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Lokales Die Gerüste fallen: Leipzigs Museumsquartier wird fertig
Leipzig Lokales Die Gerüste fallen: Leipzigs Museumsquartier wird fertig
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00:19 10.06.2017
An der Ecke vom Brühl (links) zur Katharinenstraße kommt jetzt die Fassade des Bernsteincarrés zum Vorschein. Es ist der letzte der vier Museumswinkel. Quelle: Foto: Agentur Dreipunkt
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Leipzig

Bereits nächste Woche sollen die Gerüste am Hauptteil des vierten und letzten Museumswinkels ganz verschwunden sein. „Die Fassade des Bernsteincarrés greift das Vorbild der alten Messepaläste zeitgemäß auf“, erklärt der verantwortliche Architekt Thomas Hille vom Büro KLM aus der Magazingasse. „Ob König-Albert-Haus oder Specks Hof – Leipzigs Messepaläste waren immer sehr plastisch gestaltet.“ Dies gelte auch für den neuen Sechsgeschosser an der Ecke Brühl/Katharinenstraße, den der Erfurter Projektentwickler OFB für rund 30 Millionen Euro errichtet und bereits an eine Versicherungsgesellschaft verkauft hat. Die Fassade entstand bei der Leipziger Firma HFB Engineering – aus besonders leichtem Glasfaserbeton.

Zum Tag der Architektur am 24. Juni lädt KLM zu Führungen im Bernsteincarré und einem Vortrag ein. Dann geht es auch um die Geschichte des einst von Handwerker- und Pelzhändlerhäusern dominierten Quartiers. In der Bombennacht vom 4. Dezember 1943 weitgehend zerstört, fasste die DDR erst 1968 den Beschluss für eine Neugestaltung der Brachfläche zwischen Brühl und Böttchergässchen. Im Folgejahr entstand der (viel zu große) Sachsenplatz mit seinen beliebten Pusteblumen-Brunnen. Den Namen behielt die Fläche bis 2002.

Im Dezember 2004 wurde das Museum der bildenden Künste eröffnet. Die Bürgersammlung mit über 3000 Gemälden, rund 1000 Skulpturen, 60 000 Grafiken und 100 000 Büchern bekam damit wieder einen festen Platz im Herzen der City. Das quaderförmige Gebäude mit konstant 21 Grad Raumtemperatur nutzt das Tageslicht so geschickt aus, dass keine direkte Sonneneinstrahlung die darin ausgestellten Meisterwerke gefährdet. Dennoch blieb der Bau lange bei vielen Einheimischen unverstanden, weil die im Entwurf von 1997 eingeplanten vier Winkel des „Bilderrahmens“ ringsum fehlten.

Nicht nur Museumssprecher Jörg Dittmer hofft, dass nun „das Zusammenspiel von Randbebauung und Museumsarchitektur erfahrbar wird und damit vielleicht auch das Museumsgebäude seinen Kritikern verständlicher“. Der Passagengedanke und die Einladung zum Flanieren durch die Höfe und Terrassen seien „endlich in ihrem Zusammenhang erlebbar“.

Mehr Leben in dem Quartier versprechen auch drei Restaurants, die ab August ihre Räume im Bernsteincarré einrichten. Neben dem Lokalmatadoren „Food Kurt“ wollen ein Burger-Grill der norddeutschen Kette „Peter Pane“ sowie des Betreibers vom „Texas Inn“ aus der Leipziger Münzgasse große Freisitze neben den Eichen im Museumshof eröffnen.

Das neue Viertel strahlt längst positiv auf die Umgebung. So erhielt die Leipziger CG-Gruppe gerade die Baugenehmigung zur Sanierung der historischen Passage „Zum großen Joachimsthal“ an der Katharinenstraße 13. Bis Mitte 2018 sollen dort für zehn Millionen Euro ein Hostel mit 160 Betten sowie Läden entstehen.

Von Jens Rometsch

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