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Lokales Doppelt familienfreundlich: Die Leipziger Get AG
Leipzig Lokales Doppelt familienfreundlich: Die Leipziger Get AG
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00:18 13.02.2017
Sekretärin Gisela Wacker, die Vorstandsmitglieder Lars Quiring und Christian Backmann sowie Mitarbeiter Patrick Schmorde (von links nach rechts) beim gemeinsamen Gespräch in der Lobby der Get AG.   Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird zu einem immer wichtigeren Kriterium bei der Jobsuche. Die Get AG mit Sitz im Leipziger Uni-Riesen hat das erkannt und die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Sagt zumindest die Bertelsmann-Stiftung.

Die Get AG ist als Informationsdienstleister für Energieversorger und Netzbetreiber tätig. Die Bertelsmann-Stiftung hat dem Unternehmen – als erstem in Sachsen – bereits 2013 das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ verpasst. Den Stempel dürfen die Leipziger jetzt weiter führen – vorerst bis 2019.

Im Jahr 2000 gegründet ist die Firma inzwischen auf 54 Mitarbeiter angewachsen. „Wir haben auf ein ruhiges Personalwachstum geachtet, damit wir unsere gemeinschaftliche Atmosphäre nicht verlieren“, erzählt Vorstandsmitglied Lars Quiring. „Wir haben nicht bloß ein familiengerechtes Konzept erstellt, sondern unseren Angestellten einfach zugehört. Schließlich sind wir selber Eltern und Familienmenschen. „Wir kennen also die Probleme, die von Zeit zu Zeit aufkommen.“

"Familienfreundlich wird oft nur mit Kindern assoziiert"

Es gibt Betreuungszuschüsse, Bewerbungstrainings, Praktika und Unterstützung für Schulprojekte. Patrick Schmorde, Mitarbeiter im Bereich Daten- und Partnerservices und zweifacher Vater, weiß das zu schätzen. „Ich profitiere besonders von den flexiblen Arbeitszeiten. Außerdem habe ich hier bei Bedarf pro Kind 15 statt der üblichen zehn Kindkrankheitstage“, so der 35-Jährige. Das funktioniert auch in die andere Richtung: Sekretärin Gisela Wacker, deren Mutter auf Betreuung und Pflege angewiesen ist, weiß die flexiblen Arbeitszeiten ebenfalls zu schätzen, kann „auch schon mal Stunden schieben oder einfach einen Tag frei machen, wenn es denn nötig ist“. Quiring bedauert jedoch, dass in so einem Fall nicht die gleichen steuerrechtlichen Voraussetzungen wie bei der Kinderbetreuung gelten: „Familienfreundlich wird oft nur mit Kindern assoziiert – die Eltern gehören aber genauso dazu. Im Falle pflegebedürftiger Verwandtschaft müssten wir 400 Euro zuschießen, damit 200 beim Arbeitnehmer ankommen.“

Ihre Anliegen und Sorgen können die Mitarbeiter bei Personalmanagerin Cornelia Weber loswerden. „Je größer ein Unternehmen wird, desto stärker kann die Distanz zwischen Arbeitnehmern und -gebern werden“, erklärt Christian Backmann, ebenfalls Vorstandsmitglied. „Cornelia ist die Schnittstelle, die immer ein offenes Ohr hat.“ So sei unter anderem zustande gekommen, dass das Unternehmen alle zwei Wochen Besuch von einem Masseur bekommt. Wer diesen in Anspruch nimmt, muss ihn zwar selbst bezahlen, die Massagezeit wird jedoch als Arbeitszeit verrechnet.

Für Unternehmen, die nun auch anstreben, familienfreundlich zu werden, hat Quiring folgenden Rat: „Es gibt kein Patentrezept, die Maßnahmen müssen letztlich zur Firma passen. Der Startpunkt ist aber ganz simpel: Den Mitarbeitern einfach die Chance geben, sich zu äußern und ihnen zuhören.“ Das hat der Get AG nicht nur die beiden Auszeichnungen der Bertelsmann-Stiftung, sondern 2013 auch den Familienfreundlichkeitspreis der Stadt Leipzig eingebracht.

www.get-ag.com

Von Christian Neffe

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