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Lokales Die LVB knüpfen ihr Busnetz neu - Streckenpläne hier interaktiv abrufen
Leipzig Lokales Die LVB knüpfen ihr Busnetz neu - Streckenpläne hier interaktiv abrufen
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22:38 24.02.2010
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. Prognosen hätten ergeben, dass dann pro Jahr rund 1,5 Millionen Fahrgäste zusätzlich einsteigen würden.

Zur Vorstellung des Planes hatte Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) ins Turmzimmer des Neuen Rathauses eingeladen. Dort erklärte er, die unterschiedliche Entwicklung der Einwohnerzahlen vieler Stadtteile mache eine Anpassung der Beförderungsleistungen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) notwendig. "Weil im Juli die neue Semmelweisbrücke in Betrieb geht, sind dabei auch deutlich günstigere Verbindungen von Schleußig und der Südvorstadt in Richtung Altes Messegelände und Stötteritz möglich", betonte er.

Die LVB denken bereits seit dem Jahr 2006 über solche Veränderungen nach, um den zurzeit noch im Bau befindlichen City-Tunnel in ihr Nahverkehrsnetz einzubinden. "Wir setzen jetzt auf einen Vorbereitungseffekt", betonte Juhrs. "Noch bevor der City-Tunnel fertig ist sollen die Fahrgäste wissen, dass sich in der Nähe ihrer Bushaltestelle ein S-Bahn-Haltepunkt befindet."

Der logistische Aufwand, mit dem die LVB ihre Busreform flankieren, ist groß. Für 600.000 Euro wollen sie unter anderem 22 neue Bushaltestellen errichten, denn das Streckennetz wird nicht nur neu geknüpft, sondern wächst auch um 8,5 Straßenkilometer. "In Schönefeld entsteht an der Torgauer Straße zwischen Permoser- und Bautzner Straße eine neue Straßenbahnhaltestelle für die Linien 3 und 13, die den Namen Schwantestraße bekommen wird", kündigte LVB-Verkehrsmanager Holger Flache an. Auch der Termin für die Einführung des neuen Busnetzes steht bereits. "Es soll der 10.10.2010 sein", sagte zur Nedden. Zuvor w ürden die Pläne aber intensiv mit der Bürgerschaft diskutiert. "Ziel ist, dass der Stadtrat noch vor der Sommerpause entscheidet."

Ein Kernstück des neuen Busnetzes ist die Buslinie 74, die heute von Holzhausen kommend am Deutschen Platz endet. Sie soll ab Haltestelle Altes Messegelände nicht mehr über die Philipp-Rosenthal-Straße, sondern über Prager und Semmelweis-straße zur Deutschen Nationalbibliothek rollen. Von dort geht es weiter über die neue Semmelweisbrücke, Kurt-Eisner-Straße, Schleußiger Weg, Rödel-, Könneritz-, Industrie-, Zschochersche und Kuhturmstraße zum Lindenauer Markt. "Damit schaffen wir eine Direktverbindung zwischen den stark bewohnten Gründerzeit-Stadtteilen Stötteritz, Südvorstadt, Schleußig, Plagwitz und Lindenau", betonte Juhrs. Die Reisezeit zwischen Lindenau und Schleußig verringere sich von 20 auf acht Minuten.

Im Südosten sieht das neue Busnetz zwei Linienverlängerungen vor: Die Linie 79 wird vom Lößniger Moritz-Hof über Dankwart-, Dürr-, Siegfried- und Bornaische Straße zum Straßenbahnhof Connewitz verlängert; die Linie 171 soll von Meusdorf über Höltystraße und Chemnitzer Straße nach Probstheida verkehren und so eine Lücke im heutigen Busliniennetz schließen. Fahrgäste könnten dann aus Großpösna und Liebertwolkwitz die anderen Buslinien im Raum Probstheida ohne zusätzliches Umsteigen in die Straßenbahn erreichen, argumentieren die LVB.

In Thekla/Mockau sollen die Buslinien 81 und 82 ab Haltestelle Rose-nowstraße gemeinsam mit der Linie 80 über Gohlis-Nord nach Möckern geführt werden. Für Fahrgäste aus Thekla und Portitz entstünden somit neue Direktverbindungen in den Leipziger Norden, heißt es bei den LVB. Die Linie 70 soll künftig zwischen Hermann-Liebmann-Straße und Breite Straße über Bergstraße, Kohlgarten- und Dresdner Straße geführt werden.

In Grünau ist geplant, die Straßenbahnlinien 2 und 8 einzukürzen, weil dort die Einwohnerzahl kontinuierlich sinkt. Die Linie 2 soll künftig am Ratzelbogen enden, die 8 in Grünau-Nord. "Dennoch wird mit den Linien 15 bis Miltitz und 1 bis Lausen auch weiterhin ein 10-Minuten-Takt gewährleistet", betonte Flache.

Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Änderungen geplant. "Wer sich informieren will, kann dies ab sofort im Internet unter www.leipzig.de/verkehrsplanung tun", betonte Baubürgermeister zur Nedden. Für den 17. März plane die Stadtverwaltung im Straßenbahnhof Angerbrücke ein Bürgerforum zum Netz 2010; zusätzlich sei eine Veranstaltung im Stadtbüro des Oberbürgermeisters geplant. "Wir wollen mit unserem Netz 2010 eine deutlich Attraktivitätsverbesserung erreichen", betonte Juhrs. Nur so könnten die anvisierten zusätzlichen Fahrgäste gewonnen und die Fahrgasteinnahmen um jährlich 500.000 Euro gesteigert werden

Andreas Tappert

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