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Lokales Die Schwartes waren die Ersten!
Leipzig Lokales Die Schwartes waren die Ersten!
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00:36 26.05.2018
Bis auf das Blumenmädchen ist (fast) alles wie vor 31 Jahren: Steffi und René Schwarte vor der Alten Handelsbörse am 10. Oktober 1987 nach ihrer Hochzeit (Foto oben) und im Frühjahr 2018 beim Foto-Shooting mit der LVZ (Bild unten). Quelle: privat/Christian Modla
Leipzig

Ja, was denn nun? Fragen sich einige LVZ-Leser seit dem Erscheinen ihrer Lieblingstageszeitung am sonnigen 14. Mai 2018. Just an diesem Tag kündete das Aufmacherfoto auf der ersten Leipzig-Seite von einer Neuerung: Das Standesamt der Stadt Leipzig würde jetzt auch Trauungen in der Alten Handelsbörse anbieten, lautete die Botschaft. Immer sonnabends und stets nur einmal im Monat.

Klarstellung mit Gratulation

Bald nach Bekanntwerden der Nachricht reagierten zwei Stötteritzer auf das Foto mit den Jungvermählten Katja und Tino Göhlich vor dem imposanten Barockgebäude am Naschmarkt. Sie taten dies sehr stilvoll. „Wir möchten Katja und Tino Göhlich zu ihrer Hochzeit in der Alten Börse gratulieren. Allerdings müssen wir bemerken: Das erste Paar, welches dieses wunderschöne Haus nutzte, waren wir! Am 10. Oktober 1987 wurde dort unsere Ehe geschlossen, welche heute immer noch anhält“, schrieben Steffi und René Schwarte in einer E-Mail an die Lokalredaktion. „Mangels eines eigenen Autos fuhren wir mit einem Taxi zu unserer Trauung, aber der Taxifahrer wollte uns nicht fahren, weil er meinte, dass dort keine Hochzeiten stattfinden. Es kostete uns einige Überzeugungsarbeit, ehe er uns doch noch dort hinfuhr. Zum Glück für uns!“, heißt es in der Mail der 50-jährigen Steffi und des 53-jährigen René Schwarte weiter. „Ein Mitarbeiter des damaligen Senders Leipzig führte sogar ein Interview mit uns. Wir haben immer noch die Einleitung des Radiosenders im Kopf: ,Wie gesprächig ist ein Brautpaar, nachdem es sich das Ja-Wort gegeben hat? Nach der nächsten Musik werden sie es erfahren.‘ Leider ist uns die Tonbandaufnahme abhandengekommen.“

Nutzung bis nach der Wende

Sodann klären die Schwartes in ihrem digitalen Schreiben darüber auf, dass die Börse seit jenem 10. Oktober 1987 „regelmäßig samstags und darüber hinaus an besonderen Tagen (zum Beispiel am 8.8.88) von der Stadt als Hochzeitshaus genutzt wurde – wahrscheinlich bis 1990.“

Wiederbelebung eines Angebots

Mit dieser Annahme trifft das Premieren-Paar voll ins Schwarze. Laut Leipzigs Standesamtsleiter Uwe Bernhardt haben in dem alten Versammlungsgebäude der einstigen messestädtischen Kaufmannschaft tatsächlich schon zu DDR-Zeiten Eheschließungen stattgefunden. Wie lange dieser Trend nach der Wende anhielt, vermag der Amtschef auf Anhieb nicht zu sagen. Fest steht: „Wir lassen dieses Angebot jetzt wieder aufleben. Oder anders gesagt: Wir geben den Leipzigern die kommunale Immobilie quasi wieder zurück.“

Steffi und René Schwarte dürfte es freuen – wenngleich sie die Offerte vermutlich nicht noch einmal nutzen werden.

Von Dominic Welters

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