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Lokales Die „Morchel“ für Wertsachen
Leipzig Lokales Die „Morchel“ für Wertsachen
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00:21 23.09.2017
Die Gründer Dennis Zappi (links) und Gero Kraus haben den Outdoor-Tresor Spinsafe erfunden, ein Startup aus Leipzig zur sicheren Verwahrung seiner Wertsachen am Badesee, auf Campingplätzen oder Festivals. Quelle: privat
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Leipzig

Der Festival- und Badesommer ist zwar gerade zu Ende, aber der nächste kommt bestimmt. Pünktlich zum Sommerstart 2018 wollen zwei Freunde einen kleinen transportablen Outdoor-Tresor auf die Wiesen bringen. Er ist rund 30 Zentimeter hoch und gerade so groß, dass man seine wichtigsten Wertsachen Brieftasche, Handy und Autoschlüssel darin einschließen kann – wodurch Baden, Surfen, Campen oder Feiern deutlich stressfreier werden. Der Prototyp ist fertig. Damit die Produktion losgehen kann, läuft gerade eine Crowdfunding-Kampagne. Bis zum 30. September wollen die beiden Erfinder 15.000 Euro einsammeln.

Das Gerät heißt „Spinsafe“, weil es ein Ding zum Drehen ist. Mit einer Mords-Bodenschraube wird es in die Wiese eingedreht und später wieder herausgedreht – das Loch, das dadurch entsteht, kann mit dem Fuß fix wieder zugedrückt werden. Das Gerät ragt aus der Wiese wie eine zu groß gewachsene Morchel. Erfunden hat es Dennis Zappi, Ingenieur aus Gifhorn. Der 34-Jährige schreibt gerade seine Masterarbeit – natürlich über den „Spinsafe“. Sein Partner ist Gero Kraus. Der 25-Jährige stammt aus Bayern, lebt in Leipzig und gibt Ende September an der HTWK in Leipzig seine Masterarbeit ab. Danach würde er sich gern voll und ganz dem „Spinsafe“ widmen. Die beiden „Draußenmenschen“ und Sommerbegeisterten kennen sich seit 2011, als sie Work-and-Travel-Arbeitskollegen in Kanada waren.

Das Problem mit den Wertsachen am Badesee

„Viele Leute sind sich des Problems mit den Wertsachen bewusst, aber sie wissen nicht, dass es eine Lösung gibt“, sagt Gero Kraus. Ihr Produkt bietet mehr Sicherheit, wenn auch im Moment noch nicht für alle Böden perfekt. In Sandstränden oder Schotterböden lässt sich der kleine Tresor nämlich nicht verankern, dafür soll später eine Lösung angeboten werden. Aber mit Wiesengrund kann’s erst mal losgehen. „Ein Dieb wird das Risiko nicht eingehen und auf einer besetzten Liegewiese versuchen, den Safe herauszudrehen“, erklärt Gero Kraus. Zumal ihm das auch nicht gelingen dürfte, denn die Oberschale dreht sich frei auf der Bodenplatte. Obendrein kann der Tresor-Besitzer eine Smartphone-App zuschalten – sie löst einen schrillen Alarm aus, wenn sich ein Dieb gewaltsam am „Spinsafe“ zu schaffen macht.

Das Gerät soll aus hellem Kunststoff angefertigt werden, leicht und transportabel sein und am Rucksack zu befestigen gehen. Zum Transport wird die lange Bodenschraube einfach nach innen geklappt. Der „Spinsafe“ soll für rund 40 Euro auf den Markt kommen. Ideen zur Weiterentwicklung gibt es auch schon: Später könnte ein Familienmodell mit mehr Platz dazukommen. Oder eine Powerbank im Inneren zum Handy-Aufladen.

Voraussetzung aber ist, dass die Jungunternehmer erst mal die Produktionskosten zusammenbekommen – oder dass es mit dem beantragten Existenzgründer-Stipendium klappt. Falls beides nicht klappt, wollen sie aber nicht aufgeben, sondern neue Möglichkeiten suchen.

www.startnext.com/spinsafe

Kerstin Decker

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