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Lokales Die Retter am und im Wasser – für sie schwimmen am Sonntag die Enten
Leipzig Lokales Die Retter am und im Wasser – für sie schwimmen am Sonntag die Enten
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07:02 16.08.2018
DLRG-Rettungsschwimmer Maik Steinhöfel bewacht den Badestrand am Ostufer des Kulkwitzer Sees. Quelle: André Kempner
Leipzig

Erst Ende Juli ist am Kulkwitzer See ein 24-Jähriger nach einem Badeunfall gestorben. Die herbeigerufene Hilfe kam zu spät. Dabei gehört der „Kulki“ zu jenen Seen, an denen zumindest in den Sommerferien noch Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sitzen. Derzeit aber nur noch an den Wochenenden. Die Städte und Gemeinde investieren zwar viel Geld in das touristisch immer attraktiver werdende Neuseenland. Die Wasserrettung jedoch, die Kosten verursacht und keinen Gewinn abwirft, bleibt dabei in den meisten Fällen außen vor. Obwohl die DLRG im Jahr 1913 in Leipzig gegründet wurde. Deutschlandweit sind in diesem Jahr bereits 273 Menschen ertrunken, davon 250 in Binnengewässern wie Seen, Flüssen und Teichen.

Viele Kinder können nicht richtig schwimmen

So verzichten die meisten Gewässer-Betreiber aus Kostengründen auf bewachte Strände und begnügen sich mit einem Schild à la „Baden auf eigene Gefahr“. „Wir arbeiten zwar ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern. Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass Wachstationen betrieben und die notwendige Ausrüstung angeschafft werden muss“, sagt Roman Siegel. Der 28-jährige Gymnasiallehrer aus Halle/Saale gehört zu jenen, die bei der DLRG in Leipzig in verschiedenen Bereichen der Wasserrettung tätig sind. Hinzu kommt, dass immer mehr Kinder nicht oder nicht richtig schwimmen können. Natürlich: Um einen Ertrinkenden zu retten, müssten die Helfer möglichst nah am Ort des Geschehens sein. Denn da zählt jede Minute.

DLRG verschenkt Lose an Förderschulen

„Wasser birgt viele Gefahren, deshalb ist es wichtig, zeitig schwimmen zu lernen“, betont Siegel, der diese Woche die Sächsische Landesschule für Hörgeschädigte „Samuel Heinicke“ besuchte. Denn die DLRG Leipzig hat ein auf Förderschulen zugeschnittenes Projekt entwickelt und „versüßt“ den Abc-Schützen quasi den Schuleinstieg mit Infomaterial rund ums Thema Sicherheit am und im Wasser. 210 Schulanfänger erhielten zudem eine kleine Aufmerksamkeit – ein Los für jeweils eine der gelben Enten, die am Sonntag beim Wasserfest zum Entenrennen starten (Beginn um 15 Uhr an der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park). Davon profitiert übrigens auch die DLRG, die neue Taucherausrüstungen benötigt. Ein Teil der Trockentauchanzüge, die mittels dichter Hals- und Armmanschetten die Taucher trockenhalten und vor Kälte schützen, ist durch die vielen Einsätze derart verschlissen, dass an verschiedenen Stellen Wasser eindringt.

Taucher helfen auch bei Kanalreinigung

Sieben Taucher gibt es bei der Leipziger DLRG, vier weitere sind in Ausbildung. „Bevor jemand, der sich bei uns meldet, das erste Mal im Tauch-Einsatz ist, müssen wir fast 10 000 Euro für Ausbildung und Ausrüstung investieren. Das haben wir mal grob ausgerechnet“, erläutert Mathias Beutel, Leiter der DLRG-Verbandskommunikation. Die Trockentauchanzüge müssen übrigens nicht nur im Winter getragen werden. Sie helfen auch dabei, die Bojenstrecke für den Triathlon am Kulkwitzer See zu präparieren oder fürs „Think!“-Festival am Cospudener See Ankerplätze vorzubereiten. Und natürlich bei der Reinigung von Gewässern.

DLRG ist auf Spenden angewiesen

Die DLRG finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, zweckgebundene Fördermittel vom Freistaat Sachsen, etwa für den Katastrophenschutz. Bei Einsätzen für Polizei und Feuerwehr können die Kosten allerdings geltend gemacht werden. „Wir kooperieren auch mit den Leipziger Sportbädern, für die wir bei Bedarf Rettungsschwimmer für Freibäder und Hallen bereitstellen“, sagt Beutel. Spontan einspringen sei aber oft schwierig, da die meisten Ehrenamtler, die für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung bekommen, voll berufstätig sind.

Von Mathias Orbeck

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