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Die "Flora" ist wieder da - Schlosspark Lützscchena erhält seine Statue zurück

Die "Flora" ist wieder da - Schlosspark Lützscchena erhält seine Statue zurück

Sie lächelt und zeigt sich trotz Kälte in nackter Schönheit: Flora, Göttin des Frühlings, ist dank des Fördervereins Auwaldstation und Schlosspark Lützschena an ihren alten Platz zurückgekehrt.

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Eine schöne Frau, ein begeisterter Mann: die Skulptur "Flora" kurz nach der Enthüllung durch Detlef Bäsler, den Vorsitzenden des Fördervereins Auwaldstation und Schlosspark Lützschena.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Die eineinhalb Meter hohe Skulptur - eine Kopie der im nahen Schloss stehenden und stark beschädigten "echten" Flora - steht auf dem Originalsockel am Ufer des Dianateichs.

Frank Butze, der im Verein die Verantwortung für das Projekt übernommen hat, erzählt ihre Geschichte: "Die Statue ist ein Unikat und wurde vermutlich um 1780 von den damaligen Schlossbesitzern, der Familie Üchtritz, am Dianateich aufgestellt." Erwiesen sei, dass die Flora 1945 vom Sockel gestoßen wurde und lange Zeit im Park lag. "Die Reste wurden dann irgendwann ins Schloss gebracht und nach 1990 wieder hervorgeholt", so Butze weiter. "Das Original ist aber in sehr schlechtem Zustand, der Kopf und eine Hand fehlen, zudem ist die gesamte Figur stark verwittert, so dass es nicht sinnvoll war, die Statue wieder im Freien aufzustellen."

Doch der Platz auf dem Sockel sollte nicht leer bleiben. Der Förderverein beschloss, eine Kopie der Skulptur anfertigen zu lassen. Dazu brauchte es zunächst ein Konzept, dann wurden bei der Denkmalpflege Fördermittel beantragt und eine Ausschreibung auf den Weg gebracht. "Das günstigste Angebot lag bei 26 000 Euro, an Fördergeldern wurden uns 10 000 Euro in Aussicht gestellt. Ergab einen Fehlbetrag in Höhe von 16 000 Euro", erinnert sich Butze. Es wurden Sponsoren gesucht und gefunden, außerdem Erlöse der unterschiedlichsten Art genutzt. "Wir haben mehr als 1000 Stück Kuchen in die Flora gesteckt", beziffert Vereinsvorsitzender Detlef Bäsler das Ergebnis der Kuchenbasare vergangener Jahre. Auch bei der Holzauktion im Winter 2012/13 habe der Verkauf von rund 100 Festmetern einen stattlichen Beitrag erbracht, ebenso wie die Trödelmärkte beim Schlossparkfest. Künstler wie Bernd Lutz Lange verzichteten bei Kulturveranstaltungen auf ihr Honorar - so kam das benötigte Geld zusammen.

Den Zuschlag erhielt schließlich die Firma Hans Effenberger in Weinböhla. Dorthin wanderte das Original der Statue. Es wurde abgeformt und so entstand eine Kopie aus Gips. "Dieses Modell und ein Bild, das allerdings von sehr schlechter Qualität war, haben wir dem Dresdener Restaurator Stefan Dörre übergeben, der die Kopie ergänzte. "Das war keine einfache Aufgabe, da mir eine geeignete Vorlage fehlte", sagt der promovierte Kunsthistoriker. Er habe sich deshalb vor allem in sächsischen Barockgärten Anregungen geholt. Das Ergebnis seiner Arbeit: ein zartes, mädchenhaftes Gesicht, das dem Namen der Göttin des Frühlings alle Ehre macht. Das fertige Gipsmodell wurde anschließend erneut abgeformt und es entstand ein Abguss aus zementgebundenem Mörtel. "Bei all diesen Arbeitsschritten standen wir übrigens unter ständiger Beobachtung", schmunzelt Vereinschef Bäsler. Denn das Projekt sei intensiv vom Landesamt für Denkmalschutz begleitet worden.

Mit der Flora ist die vierte neue alte Statue in den Schlosspark zurückgekehrt - sie folgte der Aphrodite, dem Bacchus und dem Appolino. Ab sofort gilt die Aufmerksamkeit der Figur des Kronos, der als Vater des Zeus gilt und über den im 1830 aufgeschriebenen "Spaziergang nach Lützschena" überliefert ist: "Beim Austritt aus dem Lützschenaer Ritterguths-Holze bietet sich bald dem Beschauenden eine angenehm überraschende Aussicht auf das herrschaftliche Schloss dar. Ein Fahrweg leitet mitten durch fruchtbare Wiesen, an einer Statue des Kronos vorüber -"

Reste der Statue, so Experte Butze, seien durch Zufall auf einem Privatgrundstück entdeckt worden. Um sie wieder originalgetreu rekonstruieren zu können, erbittet der Verein Hinweise oder Bildmaterial an die E-Mail-Adresse auwaldstation@t-online.de oder via Telefon 0341 4621895 respektive Fax 0341 2537753.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.11.2013

Andrea Richter

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