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Lokales Die Pläne für das Leipziger Burgplatzloch im Detail
Leipzig Lokales Die Pläne für das Leipziger Burgplatzloch im Detail
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18:53 10.02.2016
Eröffneten die Ausstellung (von links): Volker Böhm vom Investor, Sebastian Helm (HPP), Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, Christoph Kohl (KK Architekten). Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Jetzt ist es amtlich. Der Entwurf, den die LVZ ihren Lesern bereits am Dienstag exklusiv als Favoriten für die Neubebauung am Burgplatz vorstellen konnte, hat tatsächlich das Rennen gemacht. Gestern erläuterten die Investoren und Architekten ihre Pläne im Detail.

Das 20 Jahre alte Burgplatzloch werde nun alsbald verschwinden, sagte Volker Böhm (62) als Vertreter der Eigentümer der Petersbogen Burgplatz GmbH (das Schweizer Familienunternehmen Even Capital). „Wir hoffen, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten vor Ort beginnen zu können. Zunächst muss dafür die Baugrube wieder erweitert werden, weil sie im Laufe der Zeit teilweise verfüllt worden war.“ Die Fertigstellung des neuen Gebäudes sei bis Ende 2018 vorgesehen. Im Zuge dieses Projekts, das zwischen 30 und 40 Millionen Euro koste, werde zeitgleich auch die Erdgeschosszone des Einkaufszentrums Petersbogen modernisiert und „noch etwas höherwertiger positioniert“, erklärte Böhm weiter. Das sei auch nötig, um eine gestalterische Einheit für die gesamte Passage zu erlangen. Der Petersbogen werde – ebenfalls in leicht geschwungener Form – auf der anderen Seite der Rotunde mit den Fahrstühlen und Rolltreppen – harmonisch fortgesetzt.

Im Untergeschoss, Erdgeschoss und ersten Stock des Neubaus entstehen 3500 Quadratmeter Nutzfläche für Handel und Gastronomie. Ein größeres Restaurant und eventuell noch eine Bar werden – vom Burgplatz aus betrachtet – links vom Passagen-Haupteingang angeordnet. In Richtung Merkurhaus (wo ebenfalls ein Restaurant geplant ist) kommen noch eine kleinere Gastronomie-Fläche und der Eingang zu dem neuen Vier-Sterne-Hotel hinzu. Letzteres wird über 196 Zimmer verfügen und alle sechs Etagen über dem Handelsbereich füllen (vier Vollgeschosse und zwei im Dach). Laut Sebastian Helm (46) vom Leipziger Architekturbüro HPP gab der Zuschnitt des Baugrundstücks vergleichsweise große Zimmer vor, so dass nur ein hochwertiges Hotel in Frage kam. HPP hatte schon den vor 15 Jahren eröffneten Petersbogen gestaltet, lieferte nun die Generalplanung für das neue, direkt andockende Gebäude. Dieses erhalte außerdem eine Tiefgarage mit 45 Stellplätzen. Helm: „Einen Teil davon wird sicher das Hotel reservieren. Die Zufahrt erfolgt über den vorhandenen Tunnel, der zur großen Tiefgarage unter dem Einkaufszentrum führt.“

Auf Wunsch der Stadt hatte der neue Eigentümer (Even Capital erwarb die Petersbogen Burgplatz GmbH im Herbst 2014) jüngst einen Gestaltungswettbewerb für die Fassade durchgeführt. Sieger wurde das Berliner Büro KK Architekten von Christoph Kohl (54), das in Leipzig schon einen Teil für den Museumswinkel Katharinum beisteuern konnte. „Unser Entwurf ist so traditionalistisch wie er nur sein kann und so modern wie er sein muss“, sagte Kohl gestern zur Eröffnung einer Ausstellung im Stadtbüro am Markt. Dort sind bis 4. März alle Arbeiten aus dem Wettbewerb zu sehen. Kohl setzt auf moderne, bodentiefe Hotelfenster über einer zweigeschossigen Sockelzone. Ansonsten will er die Fassade aus Cottaer Sandstein im klassischen Baukanon des 19. Jahrhunderts gestalten. Figuren über dem Sockel könnten beispielsweise Teilnehmer der berühmten „Leipziger Disputation“ zeigen, welche Martin Luther und der katholische Theologe Johannes Eck 1519 in der damaligen Pleißenburg (also am Burgplatz) ausfochten. Bei diesem Streitgespräch wurde der Bruch zwischen Rom und den Lutheranern manifestiert.

Von Jens Rometsch

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