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Lokales Drohende Floßgraben-Sperrung für Boote: Stadt Leipzig prüft Umzug des Eisvogels
Leipzig Lokales Drohende Floßgraben-Sperrung für Boote: Stadt Leipzig prüft Umzug des Eisvogels
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01:00 08.04.2014
Die Stadt Leipzig prüft, die am Floßgraben ansässigen Eisvögel umzusiedeln. Quelle: dpa

Das Amt für Umweltschutz habe nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr zwei Fachgutachten beauftragt - ein ornithologisches und ein naturschutzrechtliches, sagte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) gegenüber der LVZ. Bekanntlich war der Floßgraben zur Brutzeit von Mai bis August 2013 nur an acht Stunden pro Woche nicht für den Bootsverkehr gesperrt. Aktuell würden beide Gutachten intensiv ausgewertet, zugleich vor Ort Beobachtungen angestellt, fuhr Rosenthal fort. "Wir müssen ganz konkret feststellen, ob und wie viele Eisvogelbrutpaare sich in diesem Jahr dort ansiedeln." Dies werde sich wahrscheinlich bereits in dieser Woche herausstellen. Danach wolle die Kommune gemeinsam mit dem Landratsamt Leipziger Land, zu dessen Territorium ein Teil des Grabens gehört, eine Entscheidung treffen, welches Vorgehen für 2014 sinnvoll ist.

Zugleich erklärte der Bürgermeister, die Behörden würden mit Hilfe der Gutachten jetzt "unter anderem auch" prüfen, ob sich die streng geschützten Vögel in andere Bereiche des südlichen Auenwalds umsiedeln lassen. Dies werde "sehr ernsthaft" untersucht, um dauerhaft Sicherheit für die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes zu erreichen. "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen", betonte Rosenthal. Es reiche in dem Fall zum Beispiel nicht aus, durch den Bau künstlicher Brutröhren andere Angebote zu schaffen. Sie müssten auch tatsächlich vom Eisvogel angenommen werden. Juristisch sei das unter bestimmten Voraussetzungen denkbar. Offen sei jedoch, ob diese Voraussetzungen im konkreten Fall wirklich vorliegen.

Der Floßgraben. Quelle: web

Mitte März hatten etliche Umweltverbände gefordert, den Bootsverkehr im Floßgraben während der Brutzeit auf täglich vier Stunden sowie eine Anzahl von maximal 30 muskelbetriebenen Booten pro Tag zu beschränken. Dem entgegen wandten sich jetzt acht Bootsverleiher, der SC DHfK, Verein Wasserstadt und Anglerverband mit einem gemeinsamen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Darin fordern sie, ab der Saison 2015 (für dieses Jahr wäre es wohl bereits zu spät) dem Eisvogel "Brutmöglichkeiten außerhalb des Floßgrabens" anzubieten. Die vorhandenen Brutstellen sollten auch von Land aus "erkennbar geschützt" werden und Bootfahrer durch die Verleiher weiterhin über die Naturschutzbelange intensiv belehrt werden. Dann sei eine Nutzung des Gewässers täglich ab 10 Uhr möglich.

Zur Begründung ihrer Position führen die Verleiher unter anderem an, dass sich der Eisvogel überhaupt erst wieder nach einer Entschlammung 2006 am Floßgraben angesiedelt habe. Der Paddlerbetrieb auch nach Eröffnung der Connewitzer Schleuse 2011 habe ihn nicht von diesem Wasserweg vertrieben. Jedoch beklagten die Verleiher Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent im vergangenen Jahr - durch das Hochwasser im Juni sowie die weitgehende Sperrung eben des Floßgrabens.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.04.2014

Jens Rometsch

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