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Ehemalige Deponie Möckern soll Naherholungsgebiet werden

Leipziger Norden Ehemalige Deponie Möckern soll Naherholungsgebiet werden

Der Stadtbezirksbeirat Leipzig-Nordwest will die ehemalige Deponie Möckern inmitten der malerisch schönen Auenlandschaft zwischen Neuer Luppe und Nahle aufwerten. Entlang des beliebten Radweges auf dem Luppedamm könnte ein Naherholungsgebiet entstehen. Bis 2017 soll die Verwaltung ein Konzept für die rekultivierte Kippe erstellen.

Möckerns Hausberg: die ehemalige Deponie an der Neuen Luppe.
 

Quelle: Klaus Staeubert

Leipzig. Was, bitteschön, bietet denn Möckern? Der Bahnliebhaber dürfte wohl zunächst an den historischen Straßenbahnhof denken, der militärhistorisch Interessierte an die einstige König-Georg-Kaserne und der Musikliebhaber an den „Anker“. Doch obwohl an der malerisch schönen Auenlandschaft von Weißer Elster und Luppe gelegen, ist der Ortsteil im Nordwesten Leipzigs in Sachen Naherholung noch immer ein Niemandsland.

Das soll sich ändern. So zumindest hofft es der Stadtbezirksbeirat Nordwest. Der bringt jetzt eine „wichtige Angelegenheit“ in den Stadtrat. Es geht um die Aufwertung der ehemaligen Deponie Möckern und deren Entwicklung zu einem Naherholungsgebiet entlang des beliebten Radweges auf dem Luppedamm.

„Wir leben hier in einer Flachlandregion, da ist jeder Hügel schon etwas Besonderes“, sagt Gerd Sklaar, der für die CDU in dem Stadtteilgremium sitzt. Die 35 Meter hohe Kippe ist so etwas wie der Hausberg von Möckern, der immer wieder Spaziergänger und Biker anlockt. „Die Idee mit dem Naherholungsgebiet kam mir, als uns an einem schönen Samstagnachmittag im Februar 30 Leute entgegenkamen, joggend oder auf dem Mountainbike“, berichtet Sklaar. Doch bis auf den schönen Ausblick von der Kuppe über die Aue und auf die Stadt hat der Kippenberg derzeit nicht viel zu bieten. Zu Silvester versammeln sich dort schon mal Dutzende Menschen, um das Feuerwerk über Leipzig zu beobachten. Was der Fockeberg für die Menschen im Leipziger Süden, ist für den Norden der Kippenberg in Möckern.

Die zwischen Neuer Luppe und Nahle gelegene Haldendeponie wurde seit Ende der 1930er-Jahre genutzt und 1983 schließlich geschlossen. In den Jahren 2003/04 flossen drei Millionen Euro aus dem sächsischen Altlastenfonds in die Rekultivierung der Deponie. 125.000 Kubikmeter Müll wurden zu diesem Zweck umgelagert, 310.000 Kubikmeter Boden bewegt, die Oberfläche der Kippe erhielt eine Abdichtung. Landschaftsplaner modellierten das 25 Hektar große Gelände inmitten der Auenlandschaft neu, Gärtner bepflanzten das Areal mit Ginster, Schlehen, Spitzahorn, Eschen, Eichen, Silberweiden und anderen Bäumen und Sträuchern. Seit 2008 ist der Möckerns Hausberg für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Hügel hat Naherholungspotenzial, findet der Stadtbezirksbeirat. Als erstes sollten deshalb rustikale Sitzbänke und Tische auf dem Plateau aufgestellt werden. Auf Informationstafeln könnten markante Punkte der Stadtsilhouette erläutert werden. Der Bau von Unterständen und die Installation von gebührenpflichtigen Fernrohren seien denkbar, wie auch die sportliche Nutzung des Deponiebergs. In Zusammenarbeit mit Interessenvereinen ließe sich etwa eine Wettkampfstrecke für Mountainbiker anlegen, nennt der Stadtbezirksbeirat eine weitere Nutzungsmöglichkeit.

Konkretisieren soll diese Inhalte ein Maßnahmekonzept, das die Stadtverwaltung – sofern die Ratsversammlung dem zustimmt – gemeinsam mit Bürgervereinen, Stadtbezirksbeiräten, nahegelegenen Schulen und Jugendeinrichtungen sowie Sportvereinen bis Mitte 2017 vorlegt. Parallel müsse die sogenannte Müllbergbrücke über die Neue Luppe instandgesetzt werden. Sie war beim Juni-Hochwasser 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ihre Geländer sind mittlerweile entfernt, die Brücke ist gesperrt, die Überquerung der Neuen Luppe auf dem Heuweg offiziell gar nicht möglich.

Vor einigen Jahren, erinnert sich Gerd Sklaar, habe ein Stadtmagazin noch gelästert, Möckern sei der langweiligste Ortsteil Leipzigs. Doch das ändert sich gerade. Die Stadt wächst rasend schnell und immer mehr Menschen ziehen inzwischen auch in den Nordwesten – auch in der Hoffnung auf mehr Lebensqualität.

Von Klaus Staeubert

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