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"Die Weder-Noch-Lösung": Reaktionen auf neue Entwicklungen zum Thema Einheitsdenkmal

"Die Weder-Noch-Lösung": Reaktionen auf neue Entwicklungen zum Thema Einheitsdenkmal

Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst bekräftigte das Stadtoberhaupt, "an dem langfristigen Ziel" festzuhalten, "dass in Leipzig ein Freiheits- und Einheitsdenkmal neben dem Denkmal in Berlin errichtet werden sollte".

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(Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Ursprüngliche Pläne hatten vorgesehen, das Denkmal am 9. Oktober 2014, dem 25. Jahrestag der entscheidenden Leipziger Montagsdemonstration im Herbst 1989, der Öffentlichkeit zu übergeben. Jedoch werde das aktuelle Verfahren beendet, "sofern der Stadtrat es so beschließt, und danach sieht es im Moment aus", sagte Jung.

Wie berichtet, werden die Ratsdamen und -herren über den Antrag der Bündnisgrünen, Sozial- und Christdemokraten am Mittwoch befinden. Da die drei Fraktionen zusammen über eine deutliche Mehrheit verfügen, dürfte das Ende für das laufende Wettbewerbsverfahren gekommen sein.

"Wir wünschen uns einen neuen, breiten Beteiligungsprozess und eine stärkere Akzeptanz des dann hoffentlich entstehenden Ergebnisses", betonte OBM Jung. Er sei "froh, dass wir jetzt einen Punkt setzen können" - und zugleich "ganz fest entschlossen, dass wir diese einmalige Chance nicht vorbeigehen lassen dürfen, ein solches Denkmal in Leipzig zu errichten".

Auf den Vorstoß der politischen Konkurrenz im Stadtrat haben die Linken am gestrigen Freitag mit einem Seitenhieb reagiert. "Wir begrüßen, dass nunmehr auch bei den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der CDU die Einsicht über das in eine Sackgasse geratene Verfahren zum Freiheits- und Einheitsdenkmal gereift ist. Wir unterstützen daher deren Forderung nach dessen Einstellung ausdrücklich", teilten Linken-Fraktionschef Sören Pellmann und dessen Stellvertreterin Skadi Jennicke mit. Man setze sich ebenfalls für "eine angemessene Würdigung" des von den Leipziger Bürgern initiierten friedlichen Umbruchs in der DDR ein. "Eine solche Würdigung setzt aber auch deren breite Einbeziehung voraus." Der Redlichkeit halber müsse daran erinnert werden, dass ein solches Anliegen durch die Fraktion Die Linke "bereits mit der Ratsversammlung vom 19. März diesen Jahres ins Verfahren gebracht worden ist". Eine positive Votierung sei bislang jedoch durch Grüne, SPD und CDU verschleppt worden. "Wir hoffen nunmehr, dass mit der Abstimmung am 16. Juli der Weg für ein neues Verfahren unter breiter Einbeziehung der Bürger freigemacht wird", so Pellmann und Jennicke weiter.

LVZ-Abonnenten nahmen die neue Entwicklung mit Erleichterung zur Kenntnis, meldeten am Lesertelefon aber auch grundsätzliche Bedenken an. So Rüdiger Speck aus Neustadt-Neuschönefeld: "Endlich hat der Stadtrat begriffen, dass die Mehrheit der Leipziger kein Einheitsdenkmal will." Nun hoffe er, dass auch die Zusatzbezeichnung "Platz der Friedlichen Revolution" für den Wilhelm-Leuschner-Platz gestrichen werde, "der mit den Ereignissen seinerzeit doch gar nichts zu tun hatte". Renate Gloe aus dem Leipziger Nordwesten pflichtete Speck bei: "Das Geld fürs Einheitsdenkmal sollte lieber in die Arbeit mit Jugendlichen, alten und behinderten Menschen oder in die Bildung gesteckt werden."

Das Denkmal, das noch gar nicht steht, beschäftigte bereits die Justiz. Die Architektengruppe M+M aus München und Annabau aus Berlin, die den zunächst erstplatzierten Entwurf "Siebzigtausend" konzipiert hatte, war vors Oberlandesgericht gezogen, um ihre Idee zu retten. Zuvor hatte ein Begutachtergremium, nicht identisch mit der Preisjury, den ursprünglichen Siegerentwurf in einer weiteren Wettbewerbsphase auf Rang drei zurückgestuft. Wie schon bei "Siebzigtausend" hagelte es aber auch beim neuen Favoriten "Keine Gewalt - Herbstgarten" Kritik. Nun also die Weder-Noch-Lösung - sofern der Stadtrat es so will. Er wollte allerdings im Mai 2011 auch den Leuschnerplatz als Denkmal-Standort ...

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2014

Katharina Rögner, Dominic Welt

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