die gestern freigelegt wurde und durch die Diako-Mitarbeiter Zugang zum alten Luftschutzkeller fanden.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  
 

 „Zu Bauanlagen aus Zeiten des Zweiten Weltkrieges liegen ja kaum gesicherte Informationen vor“, sagt Friebel. „Doch bekannt ist, dass das Diakonissenkrankenhaus unmittelbar mit Kriegsbeginn zum Lazarett umfunktioniert wurde. Die Wehrmacht hatte bis 1945 das Kommando über das Krankenhaus, die ,zivilen‘ Patienten wurden in die Friesenstraße ausgelagert. Wann nun aber die Luftschutzanlage im historischen Park unterirdisch eingebaut wurde, wissen wir nicht. Es liegt nahe, dass es auf Anordnung der Wehrmacht ab 1939/1940 erfolgte“, so Friebel. Wer diese Arbeiten ausführte, sei auch unklar. „Es fehlt zu diesem Bau jegliche Dokumentation. Es ist auch nicht belegt, ob und wie dieser Bunker letztlich als Schutzraum genutzt wurde. Aus Überlieferung der Diakonissen wissen wir, dass Patienten und Mitarbeiter bei Fliegerangriffen oft in den Kellerräumen des Krankenhauses Schutz suchten.“

Nach dem Krieg sei die Luftschutzanlage wohl noch etwas nachgenutzt worden. „Ein kleiner Zugang führte noch bis in die 1970er-Jahre in einen engen Raum, der als Eiskeller diente. Da wurden Eisblöcke gelagert, die man für die Orthopädie-Patienten benötigte – zum Kühlen. Davon zeugt jetzt noch ein Holzgestell, auf dem die Blöcke offensichtlich gelagert wurden, und eine Art Rutsche, über die sie vermutlich von außen in den Keller kamen“, so Friebel. Irgendwann sei aber auch dieser Raum nicht mehr benötigt und der letzte äußere Zugang verfüllt worden.

Der Abriss des Bunkers markiert den ersten Teil der Parksanierung, die dem Teich gilt, bei optimalem Wetter bis
Jahresende fertig sein soll und rund 70 000 Euro kostet. Finanziert aus Eigen-, Vereins- und Stiftungsmitteln.

Von Angelika Raulien

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