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Dialog zu Legida kommt in Gang - Diskussion mit Bürgerrechtlern füllt Volkshochschule

Dialog zu Legida kommt in Gang - Diskussion mit Bürgerrechtlern füllt Volkshochschule

Nach knapp zwei Stunden war erst mal Schluss, aber es hätte noch viel zu sagen gegeben - und die Probleme sollen auch ausgesprochen werden. Bei weiteren Dialog-Abenden in der Volkshochschule.

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Beim offenen Diskussionsforum waren Dienstagabend in der Volkshochschule alle Plätze besetzt. Gut 50 Gäste mussten sogar stehen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Der erste fand am Dienstag unter dem Thema "Für ein Europa freier Bürger mit offenen Grenzen" statt. Die Initiative, den Dialog mit Legida anzuschieben, war von Leipziger Bürgerrechtlern ausgegangen. Als Moderatoren traten Stephan Bickhardt, Vorstand Archiv Bürgerbewegung Leipzig, und Rolf Sprink, Leiter der Volkshochschule, an.

Das Angebot war ein Erfolg. Eine volle Aula - 120 besetzte Stühle, über 50 Gäste ohne Sitzplatz - und ein großes Medienaufgebot waren zu verzeichnen. Der Dialog fand unter Polizeischutz statt. Zunächst wurde das Prozedere vorgestellt: Vorn standen vier Stühle, auf denen Teilnehmer Platz nehmen und auf Augenhöhe mit dem Publikum ihre Anliegen aussprechen konnten. Drei Minuten hatte jeder Zeit. 28 Männer und Frauen äußerten sich, in der ersten Dreiviertelstunde vor allem Männer älterer Jahrgänge. Dann fassten auch Frauen den Mut, nach vorn zu kommen. In der zunehmend emotionaleren Diskussion wurden Themen wie Asyl- und Integrationspolitik, verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern in Stadt und Land, die Informationspolitik durch Verwaltung und Medien oder Bildung und Schule angesprochen. Nicht zu vergessen: Ängste vor dem Islam.

"Wir müssen alle mal festlegen, wofür und wogegen wir eigentlich sind", sagte ein Bürger. Thomas Hofmann von der Interessengemeinschaft Wiederitzsch schilderte, welche Mühe die Wiederitzscher im Herbst hatten, bei Politik und Verwaltung Näheres über die geplante Nutzung des ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus als Flüchtlingsunterkunft zu erfahren. Es kam der Vorschlag, einen Teil des Solidaritätszuschlages für eine ordentliche Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik zu verwenden.

Stefan aus Rostock, der in Leipzig studiert, erklärte, "bestimmte Punkte von Legida sollten aufgegriffen und ernsthaft diskutiert werden". Ruheständler Volker Grundmann aus dem Umland erzählte, dass er Muslime als Bedrohung empfinde. Seinen Kindern habe er eingeschärft, sie sollten, wenn sie einen Muslim sehen, "lieber ein Stück zur Seite gehen". Daraufhin meldete sich Studentin Miriam zu Wort. "Ich zittere, meine Hände sind kalt, ich bin erschrocken, was manche Redner hier sagen." Ihr Freund sei Moslem, ihre Eltern Christen. Sie habe acht Monate in einer muslimischen Familie in Tansania gelebt und an einer Schule unterrichtet. "Kein Moslem heißt das gut, was der IS macht", sagte sie. Die Äußerungen mancher Redner in der Runde seien "Rassismus, ein Abstempeln und für mich nicht zu entschuldigen". Dafür bekam sie viel Beifall und spontan eine Kerze überreicht.

Auf die Frage, wie viele Politiker im Saal seien, meldeten sich drei. "Sehen Sie, das ist der Grund, warum Pegida und Legida auf die Straße gehen. Die Politiker sind wenig an dem interessiert, was die Bürger sagen", kritisierte ein Mann. Kameraleute und Fotografen waren übrigens nur zu Einführung und zur Zusammenfassung zugelassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.01.2015

Kerstin Decker

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