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Lokales Die Austria-Connection in Leipzig
Leipzig Lokales Die Austria-Connection in Leipzig
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Halten die Fahne der Österreicher in Leipzig hoch: Thomas und Katharina Ludwig sowie Bernhard Pospichal (rechts). Quelle: André Kempner
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"Ich hatte gehört, dass es hier viele Landsleute geben soll und war gespannt, wer sich outen würde", erzählt die 28-jährige Onlinemarketing-Frau. Mittlerweile kommunizieren rund 35 Gleichgesinnte. "Aber da müssen doch noch mehr sein. Ich las von 500 Österreichern in Leipzig. Gibt es niemanden aus Vorarlberg?", lässt die junge Frau nicht locker.

 "Ich genieße unsere Österreicher-Treffen. Für mich sind sie ein Stück Heimat", schwärmt Astrid Lafner. Die Diplom-Psychologin aus Kärnten lebt seit einem Jahr in Leipzig. Sie folgte mit Tobias Daniel (9) ihrem Mann in dessen Heimatstadt, wo vor neun Monaten noch Töchterchen Leonie Victoria das Licht der Welt erblickte. "Leipzig ist Freiheit. Diese Stadt bietet doch für jeden etwas. Nur leider keine Berge, dafür im Kino süßes Popcorn und Schnitzel mit Soße." Also Letzteres sei in Österreich ein "No go!", betont auch Bernhard Pospichal. Der 36-jährige Ex-Wiener ist Junior-Professor bei den Meteorologen an der Universität und immer zum Scherzen bereit. Und nicht nur er.

 Das Quartett plaudert munter aus dem Nähkästchen - von Anfangsschwierigkeiten in der neuen Heimat, mentalen Unterschieden, sprachlichen Differenzen, von dem, was hier vermisst oder geschätzt wird. Sich darin auszutauschen, sei eines ihrer Anliegen, sagt Thomas Ludwig. "Unsere Truppe ist bunt, von Ärzten aus dem Herzzentrum über Studenten, Piloten, Programmierer bis hin zum Schuhmacher reicht die Palette", erläutert der 31-jährige Entwicklungsingenieur.

 Wohl fühlen sich - so scheint es - alle in ihrer Wahlheimat. Wenn doch nur die Berge höher wären! "Ich vermisse auch die Familie, alte Freunde und vielleicht ne richtige U-Bahn", räumt Thomas Ludwig ein. Ehefrau Katharina würde gern öfter so reden, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. "Mir fehlen die Berge und der Schnee", sagen Bernhard Pospichal und Astrid Lafner wie aus einem Munde. "Unser letzter Versuch, hier Ski zu fahren, war in Augustusburg, aber das ging richtig schief", gesteht die junge Mutter unter dem Gelächter der Landsleute. Der dortige Berg habe kaum diesen Namen verdient, der Schnee war dünn. "Während daheim die Lifte allerdings um 16 Uhr enden, gab es dort Flutlichtfahren bis 22 Uhr. Das haben wir uns gegönnt."

 Heiterkeit verursachen nach wie vor die Unterschiede beim Essen. Kartoffelpuffer mit Apfelmus kannten sie nicht. "Die mögen Österreicher nur herzhaft, ebenso wie Popkorn. Aber das kriegen wir im Kino inzwischen schon salzig, wenn wir es so bestellen", sagt Pospichal. Ludwigs sind in Leipzig Veganer geworden. "Die Stadt ist ein Vorreiter dieser Szene in Deutschland", sagt sie.

 Und gern berichten sie auch vom Schmäh der Österreicher, jener kleinen nicht ganz ernst zu nehmenden Hintergründigkeit, die beiläufig ins Gespräch eingemischt wird. Aber das verstünden Deutsche häufig nicht. Da sei man dann doch anders.

 Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, Österreicher ist oder zu einem österreichischen Partner gehört, ist im Kreis der Austria-Connection willkommen.

 Kontakt: Oesterreicherinleipzig@gmail.com

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.06.2015
Cornelia Lachmann

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