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Drei Leipziger starten mit „Takadimi“ bundesweites Musiklehrer-Portal

Start-Up-Projekt Drei Leipziger starten mit „Takadimi“ bundesweites Musiklehrer-Portal

Gitarre, Klavier oder Schlagzeug: Wer an einer Musikschule ein Instrument erlernen will, muss häufig lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Um freiberufliche Musiklehrer zu vermitteln, haben drei Leipziger deshalb das bundesweite Online-Portal „Takadimi“ gestartet.

Die drei Takadimi-Gründer Fabian Sachsenröder (32), Robert Junge (30) und Ondrej Birkel (33, von links) in ihrem Büro in Leipzig-Lindenau.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Stadt auswählen, Instrument eingeben und los geht‘s. Wer einen privaten Musiklehrer sucht, ist mit einem neuen Online-Portal aus Leipzig davon nur wenige Klicks entfernt. Die von drei Start-Up-Unternehmern gegründete Plattform Takadimi hilft bei der Vermittlung. Schon über 250 mehr oder weniger professionelle Gitarren-, Klavier- oder Akkordeonspieler in ganz Deutschland haben sich auf der frisch gestarteten Internetseite angemeldet, die ganz offensichtlich einen riesigen Markt bedient.

„Allein in der Leipziger Musikschule Johann-Sebastian-Bach stehen derzeit etwa 1500 Schüler auf der Warteliste“, weiß Takadimi-Gründer Robert Junge. Er sieht sein Portal aber nicht in direkter Konkurrenz dazu. „Wir wollen eine Online-Musikschule sein. Der Unterricht findet aber natürlich weiter in der Offline-Welt statt“, erklärt der 30-Jährige. Lehrer erstellen auf Takadimi ein eigenes Profil – ähnlich wie auf anderen Online-Plattformen wie Airbnb oder BlaBlaCar – und geben ihre Instrumente, Musikstile und den Preis für eine Stunde an. Die Vermittlung ist gratis. Wer einen passenden Lehrer gefunden hat, kann zunächst eine kostenlose Probestunde in Anspruch nehmen.

Bereits mehr als 250 Musiklehrer haben sich auf Takadimi angemeldet.

Quelle: Screenshot

Bewertungssystem und Community geplant

„Die Chemie zum Lehrer muss stimmen“, weiß Junge, der als Klavier- und Akkordeonschüler selbst Erfahrungen vom Privatunterricht bis zur staatlichen Musikschule gemacht hat. Als Gitarrist und Pianist spielte er in Leipziger Bands wie TOY und Gammalapagos. Seit Sommer 2014 baute er das Portal mit zwei Freunden auf. Sein ehemaliger Schulkollege und Hobby-Schlagzeuger Fabian Sachsenröder (32) ist für das Webdesign zuständig, Saxofonist Ondrej Brinkel (33) für die Programmierung. Ihren Sitz hat die Mini-Firma in einem Coworking-Büro auf der Lützner Straße in Lindenau.

Ähnliche Portale gebe es zwar bereits im Netz, doch entweder seien sie für die Nutzer kostenpflichtig oder wenig komfortabel, so Gründer Junge, der an der Uni Leipzig Kulturwissenschaft und Germanistik studiert hat. „Wir wollten das Design so einfach wie möglich halten und zugleich eine Community schaffen, in der man sich austauschen kann“, erklärt der Firmenchef. So gibt es neben einem regelmäßig aktualisierten Blog auch Pläne für einen Musiklehrer-Stammtisch. In Arbeit sind auch ein Bewertungssystem sowie das Einbinden von Videos und Hörbeispielen.

Kooperation mit Musikhochschulen

Auf Takadimi – der Name wurde von einer indischen Silben-Rhythmus-Schule abgeleitet – können Schüler schon jetzt Lehrer an mehr als 60 Orten finden. „In den Großstädten decken wir bereits alle Hauptinstrumente ab“, erzählt Junge stolz. Gitarrenschüler finden in Leipzig zum Beispiel aktuell elf Angebote, acht Lehrer bieten Schlagzeugunterricht an, fünf inserieren Klavierstunden, für Blockflöte gibt es immerhin zwei. Um Dozenten zu finden, haben die Gründer auch die Studenten von Musikhochschulen kontaktiert. Mit der Leipziger Hochschule für Musik und Theater (HMT) gibt es inzwischen eine rege Kooperation.

Bislang ist Takadimi noch ein Hobbyprojekt, das die drei Gründer neben ihren Jobs betreiben. Unterstützung für die Programmierung bekamen sie vom Amt für Wirtschaftsförderung, das die Hälfte der Kosten übernahm. Ansonsten steckt in dem Projekt vor allem viel Pioniergeist. Perspektivisch will das Trio mit dem Onliner-Projekt aber Geld verdienen, möglichst ohne dabei die Fehler anderer großer Plattformen zu wiederholen und Nutzer zu vergraulen. Denkbar seien Premium-Accounts für Lehrer mit hilfreichen Tools zur Unterrichtsplanung oder Partnerschaften mit Instrumenten-Herstellern und Musikverlagen, meint Junge. „Das steht aber erstmal hintenan“, betont der Leipziger.

https://takadimi.de

Von Robert Nößler

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