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Lokales Die schlimmsten Buckelpisten im Leipziger Norden und Osten
Leipzig Lokales Die schlimmsten Buckelpisten im Leipziger Norden und Osten
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17:09 04.04.2018
Die Fritz-Seger-Straße ist nur eine von vielen maroden Nebenstraßen im Norden der Stadt. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Loch an Loch – viele Fahrbahnen in Leipzig befinden sich in marodem Zustand. Die LVZ stellt in einer dreiteiligen Serie 25 der schlimmsten Nebenstraßen vor. Nach den Buckelpisten im Zentrum stehen heute die kaputten Straßen im Norden und Osten der Messestadt im Fokus. Auch viele Hauptstraßen, wie die Engelsdorfer Straße, Riebeckstraße oder Landsberger Straße, warten dort dringend auf eine Sanierung.

Aus den insgesamt mehr als 200 Leser-Vorschlägen hat die LVZ neun Routen im Norden und Osten ausgewählt und der Stadt vorgelegt. Hier lesen Sie, was das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) zum Zustand der Straßen und zur Notwendigkeit von Reparaturen und Sanierungen sagt. Am Donnerstag sind im dritten Teil der LVZ-Serie die Schlagloch-Pisten im Süden und Westen der Stadt dran.

1. Am Eulengraben (Liebertwolkwitz)

So schlimm sah es im vergangenen Sommer Am Eulengraben aus. Inzwischen hat die Stadt Reparaturen durchführen lassen. Quelle: Ralph Scholz

Von Kratern übersät war die schmale Gasse am südöstlichen Stadtrand im vergangenen Sommer. „Die Schlaglöcher sind zum Teil so tief, dass man, wenn man nicht höllisch aufpasst, mit dem Auto aufsitzt“, schrieb Leser Ralph Scholz der LVZ per Mail. Inzwischen hat sich die Lage etwas verbessert. Im Dezember ließ das Tiefbauamt eine punktuelle Reparatur an der Bitumenschicht durchführen. Christoph Bock, Abteilungsleiter für Straßenbau und -unterhaltung, räumt jedoch ein, dass Instandsetzungsmaßnahmen hier nicht von langanhaltender Natur seien. Notwendig sei ein grundhafter Ausbau inklusive einer Straßenentwässerung. Diese fehlt bislang ebenso wie das Geld für eine Sanierung. „Auftretende Gefahrstellen werden bei Erfordernis punktuell beseitigt“, so Bock.

2. Berthastraße (Mockau)

Von sechs Lesern wurde die Straße neben der Freien Walldorfschule als schlimmste Buckelpiste Leipzigs eingereicht. „Meine Verwandten möchten am liebsten das Auto tragen, wenn sie uns abholen“, schreibt Hans Munkelt, der wie viele seiner Nachbarn von einem Pflegedienst betreut wird. „Zu DDR-Zeiten munkelte man, das alte Kopfsteinpflaster würde ‚in den Westen‘ verkauft für historische Innenstädte. Leider haben sie das Pflaster der Berthastraße vergessen“, spottet der Senior aus Mockau. Im Rathaus wird die Lage weniger kritisch gesehen. Die Oberflächenbefestigung aus Wildpflaster weise zwar „Unebenheiten“, aber keine „Gefahrstellen“ auf, so Christoph Bock. Um den Zustand dauerhaft zu verbessern, sei ein Neubau der Straße notwendig. Geplant ist dieser auf absehbare Zeit nicht.

3. Böttgerstraße (Paunsdorf)

Hier reihe sich „Loch an Loch, ganz zu schweigen von den Gehwegen, die eine einzige Buckelpiste sind“, schimpfte ein Leser auf Facebook über den Zustand der Böttgerstraße in Paunsdorf. Sie sei völlig „überaltert“ und verschlissen, räumt auch das Tiefbauamt ein. „Die Fahrbahndecke besitzt Unebenheiten und kleinere Schadstellen. Dennoch ist die Straße bei der ohnehin im Straßenverkehr gebotenen Aufmerksamkeit gefahrlos nutzbar“, so Christoph Bock. Da auch hier das Geld für eine Sanierung fehlt, bleibt es bis auf Weiteres – so wie im vergangenen Jahr – bei punktuellen Instandsetzungen.

4. Breslauer Straße (Stötteritz)

Schäden und Unebenheiten am Pflaster der Breslauer Straße. Quelle: Dirk Knofe

Zwischen Holzhäuser Straße und Naunhofer Straße gilt bereits Tempo 30, „doch so schnell kann man gar nicht fahren“, berichtet Georg Witzke. Instandsetzungen halten meist nicht lange. „Hier hilft nur eine komplette Reparatur“, meint der Leser. Die Breslauer Straße befahren laut Stadt zwischen 750 und 1150 Fahrzeuge täglich, davon auch etliche Lastwagen. In den letzten beiden Jahren seien bereits diverse Reparaturen durchgeführt worden, zählt Christoph Bock auf, so zwischen der Ludolf-Colditz-Straße und dem Egon-Erwin-Kisch-Weg. Zwischen Ludolf-Colditz- und der Ferdinand-Jost-Straße sieht die Stadt aktuell kein Handlungsbedarf. Anders sieht es im nördlichen Bereich bis zur Weißestraße aus. „Hier befindet sich die Straße in keinem wünschenswerten Zustand. Sie weist Unebenheiten, Reparaturstellen und Aufgrabungen auf“, so Bock. „Der Abschnitt von der Weißestraße bis zur Papiermühlstraße, in dem sich auch noch Gleisanlagen befinden, ist sicherlich auch in keinem guten, aber in einem besseren baulichen Zustand.“ Auch hier bleibt jedoch vorerst alles beim Alten. Für eine notwendige Sanierung gibt es derzeit keine konkreten Pläne.

5. Fritz-Seger-Straße (Gohlis-Süd)

Zentimeterbreite Lücken im Pflaster: Für Radfahrer besteht in der Fritz-Seger-Straße .Sturzgefahr Quelle: Dirk Knofe

Herausstehende Kanaldeckel, unebenes Kopfsteinpflaster: Der Zustand der Fritz-Seger-Straße zwischen Gohliser Straße und Richterstraße ist für Jürgen Mittenzwei ein großer Aufreger. Für Radfahrer besteht aufgrund zentimeterbreiter Lücken im Pflaster und unebener Stellen Sturzgefahr. „In diesem Straßenabschnitt sind diverse Senken und Flickstellen aus Asphalt vorhanden“, räumt Christoph Bock vom Tiefbauamt ein. Aufgrund des Zustandes der Straße seien immer wieder Instandsetzungsarbeiten erforderlich – die letzte gab es im Juli 2017. Vorerst wird es dabei auch bleiben. Ein notwendiger Neubau der aus Wildpflaster bestehenden Fahrbahn ist aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht in Sicht.

6. Gottschallstraße (Gohlis-Mitte)

Leserin Barbara Krabbes hielt im vergangenen Jahr dieses Schlagloch in der Gottschallstraße fest. Quelle: Barbara Krabbes

Ein kratertiefes Schlagloch hat Barbara Krabbes im letzten Sommer fotografiert. „In dieser Straße gibt es eine Vielzahl weiterer Löcher von bis zu 15 Zentimeter Tiefe, wenn auch nicht dieser Größe“, so die Leipzigerin. „Aufgrund ihres extremen Krümmungsprofils und ihrer etwa 40 Zentimeter (!) hohen Borde sowie ihres wahrlichen Buckelpistencharakters bedarf die Straße zwischen Virchow- und Kleiststraße dringlichst einer grundhaften Sanierung“, fordert auch Leser Hans-Dieter Wenzel. Im Tiefbauamt sieht man das ähnlich: Die Bitumen-Deckschicht zwischen der Krokerstraße und der Geibelstraße müsste grundhaft ausgebaut werden, um den Zustand dauerhaft zu verbessern – nur fehlt auch hierfür aktuell das Budget. Zuletzt rückten nach Angaben von Christoph Bock im September 2017 die Bauleute an, um Schadstellen zu beseitigen. Bei solchen kosmetischen Reparaturen wird es vorerst auch bleiben.

7. Gottscheinaer Weg (Plaußig-Portitz)

Die Straßenschäden im Gottscheinaer Weg, mit Pfeilen dokumentiert von Leser Thomas Kahle. Quelle: Thomas Kahle

Hunderte Autos rollen täglich über diese Schotterpiste – sie ist der einzige Anfahrtsweg zur Grundschule im Ortsteil Portitz. „Außer dass in der Vergangenheit die größten Schlaglöcher ausgebessert wurden, gab es in den letzten Jahren keinerlei Erhaltungsmaßnahmen“, berichtet Leser Thomas Kahle. „Auch wird die Straßendecke immer dünner, so dass an etlichen Stellen der Unterbau schon zu sehen ist.“ Besserung würde nur ein grundhafter Ausbau bringen, aber dafür fehlt der Stadt das Geld, so Christoph Bock. Es bleibe vorerst bei „Schlaglochflickung“, zuletzt erfolgte diese im September. Anwohner wie Thomas Kahle stellt das nicht zufrieden, auch aufgrund des Lkw-Lieferverkehrs. „Für solch eine Belastung wurde die Straße sicher nicht gebaut“, ist er überzeugt.

8. Lutherstraße (Neustadt-Neuschönefeld)

Auch die Lutherstraße ist wie viele Leipziger Nebenstraßen eine Buckelpiste, die komplett aus Kopfsteinpflaster besteht. „Würde mich sehr interessieren wann hier mal saniert wird“, fragte Sven Tasnadi in einer Mail an die LVZ. Die Antwort der Stadt dürfte Anwohner wenig erfreuen. „Aus Sicht des Verkehrs- und Tiefbauamtes besteht gegenwärtig kein Handlungsbedarf“, teilt Christoph Bock mit. Die Lutherstraße befinde sich für eine Pflasterstraße sogar noch in einem „relativ guten Zustand“. Sie weise lediglich geringfügige Unebenheiten auf, so dass „nicht in jedem Fall der gewünschte Nutzungskomfort“ vorhanden sei. Mit dieser Holperstraße müssen Anwohner also weiter leben.

9. Peilickestraße (Anger-Crottendorf)

In der Peilickestraße bröselt an vielen Stellen der Asphalt. Quelle: Dirk Knofe

Pflastersteinen mit Unebenheiten, in denen sich bei Regen große Pfützen bilden, dazu ein teilweise maroder Zustand der Bürgersteinränder und Gullys – für Rainer von Bergen ist die Peilickestraße in Anger-Crottendorf ein echtes Ärgernis. Die Stadt weiß um den schlechten Zustand. Insbesondere zwischen Gregor-Fuchs-Straße und Trinitatisstraße sei die Asphaltdecke altersbedingt verschlissen. „Zudem weist die Pflasterdecke diverse Schadstellen und Unebenheiten auf“, so Christoph Bock. „Aufgrund des Zustandes und der Bauweise wäre für eine Zustandsverbesserung ein grundhafter Ausbau erforderlich. Dieser ist gegenwärtig jedoch nicht vorgesehen.“

Von Robert Nößler

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