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Doktor Smartphone will vorbeugen - Leipziger Arzt geht neue Wege in der Behandlung

Doktor Smartphone will vorbeugen - Leipziger Arzt geht neue Wege in der Behandlung

Der Leipziger Internist Hans-Detlev Stahl verarztet als bislang erster seiner Zunft im Bundesgebiet Patienten über iPod und Smartphones. Eingebettet in das Präventionsprogramm "Health-Watchers", verheißt die Behandlungsmethode ein besseres Leben.

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Vertrauen der Technik: Internist Hans-Detlev Stahl (links) und Patient Mathias Schwarz.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Stahl hat sich der Präventivmedizin verschrieben.

Stahl hat sich der Präventivmedizin verschrieben. Mit "Health-Watchers" als Pilot-Programm will der 55-jährige Facharzt für Innere Medizin mobile, internetfähige Technologien nutzen, um sogenannten Volkskrankheiten vorzubeugen. "Die Rede ist von Bluthochdruck, Schlaganfällen, Herzinfarkten und Diabetes", so Stahl. Sein Ziel: "Die Gesundheitskompetenz der Patienten steigern." Die Behandlung soll dabei so simpel von der Hand gehen, wie das Tippen und Schicken von Kurznachrichten via Handy.

Die Patienten messen täglich zu Hause ihren Blutdruck und ihr Gewicht per mobilem Endgerät. Dabei hilft eine App namens Vitadock aus dem Hause Medisana. Das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Neuss hat sich auf Gesundheitsvorsorge spezialisiert und fungiert als Stahls Kooperationspartner - oder umgekehrt. Ihre Messwerte schicken die Patienten dann über eine garantiert sichere Netzverbindung an den Arzt, erteilen dem Mediziner eine Freigabe und der speist die klinischen Parameter dann in die elektronische Krankenakte ein. "Der Patient hat selbst die Kontrolle über seine Vital-Daten", meint Stahl.

Angelegt ist das Programm inklusive Eigenmessungen auf ein Jahr, richtet sich vor allem an "bewegungsarme Patienten, die auch übergewichtig sind", sagt Stahl - und demnach an eine Zielgruppe, die einem höheren Risiko ausgesetzt ist, unter besagten Volkskrankheiten zu leiden. Zudem wird erwartet, dass die Teilnehmer zweimal pro Woche unter Anleitung eines Sportwissenschaftlers ihre Ausdauer trainieren. "Bewegung wirkt wie ein Medikament", erklärt Stahl, "das motiviert." 15 Patienten im Alter zwischen 35 und 50 Jahren betreut der Arzt derzeit über "Health-Watchers". Allesamt Selbstzahler, da die Krankenkassen das Programm noch nicht vollständig übernehmen wollen. Kostenpunkt: 900 Euro für ein Jahr. Hinzu kommen fünf Euro pro Monat Miete für ein Smartphone, wer keines besitzt. Stahl zufolge ist der Testlauf sein Geld wert: "Die Patienten werden sich im Lauf des Programms besser fühlen." Sein lebender Beweis dafür: Mathias Schwarz.

Der 37-jährige Bankkaufmann aus Leipzig nimmt seit Mitte 2012 an dem Programm teil. "Der Anfang war schwer", erinnert sich Schwarz - im eigentlichen Sinn seiner Worte. Über 100 Kilogramm brachte er auf die Waage, hatte mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Dank Doktor Smartphone habe sich das geändert, er vier Kilo in Rekordzeit abgenommen und sein Blutdruck sich stabilisiert, schwärmt Schwarz. Seine Vital-Daten schickt er via Mobiltelefon einmal pro Woche an seinen Hausarzt, was "einwandfrei funktioniert", so der Banker. "Meine gefühlte Lebensqualität ist deutlich besser", sagt Schwarz. Felix Kretz

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.04.2013

Kretz, Felix

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