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Lokales Schäden an Jungbäumen im Auwald geringer als befürchtet
Leipzig Lokales Schäden an Jungbäumen im Auwald geringer als befürchtet
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00:17 14.08.2018
Leipzigs Stadtförster Andreas Sickert untersucht Jungbäume. Quelle: Jörg ter Vehn
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Leipzig

Schäden ja, aber weniger als befürchtet: Die in diesem Jahr im Auwald gepflanzten Jungbäume haben die Trockenperiode besser überstanden als anderswo.

Derweil der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, bundesweit von einer „Jahrhundertkatastrophe“ spricht und Förster befürchten, dass durch die langanhaltende Dürre eine ganze Generation von Jungbäumen vertrocknet ist, scheint Leipzig noch mal glimpflich davongekommen zu sein. Genaues könne natürlich erst im Frühjahr gesagt werden, wenn die Bäume wieder austreiben, erklärt Stadtförster Andreas Sickert. Auf Neuaufforstungen auf freiem Feld gebe es wohl große Ausfälle. „Aber insbesondere im Auwald sieht es gar nicht so schlecht bei uns aus“, erklärt er.

Die Bäume leiden, leben aber noch

Ein Blick in die Nonne, wo im Winter in zwei frei geschlagene Lichtungen – so genannte Femellöcher – junge Eichen gepflanzt worden waren, bestätigt seine Aussage. „Klar, die Bäume leiden“, sagt Sickert mit fachmännischem Blick auf vertrocknete Blätter an den Spitzen. „Aber es ist noch Leben drin.“ Bei vielen Jungeichen seien auch schon Knospen ausgeprägt, was für ein Austreiben im Frühjahr spreche. Bei den älteren Jungbäumen, die vor zwei bis drei Jahren in die Erde kamen, macht er sich keine Sorgen. „Bei denen kann die Pfahlwurzel schon einen Meter tief reichen“, erläutert er. In der Tiefe beginnt im Auwald üblicherweise schon das Grundwasser. Und bei den Zehnjährigen sei erst recht alles in Ordnung.

Eichen sind gut angepasst

Das Überleben selbst der jungen Eichen bestätigt für Sickert das, was er gebetsmühlenartig auf allen Veranstaltungen zum Waldumbau immer wieder erklärt. Die Eiche sei insgesamt am besten ans Klima und starke Schwankungen angepasst, sei der Lebensraum von bis zu 2000 Arten und nehme damit einen Spitzenplatz bei den Auwaldbäumen ein, sorge für ein hohes Maß an Biodiversität.

Wenn es künftig wieder – wie geplant – mehr Wasser in den Auen gebe, sei der Baum auch dann am besten angepasst. „Spitzahorne können nur vier Tage in fließendem Wasser stehen, Eschen 30 Tage. Eichen überleben das aber bis zu drei Monate lang“, erklärt Sickert. „Und mit den Eichen brauchen wir auf nichts zu verzichten“, sagt er. Darunter könne alles wachsen. Einziger Nachteil: Eichen benötigen zum Großwerden ein paar Jahre lang viel Licht. Weswegen überall die Bäume nur dort gepflanzt werden, wo vorher Lichtungen freigeschlagen wurden – was immer wieder wie auch in Leipzig Kritiker heraufbeschwört.

Solche Femellöcher würden in der kommenden Saison in der Nonne aber nicht mehr nötig, erklärt er. Überwiegend kranke Eschen oder solche, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigten, würden gefällt.

Jörg ter Vehn

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