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Lokales Droht der Kahlschlag bei der Leipziger Jugendarbeit?
Leipzig Lokales Droht der Kahlschlag bei der Leipziger Jugendarbeit?
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01:00 25.09.2013
Quelle: dpa

Die freien Träger der Jugendhilfe schultern eine Riesenlast, meint Corinna Graf, die die Geschäfte des Stadtjugendrings führt. Der Dachverband vereint gegenwärtig 37 Mitglieder und bündelt auch deren finanzielle Interessen - die jetzt scheinbar auf dem Spiel stehen. "Mit dem Entwurf des Jugendhilfeetats droht den freien Trägern der Kahlschlag", rügt Graf. Besagter Etat wird vom Amt für Jugend, Familie und Bildung geplant und ist aus Sicht des Stadtjugendrings in der aktuellen Fassung nicht tragbar.

"Der Entwurf übersteigt offensichtlich die zehnprozentige Kürzung im Bereich Jugendarbeit", sagt die Geschäftsführerin. Randnote: Sämtliche Ämter sind von der Verwaltungsspitze dazu angehalten, ihre Budgets im nächsten Jahr um zehn Prozent zu kürzen. In Sachen Jugendarbeit wirkt sich das auf die Zuschüsse an die freien Träger aus: 957.100 Euro sollen hier laut Haushaltsplanung des Jugendamtes gestrichen werden. Gemessen am Jugendhilfeetat 2013 von rund 9,57 Millionen Euro, der nun auf 8,61 Millionen Euro zusammenschmilzt, sollte die Rechnung sauber aufgehen.

Graf hält jedoch dagegen: "Die Realkürzungen liegen geschätzt bei zirka 25 Prozent." Die Verwaltung setze den Rotstift auch bei den Mitteln an, die der Kommune durch den Freistaat zugeschossen werden, sprich bei der Jugendpauschale. Zwar steht im geplanten Jugendhilfeetat, dass der Verwaltung im nächsten Jahr wieder ein Ertrag von etwa 1,5 Millionen Euro fehlt. Grund ist die geschmälerte Jugendpauschale. Graf erklärt trotzdem: "Die Erträge müssten steigen, weil auch die Geburtenzahl steigt." Hält das Jugendamt am aufgesetzten Sparkurs fest, sei die Existenz von frei getragenen Jugendhilfeeinrichtungen gefährdet. Würden etwa die offenen Treffs in der Stadt die Kürzung zu spüren bekommen, "wären das zehn Einrichtungen, die schließen müssten", so Graf. Rein hypothetisch könnten zudem die freien Jugendkultur- und Jugendmedienangebote, die internationale Jugendarbeit sowie die Ferienmaßnahmen in Mitleidenschaft gezogen werden. "Im schlimmsten Fall ist auch die Jugendverbandsarbeit betroffen", warnt sie.

Wie das Jugendamt zu der Kritik steht, blieb am Dienstag offen. Eine Anfrage der LVZ blieb unbeantwortet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.09.2013

Felix Kretz

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