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Ehemalige Flüchtlingsunterkunft: Ernst-Grube-Halle saniert

Pünktlich zum Semesterstart Ehemalige Flüchtlingsunterkunft: Ernst-Grube-Halle saniert

Die Ernst-Grube-Halle bietet künftig wieder Platz für Sportler. Am Freitag wurde die komplett sanierte Anlage offiziell übergeben. Noch bis Februar diente die Halle als Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 420 Geflüchtete. Dass die Anlage nun saniert werden musste, lag aber nicht nur an der Nutzung als Flüchtlingsunterkunft.

Stellten am Freitag die sanierte Halle vor: Titus Werner, Dezernat Planung und Technik der Universität, Petra Wagner, Studiendekanin der Sportwissenschaftlichen Fakultät, Landtagsabgeordneter Wolf-Dietrich Rost (CDU) und Petra Förster vom SIB (von links).
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.  Die Ernst-Grube-Halle an der Jahnalle ist künftig wieder für Sportler nutzbar. Noch vor rund einem Jahr standen in der Anlage auf dem Uni-Sportcampus Feldbetten dicht gedrängt aneinander. Bis zu 500 Flüchtlinge waren zeitweise in der Sportanlage untergebracht, die im August 2015 kurzfristig als Erstaufnahmeeinrichtung umfunktioniert wurde. Am diesem Freitag wurde die fertig sanierte und mit einem komplett neuem Parkett ausgestattete Halle wieder zur sportlichen Nutzung freigegeben. „Pünktlich zum Semesterstart“, betonte Petra Wagner, Studiendekanin der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Uni Leipzig bei der offiziellen Übergabe der Halle. Erst drei Tage zuvor hatten Techniker den Boden der Halle offiziell abgenommen.

„Vor einem Jahr war ich nicht so entspannt wie heute“, sagte eine sichtlich erleichterte Petra Förster vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Seit Sommer 2015 hat sich viel getan. Erst die Umfunktionierung als Erstaufnahmeeinrichtung, im Februar dann die Verteilung der restlichen Flüchtlinge auf andere Einrichtungen.

Keine Mittel aus Sportförderung für die Sanierung

Nach entsprechenden Messungen des Markkleeberger Instituts für Sportbodentechnik nach dem Auszug der Flüchtlinge war damals allerdings klar: Der Hallenboden muss komplett ausgetauscht werden. Zwar waren auch andere Bereiche durch die erhöhte Nutzung der Anlage sanierungsbedürftig. Doch der Großteil der 874.000 Euro an bereit gestellten Landesmitteln floss seitdem in den neuen Parkettboden. Wegen des Denkmalschutzes musste dieser in Fischgräten-Optik verlegt werden.

Unter dem Parkett ist nun ein sogenannter Schwingboden installiert, der mindestens zwei Millimeter nachgeben kann – wichtig für die Elastizität und damit beim Sport die Verletzungsgefahr sinkt. 15 bis 20 Jahre soll der neu verlegte Boden nun halten. So alt war nach Angaben von Petra Förster auch das alte Parkett in der Ernst-Grube-Halle. „Der Boden hatte nach 20 Jahren ganz normale Abnutzungserscheinungen und hätte sowieso bald ersetzt werden müssen“, betonte sie am Freitag. Die kurze intensive Nutzung als Flüchtlingsunterkunft habe dem Boden dann zusätzlich zugesetzt. Daneben musste nun auch die Lüftungsanlage der Halle ausgetauscht werden.

Die Ernst-Grube-Halle wurde saniert und hat nun ein neues Parkett. Fotos: Dirk Knofe

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Das Geld für die Sanierung stammt aus Landesmitteln, die speziell für die Unterbringung von Flüchtlingen und deren Folge vom Freistaat bereitgestellt werden. „Es sind keine Gelder aus der Sportförderung geflossen“, sagte dazu der am Freitag ebenfalls anwesende Landtagsabgeordnete Wolf-Dietrich Rost (CDU), der zudem sportpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Sächsischen Landtag ist. Laut ihm sind inzwischen alle zehn im Freistaat als Erstaufnahmeeinrichtungen genutzten Turnhallen wieder für die Sportler nutzbar. Die Sanierung der Ernst-Grube-Halle sei wegen des Denkmalschutzes am aufwendigsten gewesen. Politiker Rost dankte am Freitag genauso wie Petra Förster und Petra Wagner den Mitarbeitern und Studenten der Uni für das Verständnis und Engagement in einer schwierigen Situation.

Neben den Landesmitteln flossen zudem 90.000 Euro der Universität Leipzig in den Umbau der Halle. Die Weitsprunganlage im hinteren Bereich wurde entfernt, dafür gibt es jetzt eine Laufbahn mehr als vorher. Nur im Flur vor der Halle stehen noch Gerüste. Das hat nach Angaben der Uni allerdings nichts mit der Sanierung zu tun. Die Schließung der Halle wäre vielmehr genutzt worden, um parallel dazu den Brandschutz zu verbessern.

Von Lucas Grothe

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