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Lokales Dürre legt sich über Leipzig – Böden so trocken wie seit Jahrzehnten nicht
Leipzig Lokales Dürre legt sich über Leipzig – Böden so trocken wie seit Jahrzehnten nicht
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21:30 11.08.2015
In der Region Leipzig ist es derzeit ungewöhnlich trocken. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Seit Tagen bescheren Hochdruckgebiete Leipzig Temperaturen um die 30 Grad. Doch die anhaltende Wärme entwickelt sich zur Belastungsprobe für die Natur: Boden, Flüsse und Pflanzen trocknen aus, Entwarnung ist noch nicht in Sicht. „Es bleibt erstmal relativ trocken“, erklärt Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Zwar könne es am Dienstag und Mittwoch vereinzelt Regen geben. Flächendeckende Niederschläge seien aber nicht zu erwarten.

„Am Wochenende steigt die Wahrscheinlichkeit für umfassende Schauer und Gewitter“, so Oehmichen weiter. Auch Unwetter mit Hagel und Starkregen sei nicht ausgeschlossen. Bewegten sich die Luftmassen allerdings weiter Richtung Westen, als derzeit prognostiziert, könnte der Regen auch ganz ausbleiben.

Nicht nur Sommer zu trocken

Eine Ausnahmesituation sei die anhaltende Trockenheit dennoch nicht. „Solche Perioden sind nicht ungewöhnlich“, erklärt Oehmichen. „Aber in diesem Jahr hat es in der Region um Leipzig auch in den anderen Monaten zu wenig geregnet.“ Nur im Januar gab es genug Niederschläge, auch das Frühjahr war zu trocken. „Wir haben in Leipzig bis jetzt erst 57 Prozent des Regens, der normalerweise in den Sommermonaten fällt.“

Agrarmeteorologe Martin Schmidt bemerkt zudem, dass Zeitpunkt und Intensität der Dürre ungewöhnlich seien. „Üblicherweise ist es eher in der ersten Sommerhälfte trocken. Auch das Ausmaß ist besonders: Einige Landwirte melden so geringe Bodenfeuchten wie noch nie.“ Die erhobenen Werte gehen 50 Jahre zurück. Das bedeutet: Mindestens seit einem halben Jahrhundert waren die Böden nicht so ausgedörrt wie derzeit. Südlich von Leipzig, aber auch in Ostsachsen, Aue oder Chemnitz sei die Lage besonders extrem.

Irreversibel sind die dadurch entstandenen Schäden laut Schmidt noch nicht. Auswirkungen hat die Trockenheit aber vor allem für die Landwirtschaft. „Es kommt zu Ernteeinbußen. Auch die Aussaat ist momentan problematisch.“ Zudem verlieren die Bäume früher ihre Blätter. Auch deswegen ist die Waldbrandgefahr dieser Tage sehr hoch.

Unterstützung für Pflanzen

Das Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer erklärte auf Nachfrage, dass die Branddirektion und die Stadtreinigung wegen der anhaltenden Trockenheit bei der Bewässerung der jungen Bäume helfen müssten. „Bisher sind aber nur an wenigen Bäumen akute Trockenschäden zu verzeichnen“, erläutert Gerald Biehl von der Stadt. Gerade ältere Bäume hätten zudem ein so ausgebildetes Wurzelsystem, dass Wässern nicht notwendig sei.

Die Stadtreinigung hat ohnehin alle Hände voll zu tun. „Unsere Sommerblumen müssen wir jetzt verstärkt gießen, sonst gäbe es Ausfälle“, erklärt Jens Dietrich, Abteilungsleiter der Grünanlagen. „Die Sträucher stehen, je nach Standort, noch vergleichsweise gut. Ich muss in dem Zusammenhang darauf hinweisen, dass wir auch nicht in der Lage wären, diese zu wässern."

Flüsse auf Tiefststand

Regen käme auch den sächsischen Flüssen gelegen. Nicht nur die Elbe, auch Pleiße, Weiße Elster oder die Mulde haben teils historischen Tiefstand. „Die Trockenheit zieht sich und ist sachsenweit auch in kleinen Gewässern zu spüren“, so eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums des Sächsischen Umweltamtes. Die Mulde liege derzeit etwa 30 Prozent unter der durchschnittlichen Wassermenge bei Niedrigwasser, die Weiße Elster unterbietet diesen Wert sogar um bis zu 60 Prozent.

Flüsse wie die Elbe werden durch die Talsperren in der Region deswegen mit zusätzlichem Wasser befüllt. Die Landestalsperrenverwaltung hält die Lage aber für unkritisch. Die angestrebten Füllstände der Stauseen würden momentan zwar nicht erreicht. Die Trinkwasserversorgung sei aber nicht bedroht, erklärte eine Sprecherin.

In den nächsten Tagen warm und bewölkt

Ob Regen kommt oder nicht: Es wird auf jeden Fall noch einmal richtig heiß. Der DWD erwartet für Donnerstag 31 Grad, Freitag soll das Thermometer bis zu 35 Grad anzeigen. Vorher wird es am Mittwoch zumindest etwas kühler. „28 Grad sind als Höchsttemperatur vorhergesagt“, so Oehmichen. „Es soll nämlich relativ bedeckt sein.“ Deswegen empfiehlt er Astronomiefans, schon Dienstagnacht einen Blick in den Himmel zu werfen. „Da sollte gute Sicht auf die Sternschnuppenschauer sein. Mittwochnacht könnte das schon schwieriger werden.

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