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Lokales Die Sehnsucht nach Vollkommenheit
Leipzig Lokales Die Sehnsucht nach Vollkommenheit
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18:48 08.02.2018
Der Tröndlinring in Leipzig, die Rue de Brest in Lyon – zu sehen in einer Ausstellung in den Promenaden im Hauptbahnhof.  Quelle: Fotos: Jörg Dietrich
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Leipzig

 Seine ungewöhnlichen Perspektiven sind in Leipzig nicht unbekannt: Vor gut drei Jahren zeigte Jörg Dietrich (39) eine 30 Meter lange Ansicht des Promenadenringes im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek. Nun hat der Fotograf seinen neuesten Coup gelandet: „Die Straßen Lyons | Les rues de Leipzig“ ist die Sonderschau überschrieben, die gestern offiziell in den Promenaden des Hauptbahnhofs eröffnet wurde. Gezeigt werden 14 deutsch-französische Partnerstädte in kompletten Straßenzügen. Die kann der Betrachter normalerweise von einem Punkt aus nicht sehen. Doch aufwändige Montagen machen es möglich. Dabei liegt der Fokus natürlich auf der Städtepartnerschaft Leipzig-Lyon.

Die Schau wirft einen facettenreichen Blick auf die Baukultur beider Länder, dem Streben der Architekten nach Vollkommenheit, und macht so deutlich, wie sehr sie sich die Kulturen ähneln. „Eine großartige Ausstellung“, lobt Harald Langenfeld, der Französische Honorarkonsul. „In einer Zeit, wo viele fragen, warum wir Europa brauchen, ist es wichtig, diese Gemeinsamkeiten zu zeigen.“ Die Ausstellung ist ein Beitrag zum europäischen Kulturerbejahr 2018. „Und sie passt zu einem touristischen Ort wie dem Hauptbahnhof“, sagt Thomas Oehme, Manager der Promenaden.

Den perfekten Blick auf die Straßenzüge gibt es sicherlich nicht. Dietrich versucht ihn aber mit seiner Panorama-Streetline-Kunst so nah wie möglich zu kommen. Die Idee zum aktuellen Projekt entwickelte er mit dem Leipziger Institut français. So wurde eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um es zu finanzieren. Woran liegt der Reiz? „Leipzig kenne ich ja eigentlich. Doch ich entdecke meine Stadt immer wieder neu“, erzählt Dietrich. „Man hat auch ein Bild von Städten wie Paris im Kopf, sieht aber jedes Mal neue Perspektiven.“ Die Arbeit am Rechner wiederum könne „super nervig“ sein. „Aber es macht Spaß zu erleben, wie sich so ein Bild zusammensetzt und eine neue Ansicht zum ersten Mal Form annimmt.“ Bei der Ausstellung sind auch Bilder von Victor Lavilla (Paris, Bordeaux) sowie seines Vaters Uwe Dietrich eingeflossen. Und natürlich steht hinter dem Fotografen ein Team. „Wir haben eine verdammt kreative Szene in Leipzig“, so Oehme. Dietrich plant nun eine Schau in Hamburg, aber auch in Marseille und Lyon gibt es Interesse.

Geöffnet ist bis 2. März, der Eintritt ist frei.

Von Mathias Orbeck

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