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Die LIPSIA-Schau auf der Leipziger Messe lockt mit vielen schrägen Vögeln

Es gackert, zwitschert und kräht Die LIPSIA-Schau auf der Leipziger Messe lockt mit vielen schrägen Vögeln

Großes Geflatter in Leipzig: Die 119. LIPSIA-Rassegeflügelschau lockt am Wochenende wieder zahlreiche Vogelfreunde aufs Messegelände.Unter zigtausend Tieren verstecken sich auch wieder einige Highlights.

Auf der 119. LIPSIA-Vogelschau sind wieder zahlreiche Arten zu sehen.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Es gurrt, zwitschert und kräht in den Hallen der Leipziger Messe. Überall rascheln Federn in den verschiedensten Farben. Zur 119. LIPSIA-Bundesschau können die Besucher noch bis Sonntag rund 41.000 Tiere begutachten. Die Rassegeflügelschau, weltweit die größte ihrer Art, lockt zudem mit vielen Fachvorträgen zu den verschiedensten Themenfeldern rund um die Vogelzucht. Über 500 Preisrichter waren bereits am Donnerstag im Einsatz, um das zahlreiche Federvieh zu sichten und Auszeichnungen zu vergeben.

Ziergeflügel als besonderes Highlight

Besonders stolz sind die Veranstalter in diesem Jahr wieder auf die Ziergeflügel-Abteilung in Halle 2. Zentrales Highlight ist hier ein großes offenes Gehege, in dem sich verschiedenste Schwäne, Enten und Gänse in trauter Einheit zwischen künstlichen Tümpeln tummeln. „Wir demonstrieren in diesem Teil der Schau, dass Tiere aus allen Teilen der Welt auch in Deutschland gehalten werden können – und zwar möglichst gemischt“, erläutert Dr. Gerald Sehmisch. Der LIPSIA-Sprecher blickt mit sichtlichem Stolz auf das präsentierte Rassegeflügel. Doch das Freigehege beherbergt nicht die einzigen Schätze der diesjährigen Schau.

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Rund 41.000 Tiere und hunderte verschiedene Arten erwarten die Besucher auf dem Leipziger Messegelände. Darunter finden sich wie immer auch einige Exoten und Raritäten.

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Ein paar Meter weiter picken verschiedene Wildhuhnarten ihre Körner. „Das hier sind Grant-Haubenperlhühner “, erklärt Alfred Dodot, „die sind dieses Jahr erstmalig hier zu sehen.“ Der Recklinghäuser Aussteller kümmert sich gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard um die gefiederten Gesellen. Und die sind etwas ganz Besonderes. „Es gibt nur eine sehr geringe Zahl von Züchtern, die sich mit diesen klassischen Wildhühnern beschäftigen“, erläutert Dodot. „Selbst in zoologischen Gärten sind diese Arten kein Standard. Um die zu sehen, muss man schon mal fünf verschiedene Zoos besuchen. Da hat man hier eine bessere Chance.“ Und nicht nur wegen ihres Seltenheitswerts ist Alfred Dodot stolz auf die Tiere. Denn: „Wir leisten mit unserer Züchtertätigkeit ja auch eine Ergänzung zum Arterhaltungsauftrag der zoologischen Gärten – parallel zur Natur.“

Zwölf Tonnen Futter

In Halle 3 ändert sich dann die Geräuschkulisse. Statt Gackern und Quaken ist nun Gezwitscher zu hören. Hier sind die Singvögel untergebracht. In zig Käfigen flöten die kleinen Gesellen fröhlich vor sich hin.

Ein Meisengimpel

Ein Meisengimpel.

Quelle: Dirk Knofe

„Das hier sind Meisengimpel – richtige Raritäten“, berichtet Stefan Kühnel und zeigt mit Stolz auf die Preiswimpel am Käfig seiner Schützlinge. „Es gibt zwar etliche Züchter für diese Rasse, aber diese hier sind echte Spitzenqualität. Solche Exemplare sieht man sonst fast gar nicht“, erläutert der Mann vom Verein der Mitteldeutschen Meisterschaft. Und solche Qualität hat ihren Preis: „Für so einen Vogel können zwischen 600 und 700 Euro fällig werden“, erklärt Kühnel, bevor er sich wieder dem Auffüllen der Trinkschalen in den Käfigen widmet.

Nicht nur Kühnel ist ständig im Einsatz, um auf der LIPSIA für das leibliche Wohl der Tiere zu sorgen. Insgesamt sind über das Messewochenende knapp 170 Mitarbeiter rund um die Uhr für die Versorgung der gefiederten Gäste unterwegs. „Wir verfüttern während der Schau rund zwölf Tonnen Geflügelfutter“, erklärt der Technische Leiter Matthias Beutel. Und auch in diesem Bereich werden auf der LIPSIA in diesem Jahr Neuerungen erprobt. „Wir verwenden erstmals Thymian- und Majoranabfälle, die lassen sich sehr gut als Einstreu verwerten“, berichtet Beutel. Das Material besteche durch eine gute Saugfähigkeit und wirke zudem antibakteriell – besser als Stroh oder Späne.

Sollte sich doch eines der Tiere einmal unwohl fühlen, ist auch dafür vorgesorgt. Neben dem Veterinäramt ist auch Tierärztin Tina Stiehler aus Jessen mit einem eigenen Stand und Kollegen auf der Schau präsent. „Wir können hier mit unserem mobilen Labor Kotproben untersuchen sowie Abstriche vornehmen. Zudem stehen wir den Besuchern für medizinische Fragen zur Verfügung und geben Ratschläge zur Haltung“, erklärt die Veterinärmedizinerin.

Schmackhaftes Geflügel

Gerald Sehmisch hat für interessierte Besucher auch noch einen Insider-Tipp parat. Denn Tauben können natürlich auch verzehrt werden, auch wenn diese Tradition über die Jahre leider ein wenig verloren gegangen ist. Dazu trug nicht zuletzt auch das schlechte Image der Tiere als „Ratten der Lüfte“ bei. Taubenfleisch ist dabei nicht nur Delikatesse sondern hat auch als Hausmittel durchaus Vorteile zu bieten. „Eine Taubensuppe ist sogar besser als die übliche Hühnersuppe – sie enthält nämlich deutlich weniger Fett“, erklärt Sehmisch. Wer also bei der nächsten Erkältung einmal eine Alternative ausprobieren möchte, sollte sich einfach an einen Fachhändler für Geflügelfleisch wenden.

Imposantes Federvieh

In Halle 5 angekommen erwartet die Besucher dann die zahlenmäßig größte Abteilung der Schau. Rund 31.000 Tauben sorgen zusammen mit hunderten Hühnern für ein vielstimmiges Gurr- und Kräh-Konzert.

Eine Sächsische Flügeltaube mit Rundhaube

Eine Sächsische Flügeltaube mit Rundhaube.

Quelle: Dirk Knofe

Hier werden im sogenannten Lipsia-Hof in jedem Jahr besondere Rassen gesondert präsentiert. „In diesem Jahr ist das die Sächsische Flügeltaube “, erläutert Gerald Sehmisch. Und die imposanten Tiere mit ihren gefiederten Füßen sind definitiv einen Blick wert. Aber auch zahlreiche andere Arten warten hier auf den Besucher.

Interessanterweise sind allerdings auf der Schau keine Brieftauben zu finden. „Die Brieftaubenzüchter sind eine eigene Gemeinschaft mit eigenen Ausstellungen“, erklärt Sehmisch das Fehlen der Botentiere. Besonderes Highlight ist hier auch in diesem Jahr wieder die Versteigerung von Tierpaaren oder ganzen Zuchtstämmen zugunsten der Deutschen Kinder-Krebsstiftung, die am Sonntag stattfindet. „Hier werden regelmäßig pro Paar bis zu 600 Euro erzielt“, freut sich Sehmisch über die Einnahmen für einen guten Zweck.

Neben all den vergebenen Preisen, der Taubenversteigerung und den zahlreichen Informationsveranstaltungen liegt Gerald Sehmisch bei der 119. LIPSIA aber vor allem eines noch besonders am Herzen. „Wir wollen hier auch und vor allem Kindern eine Möglichkeit geben, ihre Liebe zur Natur entdecken zu können und die Artenvielfalt kennenzulernen.“ Deshalb besteht auch an allen Messetagen für die kleinen Besucher die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit dem Federvieh zu kommen und sich hautnah über die verschiedenen Arten zu informieren.


Von Bastian Fischer

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