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"Die Probleme der LVB sind hausgemacht" - Zu wenig Fahrer wegen geringen Löhnen

"Die Probleme der LVB sind hausgemacht" - Zu wenig Fahrer wegen geringen Löhnen

Der Fahrer-Mangel bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) hat heftige Reaktionen ausgelöst. Das Problem sei hausgemacht, heißt es in Briefen und E-Mails; die primäre Ursache sei die geringe Bezahlung der Fahrer.

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Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. "Ein Unternehmen das nicht bereit ist, eine Leistung angemessen zu honorieren, kann auch keine Leistung erwarten", meint Petra Wolff aus Schönefeld. Die Misere habe damit begonnen, dass die LVB nach der Wende Tochtergesellschaften gegründet haben. "Damit wurden viele Manager-Posten mit guten Gehältern geschaffen", so Wolff. "Dafür wird an den Löhnen der einfachen Mitarbeiter gespart." Das räche sich jetzt.

Petra Wolff ist Ehefrau eines Straßenbahnfahrers, der nach 36 Jahren in die Altersteilzeit geschickt wurde, mit dem Versprechen, danach auf 400-Euro-Basis zum Stundenlohn von 6,45 Euro weiter arbeiten zu dürfen. "Mit dem Eintritt in die ,Freizeitphase' wurde die Beschäftigung als Minijobber aber von der Geschäftsführung abgelehnt, obwohl der Betriebsrat auf der Seite meines Mannes stand", berichtet sie. Dies sei um so unverständlicher, da ihr Mann viele Jahre als Lehrfahrer tätig war und noch 2009 von den LVB angesprochen worden war, einen Lehrgang zum Fahrtrainer zu absolvieren.

Auch den Verweis der LVB-Führung auf den "hohen Krankenstand" in ihrem Unternehmen lassen die Wolffs nicht als Ursache für den Notstand gelten. "Schaut man sich den Altersdurchschnitt an und den Stress, dem das Fahrpersonal ausgesetzt ist, so ist dieser Krankenstand sicher nachvollziehbar", heißt es in ihrer E-Mail. Auch andere Firmen hätten mit diesem Problem zu kämpfen. "Die LVB haben es ganz einfach verpasst, neues und gutes Fahrpersonal auszubilden. Aber wer will sich schon für so wenig Lohn diesem Stress aussetzen?" Um das Übel an der Wurzel zu packen, helfe nur, den zu geringen Stundenlohn anzuheben.

Dies sieht LVZ-Leser Klaus Weser ähnlich. "Die Probleme der LVB sind größtenteils hausgemacht und seit langem bekannt", schreibt er. Geändert werden müssten "die unterschiedliche Bezahlung der Fahrer für gleiche Tätigkeiten" und die "geteilten Dienste". Fahrer, die voll arbeiten wollen, sollten auch nicht länger mit Teilzeitverträgen ausgebremst werde. "Es gab mal die Forderung ,Gleicher Lohn für gleiche Arbeit'", schreibt Weser. "Dies sollte in Mitteldeutschland im Jahr 2014 eigentlich selbstverständlich sein und hat auch etwas mit der Würde der Menschen zu tun. Bei der Verantwortung, die die Fahrer haben, sollte man davon auch ordentlich leben können. Leider haben sich Gewerkschaften und Parteien davon schon lange verabschiedet. Die LVB als Unternehmen interessiert das ebenfalls nicht, es betrifft ja nicht die ,Manager'."

Die Fahrer der Straßenbahnen seien Frauen und Männer, die täglich haarsträubende Situationen meisten müssen, weil sich andere Verkehrsteilnehmer teilweise verantwortungslos benehmen. "Wer dies aufmerksam beobachtet, kann sich eigentlich nur wundern, dass nicht viel mehr passiert", so Weser. Dies werde aber nicht entsprechend honoriert. "Arbeitgeber, die sich verantwortungsvoll um ihre Mitarbeiter kümmern, haben kein Personalproblem. Dafür gibt es in unserer Region genug Beispiele."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2014

Andreas Tappert

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