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Lokales Die pflanzliche Gefahr
Leipzig Lokales Die pflanzliche Gefahr
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Naschen vom Strauch im unbeobachteten Moment: Das Mädchen auf dem Foto hat Glück - sie stibitzt sich eine Himbeere. Quelle: Barmenia
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Leipzig

Manch Gewächs erweise sich hingegen als ernsthaftere Bedrohung, so der Krankenversicherungsexperte, zugleich Bezirkschef der Barmenia Leipzig. Auch in hiesigen Gefilden gebe es zig Pflanzen, die schwere Vergiftungen auslösen könnten.

 Dazu gehört eine immer beliebtere Gartenzierde, die Hortensie. In Wald und Flur sind es etwa Märzenbecher, Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Auch Leipzigs Auwaldpflanze 2015, die Wasser-Schwertlilie, ist in Wahrheit ein regelrechter "Giftpilz". Und selbst Gänseblümchen, Butterblume oder das wild rankende Efeu kommen laut Förster nicht gänzlich harmlos daher. Kleinkindern, die bekanntlich alles in den Mund stopfen, könnte nach dem Genuss einer größeren Portion davon übel werden. Durchfall und Erbrechen sind möglich, dem mit viel Flüssigkeit aber beizukommen sei. "Im Leipziger Auwald fühlen sich aber auch Pflanzen wohl, die bereits in kleinen Mengen lebensbedrohliche Symptome auslösen können - Hautreizungen, Erbrechen bis hin zur Nierenschädigung. Dazu zählen Buschwindröschen, Gefleckter Aronstab und Riesen-Bärenklau", so Förster.

 Allein von 2004 bis 2013 seien über 5000 Anrufe zu Vergiftungen im Kindesalter im Gemeinsamen Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Erfurt (GGIZ Erfurt) eingegangen. "Und in 20 Prozent der Fälle waren Pflanzen die Ursache", weiß der Leipziger Versicherungschef zu erzählen. Wenn Kinder Blüten oder Knospen bereits im Mund haben, helfe freilich ausspucken, dann etwas Tee oder Saft trinken. "Für eine optimale Behandlung ist es aber wichtig, die Pflanze genau zu bestimmen", so Förster. Dabei könne das GGIZ helfen. Der Giftnotruf sei gratis, Eltern könnten sich da über die Art der Pflanze Infos holen. Diese Notfallberatung werde zudem von Fachmedizinern betreut, stehe rund um die Uhr unter der 0361 730730 zur Verfügung. Ein klares Rezept hat Förster aber auch noch selbst: "Es ist nötig, dass Eltern mit Kindern über die Gefahr giftiger Pflanzen sprechen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2015
Raulien, Angelika

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