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Lokales „Eher wäre ich mit ertrunken“ - Leipziger rettet Freund das Leben und wird ausgezeichnet
Leipzig Lokales „Eher wäre ich mit ertrunken“ - Leipziger rettet Freund das Leben und wird ausgezeichnet
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16:31 18.12.2012
Maximilian Richter (Mitte) ist am Mittwoch von Ministerpräsident Reiner Haseloff (links) und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) ausgezeichnet worden. Quelle: Staatskanzlei SachsenAnhaltInes Berger
Leipzig/Magdeburg

Dafür bekommt der Schüler am Mittwoch die Rettungs-Medaille des Landes Sachsen-Anhalt von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verliehen.

„Man ist stolz auf sich. Aber eigentlich bin ich einfach nur froh, dass alles gut gegangen ist“, sagt Maximilian im Rückblick auf die Geschehnisse des 26. August 2012. Diesen Tag wird der Leipziger Schüler vom Ostwald-Gymnasium niemals vergessen.  

Die Sonne strahlte über dem Bergwitzsee bei Kemberg. Maximilian schwamm gemeinsam mit einem Freund zu einer kleinen Insel. Zwei andere Kumpels, darunter der später verunglückte Jonas, schipperten mit einem Schlauchboot über das Wasser. Am Ufer saß die Mutter einer seiner Freunde, wollte Erinnerungsfotos von dem sommerlichen Ausflug schießen. Nichts schien den Ferientag trüben zu können.

Als Wolken über dem See aufzogen und es windiger wurde, entschloss sich Maximilian zurück zum Ufer zu schwimmen und bemerkte, dass seine Freunde mit dem Schlauchboot durch den starken Wellengang abgetrieben waren. „Gleichzeitig sah ich die Mutter meines Kumpels vom Ufer aus wie wild mit den Armen wedeln“, erinnert sich Maximilian. Sein Freund Jonas strampelte im Wasser, versuchte mit einem Paddel auf sich aufmerksam zu machen.

Jonas Brendel, der Gymnasiast lag nach dem Unfall fünf Tage lang im Koma. Quelle: Dirk Knofe

„Ich weiß bis heute nicht genau was geschehen ist. Wahrscheinlich wurde Jonas von einer Welle erwischt und hat dann keine Luft mehr bekommen“, sagt Maximilian. Ein Glück, dass er das goldene Schwimmabzeichen besitzt. Denn in der Notsituation stürzte sich Jonas auf seinen Freund, drückte seinen Retter im Unterbewusstsein unter Wasser. “Ich habe nur noch instinktiv reagiert. Ihn versucht auf meinen Brustkorb in Richtung der Insel zu retten.“ Bis dorthin waren es 150 Meter gegen die Strömung, schätzt der Leipziger.

Hilfe bekamen die Jugendlichen von zwei Männern mit einem Motorboot des örtlichen Segelclubs. Sie zogen beide aus dem Wasser, Jonas war zu dieser Zeit bereits lange bewusstlos. Ein Hubschrauber brachte den in Lebensgefahr schwebenden 16-Jährigen nach Halle in ein Krankenhaus. Dort lag er fünf Tage im künstlichen Koma. Für seinen Retter, Familie und Freunde war es eine lange Zeit des Bangens. „Erst viel später ist mir bewusst geworden, dass ich auch in Lebensgefahr war. Aber eher wäre ich mit Jonas ertrunken, als ihn in dieser Situation alleine zu lassen“, sagt Maximilian.

 

Jonas geht inzwischen wieder in die Schule. Ganz der Alte ist er nicht, das linke Bein durch den Unfall vom Knie abwärts gelähmt. Sein Hobby war das Fechten, dem kann der Jugendliche nicht mehr nachgehen. Seinem Retter ist er aber unendlich dankbar: „Ich weiß nicht, wie ich dir das jemals zurückzahlen kann“, hat Jonas im Krankenhaus gesagt, als er seinen Freund das erste Mal wiedersah. Maximilian erinnert sich: „Für mich war es in dem Moment einfach nur schön mit eigenen Augen zu sehen, dass es ihm wieder gut geht.“  

Am Mittwoch hat der 17-Jährige schulfrei bekommen, fährt mit seinen Eltern zur Verleihung der Rettungsmedaille nach Magdeburg. „Keine Ahnung wie so eine Veranstaltung abläuft, aber es ist sicher etwas Besonderes“, sagt Maximilian und fügt hinzu: „Ich werde die Medaille bestimmt nicht in die Ecke werfen“. Es ist eine Erinnerung an den Tag, an dem er seinem Freund das Leben rettete.

Anne Grimm

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