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Lokales Eigenheime in Serie geplündert – Leipziger Gericht verhängt mehr als fünf Jahre Haft
Leipzig Lokales Eigenheime in Serie geplündert – Leipziger Gericht verhängt mehr als fünf Jahre Haft
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22:00 25.08.2016
Legte ein Geständnis ab: Serieneinbrecher Dumitru H. (29). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Anfangs schwieg er, schließlich legte er doch ein Geständnis ab: Das Landgericht sprach Dumitru H. (29) am Donnerstag wegen einer Serie von Eigenheim-Einbrüchen im Leipziger Norden zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 schuldig. Strafe: fünf Jahre und drei Monate Haft.

„Wir glauben dem Angeklagten, dass er einen Schlussstrich ziehen will“, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr bei der Urteilsbegründung. „Er hat in seinem Geständnis nichts beschönigt.“ Seine Spielsucht, so gab der gebürtige Rumäne während der seit Ende Juli laufenden Verhandlung an, habe ihn zum Serien-Diebstahl getrieben.

In ihrer Anklageschrift war die Staatsanwaltschaft von zunächst 19 Einbrüchen in Eigenheime vorwiegend in Thekla, Schönefeld und Wiederitzsch ausgegangen. Schaden: 240 000 Euro. Zur Beute gehörten Handys, Schmuck, Uhren, Münzen und Bargeld. Nach dem Höhepunkt der Reihe am letzten Januar-Wochenende 2016, an dem gleich sechs Wohnhäuser im Leipziger Norden geplündert wurden, nahm die Polizei H. am 1. Februar fest.

Längst befand sich der Installateur zu dieser Zeit im Visier der Ermittlungsgruppe „Balkan“ von Polizeidirektion Leipzig und Landeskriminalamt Sachsen, die 2015 ihre Arbeit aufnahm und Einbrecher wegen schweren Bandendiebstahls jagte. Und von einer Bande um den Beschuldigten Dumitru H. gingen die Ermittler Anfang vorigen Jahres auch aus, sie ordneten ihr sogar 67 Einbruchsdiebstähle zu. Dass er mit Komplizen unterwegs war, konnte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten allerdings nicht nachweisen. Er behauptete, Alleintäter zu sein. Auch die Vorwürfe gegenüber einem damals ebenso in den Fokus gerückten Landsmann (34) des Angeklagten konnte die Staatsanwaltschaft nicht aufrechterhalten. Das Verfahren gegen den Mann wurde eingestellt.

Verurteilt wurde Dumitru H. am Donnerstag wegen 13 der von ihm eingeräumten Beutezüge; die Verfahren um die sechs weiteren Anklagepunkte stellte die 8. Strafkammer ein. Grund: schwierige Beweislage. Die Richter hielten dem Beschuldigten zugute, dass aufgrund seines Geständnisses den Geschädigten eine Vernehmung im Gericht erspart werden konnte. Für notwendig erachteten sie zudem, dass der Angeklagte wegen seiner Spielsucht sowie auch wegen seines zeitweisen Kontrollverlustes therapiert wird. „Das stützt die Resozialisierung und schützt zugleich die Gesellschaft“, sagte Richter Harr. Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte war erst am 24. September 2015 aus der Untersuchungshaft entlassen worden – und nur eine Woche später, am 2. Oktober, bereits wieder rückfällig geworden.

Staatsanwältin Claudia Kohlschmidt hatte fünf Jahre und acht Monate Haft gefordert, Verteidigerin Kerstin Linnemann fünf Jahre und einen Monat.

Von Sabine Kreuz

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