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Dreck-weg-App: Leipzig prüft Einführung einer Smartphone-App gegen Müll in der Stadt

Dreck-weg-App: Leipzig prüft Einführung einer Smartphone-App gegen Müll in der Stadt

Umgestoßene Mülleimer, ausgeweidete Möbelstücke am Straßenrand, Tierexkremente auf dem Fußweg oder Grill-Rückstände im Park – Leipzig hat mitunter auch unschöne Seiten.

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Müll im Leipziger Clara-Zetkin-Park. (Archivfoto)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Eine Handy-App könnte künftig Abhilfe schaffen. Der Ortschaftsrat Seehausen hat eine „Dreck-weg-App“ für die Messestadt ins Gespräch gebracht, mit der jeder Leipziger Schmutz und Mief melden kann. Neu ist das Konzept nicht, denn in der Landeshauptstadt gibt es solch eine App schon seit über einem Jahr. Die Leipziger Stadtverwaltung hat trotzdem Bedenken.

Die Dresdner „Dreck-weg-App“ wurde im Rahmen eines Pilotprojekts im März 2013 eingeführt. Das kleine Programm ist kostenlos sowohl für Android als auch für Apples iOS verfügbar, dokumentiert per GPS-Erfassung Ort und Stelle des Unrats, kann auch Fotos aufnehmen und sendet die Daten dann letztlich ans zuständige Stadtbüro. Die Meldungen sind anonym, können aber auch mit persönlichen Angaben ergänzt werden – um später über die Beseitigung informiert werden zu können.

„In der Regel erfolgt die Beseitigung von geringfügigen Störungen durch die Ortsämter innerhalb von drei Arbeitstagen“, heißt es auf Anfrage aus der Dresdner Stadtverwaltung. In Einzelfällen, beispielsweise bei geltenden Anliegerpflichten, könne die Säuberung allerdings auch länger dauern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, meist hervorgerufen durch nicht aktivierte GPS-Ortung beim Dreck-Informanten, laufe das Projekt inzwischen hervorragend. Im ersten Jahr seit Einführung erreichten die Dresdner Ordnungshüter so mehr als 1.300 Meldungen über Verschmutzungen im öffentlichen Raum.

Kommune warnt vor Kosten – schon jetzt mehr als 20.000 Hinweise pro Jahr

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Impressionen der Dresdner "Dreck-weg-App".

Quelle: Screenshot LVZ

Finanziert wurden Programmierung und Aufstellung nicht von der Kommune, sondern vom Freistaat. „Die Landeshauptstadt hat lediglich die Kosten für die Schaffung der notwendigen Schnittstellen im bestehenden System zur Verarbeitung der Störungsmeldungen getragen“, so eine Sprecherin aus Dresden. Soll heißen: Die App ist auf Freistaatskosten entstanden, läuft aktuell auch auf einem Freistaat-Server, eingesandte Daten werden „nur“ an die Kommune weitergeleitet.

Dieser Umstand führt offenbar auch in der Leipziger Stadtverwaltung zu Bedenken. Denn in der Messestadt fehlt zur Finanzierung bisher solch ein Seniorpartner, wie ihn die Dresdner Kollegen haben. „Die Einrichtung einer App bedarf einer entsprechenden Programmierung und Einstellung in die entsprechenden App-Stores. Diese sind mit nicht unerheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden, die im Haushalt für 2014 und folgende nicht geplant sind“, heißt es aus Dezernat für Umwelt, Ordnung und Sport in Leipzig. Zudem müssten unter Umständen auch zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und technische Ressourcen ausgebaut werden. Die anfallenden Kosten ließen sich aus rechtlichen Gründen auch nicht auf die Abfallgebühren der Messestädter draufschlagen, würden somit den ohnehin klammen Stadthaushalt belasten.

Zudem verweisen die Leipziger Verwaltungsexperten darauf, dass es bereits andere Möglichkeiten gebe, Schmutz und Unrat zu melden. Im vergangenen Jahr seien 3.800 Standorthinweise via Bürgertelefon, E-Mail, Post oder persönlichen Kontakt beim Stadtordnungsdienst eingegangen. Durch Mitarbeiter des „BürgerdienstLE“ wurden zudem weitere 20.000 Hinweise auf unsaubere Stellen an die zuständigen Ämter weitergeleitet. „Eine Vielzahl der Sachverhalte bleibt jedoch unerledigt, da hierfür entweder keine Zuständigkeit der Stadtverwaltung oder kein Rechtsverstoß bzw. Gefahrentatbestand erfüllt wird“, so die Stellungnahme aus dem Neuen Rathaus.

Trotz dieser Bedenken will die Kommune bis zum Jahresende zumindest prüfen, ob eine Einführung der „Dreck-weg-App“ auch in Leipzig möglich ist.

Matthias Puppe

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