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Lokales Die neue XL: Erste Straßenbahn vom Typ Tramino in Leipzig angekommen
Leipzig Lokales Die neue XL: Erste Straßenbahn vom Typ Tramino in Leipzig angekommen
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10:17 09.02.2017
Um 6.33 Uhr fuhr der Schwertransport mit dem Prototypen der neuen Leipziger Straßenbahn auf den Hof des Technischen Zentrums der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in Leipzig-Heiterblick. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Neue ist da: Flankiert von Blaulicht, Musik und Applaus von Hunderten Schaulustigen ist am Mittwochmorgen der erste Prototyp für Leipzigs neue Straßenbahnen in der Messestadt eingetroffen. Um 6.33 Uhr rollte ein aus dem polnischen Bolechowo (bei Poznań) kommender Schwerlasttransport auf das Gelände des Technischen Zentrums in Heiterblick, brachte nach 400 Kilometern Fahrt den ersten von letztlich 41 anvisierten neuen Zügen des Typs Tramino in die Messestadt. Bis 2020 sollen die Bahnen unter dem Titel "XL" alle alten Tatra-Bahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ersetzen, heißt es.

Die knapp 38 Meter lange, 2,30 Meter breite und angeblich bis zu 220 Personen Platz bietende erste Tramino-Bahn für Leipzig ist noch komplett mit schwarz-weißer Tarn-Folie beklebt, wurde am Mittwochmorgen unter den neugierigen Blicken von Experten, LVV-Führungsgremien und Stadträten aller Fraktionen abgeladen. Gegen 8.30 Uhr folgte dann der erste Funktionstest: Die Neue fuhr aus eigener Kraft einige Meter aus den LVB-Betriebshallen heraus – ihre ersten Meter auf Leipziger Boden.

Prototyp fährt ab Februar durch Leipzig

Nach weiteren technischen Prüfungen soll der Prototyp in etwa acht Wochen feierlich präsentiert werden und anschießend für Testfahrten auch über das Leipziger Schienennetz rollen können. Allerdings wird die Neue dabei weiterhin nur als beklebter "Erlkönig" zu sehen sein – mindestens sechs Monate lang.

Leipzigs neue XL-Bahn

Alle Informationen in unserem Special

Im Laufe des kommenden Jahres gesellen sich zum ersten Prototyp bereits 13 weitere Bahnen, die bei erfolgreichem Test sukzessiv in den Linienbetrieb übernommen werden sollen.

"Mit der Anlieferung erreichen wir einen zentralen Projektmeilenstein der Investitionsoffensive der Leipziger Verkehrsbetriebe. Für die wachsende Stadt wollen wir damit den öffentlichen Personennahverkehr noch attraktiver machen. Wir sind froh, dass uns der Freistaat mit einer 50 %-Förderung unterstützt", erklärte LVB-Technikchef Ronald Juhrs.

Die erste von 41 neuen Leipziger Straßenbahnen ist am Mittwochmorgen in Leipzig eingetroffen. Flankiert von Hunderten Schaulustigen, mehreren Stadträten und der LVB-Führungsspitze wird das schwere Gerät derzeit im Technischen Zentrum in Heiterblick abgeladen.

Die LVB wollen insgesamt 120 Millionen Euro in ihre 41 neuen Bahnen investieren. Mit der Vertragsunterzeichnung wurden verbindlich fünf Fahrzeuge bestellt, für weitere 36 bestehen Optionen. "Wir freuen uns auf die bequemen und modernen Fahrzeuge für die Menschen in Leipzig. Von Solaris werden wir das beste Fahrzeug zum besten Preis unsere Stadt erhalten", so LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg.

14 neue LVB-Busse mit neuer Platzaufteilung

Ebenfalls neu im Fuhrpark der LVB sind sechs Busse vom Typ Urbino. Die 18 Meter langen Solaris-Gefährte aus Bolechowo ähneln den bisherigen Bussen der Verkehrsbetriebe, haben aber eine komplett neue Raumaufteilung im Inneren für bis zu 150 Fahrgäste. Unter anderem soll so mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle entstehen, heiß es. Im kommenden Jahr werden insgesamt 14 der neuen, und in Fachmagazinen als "Bus des Jahres 2017" gepriesenen Fahrzeuge in den Leipziger Regelverkehr aufgenommen.

Der polnische Hersteller wurde 1994 als Neoplan-Lizenznehmer gegründet und trägt seit 2001 den Namen Solaris Bus & Coach. Die Firma mit wird vom ehemaligen Daimler-Strategen Andreas Strecker geführt und beschäftigt aktuell 2400 Mitarbeiter am Hauptsitz im Dörfchen Bolechowo, sowie in zwei Werken in Środa Wielkopolska und in einem in Poznań.

Zu Beginn seiner Firmengeschichte fertigte Solaris vor allem verschiedenste Arten von Busse, seit 2006 stehen aber auch Straßenbahnen auf der Produktliste. Ein Großteil der Gefährte geht anschließend nach Deutschland, aber auch nach Bulgarien, Tschechien und Italien. Neben den Leipziger Verkehrsbetrieben haben auch die Jenaer und Braunschweiger Solaris-Straßenbahnen vom Typ Tramino bestellt.

Andreas Tappert / Matthias Puppe

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