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Ein Betonlabyrinth, das die Stasi schützen sollte - Versteckt im Naherholungsgebiet bei Leipzig

Ein Betonlabyrinth, das die Stasi schützen sollte - Versteckt im Naherholungsgebiet bei Leipzig

30 Kilometer östlich von Leipzig liegt inmitten des Naherholungsgebietes "Lübschützer Teiche" ein ehemaliger Stasi-Bunker. Das 5,2 Hektar große Areal war als Ferienanlage getarnt und mit Hunden gut bewacht.

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Tobias Hollitzer, Leiter des Museums in der "Runden Ecke" erklärt eine Schaltanlage im Stasi-Bunker in Machern.

Quelle: Mathias Orbeck

Leipzig. Kernstück ist ein 1968 bis 1972 gebauter Bunker. Das Betonlabyrinth entstand als Ausweichführungsstelle der Staatssicherheit.

Von dort aus sollte der Stasi-Bezirkschef im Krisenzustand mit rund 120 Mitarbeitern agieren. Und sogar Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Waffen finden. Fünf Meter tief unter der Erde stand in dem 1500 Quadratmeter großen Bunker alles Notwendige bereit, um die geheimdienstliche Tätigkeit fortzusetzen und letztlich den Machtanspruch des SED-Staates aufrechtzuerhalten.

 Der Wurzener Pfarrer Gottfried Süß war der erste Zivilist, der das abgeschirmte Terrain im Dezember 1989 betreten durfte. Das Bürgerkomitee Leipzig sorgte dafür, dass im Januar 1990 schließlich Journalisten die Anlage besichtigen konnten - und dass sie möglichst authentisch erhalten bleibt.

 Heute ist der Bunker am Rande der Gartensiedlung Fachmuseum - als Teil der Gedenkstätte in der "Runden Ecke". Anders als bei anderen öffentlich zugänglichen Bunkeranlagen wird penibel darauf geachtet, dass nichts glorifiziert, Geschichte nicht verzerrt wird. Es wird beispielsweise vermittelt, wie die Versorgungssysteme funktionierten, wie DDR-weit Nachrichtenkontakte zustande gekommen wären und welche Überlebensstrategien die Stasi hatte.

 "Natürlich ist das nicht der Veranstaltungsort, an den die Leute zuhauf kommen. Da bietet sich die 'Runde Ecke' in Leipzig besser an", sagt Tobias Hollitzer vom Bürgerkomitee, der Leipziger Tourismusexperten am Donnerstag durch die Anlage führte. Diese war Ziel der Veranstaltungsreihe "Tourismusfrühstück auf Tour", bei der regelmäßig Attraktionen der Region besichtigt werden. Es ist erklärtes Anliegen der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), gemeinsam mit Partnern die gesamte Region in den Blick zu rücken - darunter auch authentische Orte der Friedlichen Revolution. "Dies ist für Leipzig ein wichtiger Identifikationspunkt, mit dem wir auch international punkten können", sagt LTM-Chef Volker Bremer und erzählt, dass es komplette Reiseangebote zu diesem Thema gibt.

Die sind durchaus gefragt - sogar in den USA. Die Deutsche Zentrale für Tourismus hat 25 Jahre Friedliche Revolution und Mauerfall 2014 zum zentralen Thema ausgerufen, für das besonders geworben wird. Inwieweit der Bunker in Machern davon profitieren kann, ist eine andere Sache. "Wir haben große Pläne, würden beispielsweise gern das ehemalige Kommandantenhaus ausbauen", sagt Hollitzer. Das steht am Eingang und präsentiert sich in einem maroden Zustand. "Ich könnte mir vorstellen, dort mittelfristig ein Besucherzentrum samt Ausstellung einzurichten."

Vorrangig sei aber, mehr Besucher anzulocken - dazu soll die Zusammenarbeit mit Partnern forciert werden. Hilfreich wären da schon Hinweisschilder, damit auch Ortsfremde die Anlage finden. Zum Beispiel Besucher, die im Landschaftsgarten Machern mit Schloss, Pyramide und Ritterburg vorbeischauen.

 Derzeit werden am jedem letzten Wochenende im Monat 13 bis 16 Uhr Führungen angeboten. Gruppen können nach Absprache einen Termin auch an anderen Tagen vereinbaren. Es gibt aber auch Sonderöffnungszeiten wie am 14. September zum "Tag des offenen Denkmals".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.08.2014

Mathias Orbeck

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