Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Diese Straßen will Leipzig bis 2020 sanieren – Stabilität von fünf Brücken akut gefährdet
Leipzig Lokales Diese Straßen will Leipzig bis 2020 sanieren – Stabilität von fünf Brücken akut gefährdet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 15.08.2013
Wie hier in der Leipziger Georg-Schumann-Straße warnen überall in der Stadt Schilder vor dem schlechten Zustand der Straßen. Quelle: Regina Katzer
Anzeige
Leipzig

Darin werden geplante Bauzeiten und Kosten für Schwerpunkt-Projekte wie Könneritzstraße oder Georg-Schumann-Straße aufgelistet – und teils erschreckende Schäden konstatiert. Fünf Brücken im Stadtgebiet sind so marode, dass deren Stabilität akut gefährdet ist.

In den kurz „Mittelfristprogramm 2020“ genannten Planungen räumt das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) der Erneuerung der bestehenden Straßen deutlich mehr Priorität ein als bisher. Der strategische Ausbau von Leipzigs Verkehrswegen tritt dagegen in den Hintergrund. „Die vorhandenen Anlagen entsprechen teilweise nicht den Anforderungen an moderne Verkehrsanlagen und müssen deshalb komplettiert werden. Außerdem unterliegen die Straßen und Brücken einem Verschleiß, der nicht nur mit Unterhaltungsmitteln zu beheben ist", so Amtsleiterin Edeltraut Höfer gegenüber LVZ-Online.

Leipzig. Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat eine stärkere Entlastung der klammen Kommunen durch den Bund gefordert. „Vor allem die kommunale Infrastruktur braucht dringend eine Frischzellenkur“, sagte Jung, der auch Vizepräsident des Deutschen Städtetages ist. Die Kommunen hätten Investitionsstaus, die sie alleine nicht mehr stemmen könnten. Das betreffe marode Straßen, den Schulbau, Brückenerneuerungen oder Wassernetze. „Wir brauchen dringend Hilfe“, sagte Jung.

Die Behörde will den Problemen auf altem Belag nun mit grundhafter Sanierung begegnen. Vor der Erstellung des „Mittelfristprogramms 2020“ wurden Leipzigs Straßen und Brücken auf Schäden untersucht und entsprechende Dringlichkeitspunkte vergeben. Weitere Punkte gab es unter anderem für die Belastung durch den Verkehr und die Bedeutung der Straßen innerhalb des Verkehrsnetzes. Anhand der Summe entstand dann eine

190 Straßennamen umfassende Prioritätenliste

.

Schwere Schäden: Fünf Brücken akut gefährdet

Die Könneritzstraße steht in der Prioritätenliste der Stadt weit oben. Quelle: Regina Katzer

Angeführt wird die nach Dringlichkeit geordnete Aufstellung nun gemeinsam von Georg-Schumann- und Wurzener Straße, dicht gefolgt von Könneritz- und Georg-Schwarz-Straße. Kaum Aussicht auf baldige Investitionen haben dagegen wohl die Schulze-Delitzsch-Straße und die Rosa-Luxemburg-Straße, beide Verkehrswege stehen am unteren Ende der Liste.

Darüber hinaus begutachteten die Experten auch

339 Leipziger Brücken und stellten dringenden Handlungsbedarf

fest. Alarmierendes Ergebnis: Bei fünf Überführungen ist die Standfestigkeit nicht mehr gegeben. Dazu gehören neben der Plagwitzer Brücke auf der Karl-Heine-Straße die Brücken in der Landsberger Straße, der Straße des 18. Oktober, der Theodor-Neubauer-Straße und auf dem Peterssteg. Bislang sind alle Brücken befahrbar - eine Sperrung ist laut Stadtverwaltung nicht geplant. Weitere 65 Überführungen wurden als zumindest erheblich beeinträchtigt beanstandet.

53 Straßenabschnitte im Sanierungs-Fokus – jährlich 16,5 Millionen Euro

Insgesamt 53 Einzelmaßnahmen auf Straßen und Brücken will das Verkehrs- und Tiefbauamt auf Grundlage dessen bis 2020 in Angriff nehmen. Dafür seien jährlich 16,5 Millionen Euro aus der Stadtkasse notwendig, hieß es. Weitere Gelder müssen aus Fördertöpfen akquiriert werden.

Zehn der genannten Bauprojekte laufen bereits

, weitere 22 sind laut Amt zumindest schon in Teilen durch entsprechende Haushaltspläne finanziert. Dazu gehören beispielsweise der Abschluss des Großbauprojekts auf der Lützner Straße, die Sanierung der Karl-Liebknecht-Straße und der Wurzner Straße sowie der Neubau der Bornaischen Brücke.

Auch die vielfach geforderte Erneuerung der Könneritzstraße befindet sich laut Programm bereits im grünen finanziellen Bereich. Zusammen mit der Kurt-Eisner-Straße, der Liebigstraße und der S78 in Holzhausen ist die Schleußiger „Kö“ sogar als primärer Schwerpunkt der Aufwendungen genannt. Während in Holzhausen und auf der Liebigstraße bereits in diesem Jahr begonnen wird, rollen die Bagger in Schleußig und auf der Kurt-Eisner-Straße allerdings frühestens 2015.

Adler, Prager Straße und Riebeckstraße nicht vor 2017 dran

Ab 2017 plant das Verkehrs- und Tiefbauamt

dann unter anderem die Sanierung von Engelsdorfer Straße, Goethesteig, Dresdner Straße, Dieskaustraße und des westlichen Teils der Prager Straße. Ein Jahr später sollen die Bagger am Adler sowie an den problematischen Stellen in der Merseburger Straße, Kohlgartenstraße, Käthe-Kollwitz-Straße und in der Riebeckstraße auffahren. Die Finanzierung aller nach 2017 geplanten Bauarbeiten ist allerdings aufgrund bisher fehlender Haushaltsbeschlüsse noch unsicher.

Am 18. September stehen die Pläne des Verkehrs- und Tiefbauamtes in der Ratsversammlung zur Diskussion. VTA-Leiterin Edeltraut Höfer hofft auf ein positives Voting der Stadträte, macht sich aber auch auf mögliche Änderungsanträge gefasst: "Ich denke, der Stadtrat ist an einem ausgewogenen Mittelfristprogramm interessiert, ob und was für Änderungs- oder Ergänzungsanträge gestellt werden und wie die Finanzierung dann wäre, muss dann geprüft werden."

Matthias Puppe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bauzaun steht: Am Donnerstagvormittag hat die Sanierung des Mendebrunnens am Leipziger Augustusplatz begonnen. Der Granit-Obelisk und die untere Brunnenschale werden vor Ort repariert.

15.08.2013

Ab Sonntag sind die ersten der lang erwarteten neuen Talent-2-Züge im regulären Linienbetrieb unterwegs - Monate vor der eigentlichen Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes Mitte Dezember.

17.07.2015

LVZ-Leser Dieter Schmiers wunderte sich, als er jetzt den neuen Fußgänger-Tunnel am Hauptbahnhof besichtigte. "Ich hatte immer angenommen, dass die Eingangstreppen und Rolltreppen überdacht werden und war erstaunt, dass dies nicht der Fall ist", berichtet der Schönefelder.

15.08.2013
Anzeige