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Lokales Drogenabhängiger aus Leipzig muss nach Überfall auf Rentnerin hinter Gitter
Leipzig Lokales Drogenabhängiger aus Leipzig muss nach Überfall auf Rentnerin hinter Gitter
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00:29 16.11.2015
Das Landgericht verhängte nach dem Raubüberfall eine mehrjährige Haftstrafe. Quelle: Kempner
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Leipzig

Nach einem brutalen Überfall auf eine Seniorin in der Friedrich-Ebert-Straße muss der Täter hinter Gitter. Die 6. Strafkammer des Landgerichts verurteilte Tom-Andreas B. (23) unter anderem wegen besonders schweren räuberischen Diebstahls, Nötigung und unerlaubten Führens einer Schusswaffe zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren.

Das Gericht sah die Tatvorwürfe als erwiesen an. Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft den ungelernten Leipziger beschuldigt, am 19. Mai dieses Jahres gegen 13.10 Uhr die aus St. Petersburg stammende Ludmila S. (66) an der Straßenbahnhaltestelle Westplatz angegriffen und mit einer Pistole sowie einem Messer bedroht zu haben. Der Täter soll der Frau ins Gesicht geschlagen haben, als diese um Hilfe schrie. Während sie stürzte und sich erheblich verletzte, entriss er ihr die Handtasche. Couragierte Zeugen stoppten ihn.

Gleich zum Prozessauftakt Anfang des Monats hatte Tom-Andreas B. die Tatvorwürfe eingeräumt – ohne jedoch sich konkret daran erinnern zu können. Sein Problem: Er ist eigenen Angaben zufolge abhängig von der legalen Droge Spice, einer Kräutermischung mit synthetischen Cannabinoiden, viermal stärker als herkömmliches Cannabis.

Deshalb ordnete das Gericht in seinem Urteil gegen den Angeklagten, der zuvor schon viele Jahre Heroin und Crystal Meth konsumierte, die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Tom-Andreas B. war erst im im November 2014 nach massiven Angriffen auf seinen eigenen Vater wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt worden.

Überfallopfer Ludmila S. leidet indes noch immer unter Angstzuständen und Schlafstörungen. „Aber es war sehr wichtig für sie, dass es Leute gab, die an diesem Tag den Mut hatten, sich dem Täter entgegenzustellen“, so ihr Sohn gegenüber der LVZ. „Wir als Familie können nur allen danken, die unserer Mutter in dieser schlimmen Situation geholfen haben.“

Von Frank Döring

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