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Lokales Die Fantastischen Vier machen den Freitag zum Zusamm’stag in der Arena Leipzig
Leipzig Lokales Die Fantastischen Vier machen den Freitag zum Zusamm’stag in der Arena Leipzig
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15:12 13.01.2019
Nach 29 Jahren Musikkarriere sind die Jungs von Fanta Vier jung geblieben. Quelle: André Kempner
Leipzig

Wie viel deutsches Liedgut doch so in uns schlummert. Das Konzert der Fantastischen Vier am Freitagabend in der ausverkauften Arena Leipzig zeigt’s ganz deutlich. Was übrigens auch für die „Vorband“ gilt: DJ Thomilla, ebenfalls Stuttgarter, ebenfalls fantastisch, blättert einmal quer durchs Great Songbook des HipHop, von Eminem über die Beginner und Missy Elliott zu Bilderbuch, Beyoncé und und und.

Vielleicht vergessene, einst geliebte Zeilen lassen einen beinahe wehrlos ganze Songtexte rezitieren und zack, „Es ist 1996/ Meine Freundin ist weg und bräunt sich“, „als ich an einen dicken Beat mein junges Herz verlor“. So setzt Thomilla schon mal die beiden Grundpfeiler des Abends: Einerseits dieses Das-ist-genau-meine-Zeit-Gefühl für mehrere Generationen vom Rap-Fan der ersten Stunde bis zum „The Voice“-Publikum heute – andererseits die Bereitschaft, das zweite H in HipHop auch mal zu überhören.

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Mit ihrer „Captain Fantastic Tour“ begeisterten Thomas D., Smudo , And.Ypsilon und Michi Beck der Fantastischen Vier ihre Fans am Freitagabend in der ausverkauften Arena Leipzig.

Denn HipPop ist es, was Fanta 4 seit jeher machen. Und was über alle Szenen hinweg auch im 30. Bandjahr noch 10 000 Leute zu Konzerten lockt. In regelmäßigen Abständen schüttelt die Band die großen Pop-Hits aus dem Ärmel: „Die da!?!“ 1992, „Sie ist weg“ 1995, „MfG“ 1997, „Troy“ 2004, „Einfach sein“ 2007, „Zusammen“ 2018, um nur mal einige zu nennen.

Pünktlich wie der Kuckuck aus der Uhr springen die vier Schwaben um acht auf die Bühne. Alles in der Arena wirft mindestens zwei Arme in die Luft. Mit „Was geht“ von 1995 heißt es schon im zweiten Song: „Bring it back/ the old Stuttgart Rap!“ Großer Vorteil der Klassiker: Alle kennen (und singen) die Texte. In noch unbekannten Songs ist’s ja traditionell schwer bis unmöglich, auf HipHop-Konzerten etwas zu verstehen.

Die Band ist 2019 rauer als gedacht. In „Endzeitstimmung“ heißt es in Richtung lautstarker Montagsspaziergänger: „Ihr seid nicht das Volk, ihr seid Vollidioten!“ Zeilen wie „Alle sind cool und modern und haben abgenommen/ Leider hast du jetzt von alldem gar nix abbekommen“ zielen und treffen. Direkt danach redet Smudo von der Weißen Elster und der Könneritzbrücke, ein Raunen geht durch die Halle. Und da ist sie, die hässliche Brille in Thomas Ds Gesicht, Sie wissen schon, „Die da“ aus dem kurz nach der Wende in Leipzig gedrehten Video. Smudo und Thomas D erzählen mehr, als dass sie rappen die lustige Verwechslungsgeschichte. Michi Beck gibt hinten den Kopfnicker (kein Scheiß, Mann) und And.Ypsilon, der Vierte im Bunde, ist der Mann, „warum sie Freitag nicht kann“. Wäre das also auch mal geklärt.

Die ruhigen Songs „Sie ist weg“ und „Tag am Meer“ passen nicht in die große Halle, richtig schlimm ist aber nur „Weitermachen“ mit unheiligem Schlagerrefrain. Geht zum Glück aber unter, weil die Show routiniert groß ist und zudem dreimal richtig abhebt: im sich nur aus Abkürzungen speisenden „MfG“, in „Einfach sein“, das auf den Tag genau zwei Monate vorm Grönemeyer-Konzert im Refrain schon mal 10 000 innere Herberts freilässt, und im letzten Song: Wer weiß, ob „Zusammen“ nicht schon Nationalhymne wäre, wenn die deutsche Mannschaft bei der WM 2018 nicht so versagt hätte. (Ob es vielleicht genau deshalb eine versöhnliche Hymne sein könnte, diskutieren wir ein anderes Mal.) Konfetti, Lametta, kein Halten mehr.

„Vielen Dank, nicht nur für heute, sondern für all die Jahre. Ihr werdet ja immer mehr!“, ruft Michi Beck ganz am Ende, ein bisschen ungläubig. – Die Welt liegt ihnen zu Füßen, denn sie stehen drauf.

Von Benjamin Heine

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