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Lokales Ehemaliges Lazarett in Leipzig-Möckern kann umgebaut werden
Leipzig Lokales Ehemaliges Lazarett in Leipzig-Möckern kann umgebaut werden
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10:14 06.01.2016
Blick auf die General-Olbricht-Kaserne. Westlich schließt das Gelände des ehemaligen Lazaretts an. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Nach Bürgerbeteiligung im Herbst und nahezu einstimmigem Stadtratsbeschluss im Mai sind die finalen Pläne für das ehemalige Militär-Lazarett in Leipzig-Möckern nun öffentlich. Die in Teilen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäude und Grünanlagen westlich der General-Olbricht-Kaserne werden zu einem gemischten Wohngebiet mit Cafés, Dienstleistungen und Gewerbe umgestaltet. Neben neuem Wohnraum vor allem für Familien erhofft sich die Kommune hier auch die Ansiedlung von Arbeitgebern.

Gut 60 Millionen Euro will sich der Besitzer, die Dresdner Gartenstadt-Gesellschaft Hellerau, ihre Sanierung des etwa 6,7 Hektar großen Grundstücks an der Max-Liebermann-Straße kosten lassen. Kern der Bemühungen werden etwa neue 120 Wohnungen in den bestehenden Zwei- bis Dreigeschossern sein – mit repräsentativen Treppenhäusern und Platz für Gewerbe im Erdgeschoss. Bei der Umfeldgestaltung haben sich die mit der Ausführung betrauten Architekten zudem an historischen Aufzeichnungen orientiert, heißt es.

So sah das Lazarett-Gelände laut dieses Plans von 1915 in den Anfangstagen aus. Quelle: Stadt Leipzig

Das frühere Lazarett-Gelände wurde bereits 1908 mit damals gut 100 Betten in Betrieb genommen. Ein Großteil der Gründerzeitgebäude ist heute in schlechtem Zustand, steht aber unter Denkmalschutz. Die Nationalsozialisten hatten die Anlagen in den 1930er Jahren erweitert, nach Kriegsende übernahm die Rote Armee das Gelände, nach der Wende die Bundeswehr. Seit 1992 stehen die Gebäude nun leer, entwickelten sich auch die Grünanlagen rings herum nahezu ungehindert – und wie die Stadtverwaltung feststellt – nicht immer zum Vorteil für die knapp 500 vorhandenen Gehölzer.

Obgleich eine Art Biotop entstand, in dem Vögel, Insekten und Kriechtiere zu Hause sind, können hier laut Stadtverwaltung gegen die Baupläne keine Ökosystembedenken geltend gemacht werden. Das Gelände sei weder Teil von Vogelschutz- noch von anderen Naturschutzgebieten. Entsprechende Einsprüche von Umweltverbänden und Bürgern bezüglich gefährdeter Zauneidechsen, Mauersegler, Rosenkäfer und Co. wurden deshalb abgelehnt.

Der nun finale Bebauungsplan ist durch die Bürgerbeteiligung praktisch nicht verändert worden. Etwa 150 der vorhandenen 300 mindestens ein Meter dicken Bäume müssen bei der Sanierung gefällt werden, darunter auch acht aus dem Ensemble der ursprünglichen Bepflanzung vor mehr als 100 Jahren. Im Gegenzug sollen 100 neue Bäume entstehen, so die Kommune.

So soll das Gelände nach der Sanierung aussehen. Quelle: DNR Daab Nordheim Reutler / Bebauungsplan

In der neuen Parkanlage sollen sich dann vor allem auch Familien mit Kindern wohlfühlen können. Denn es sei davon auszugehen, „dass sich im Plangebiet wegen der familienfreundlichen Wohnungsgrößen eine größere Anzahl von Familien mit Kindern ansiedeln wird. Die bereits üppig vorhandenen Grünflächen bieten zudem Kindern viel Platz zum Spielen und Eltern Flächen zur Erholung“, so die Stadtverwaltung. Zudem prognostizieren die Experten im Neuen Rathaus verstärkt Jobangebote im Carré: Es sei davon auszugehen, „dass sich im geplanten Mischgebiet auch Firmen und Freiberufler ansiedeln, die Arbeitskräfte benötigen“.

Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

www.dnr-leipzig.de

www.ggh-ag.de

Matthias Puppe

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