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Lokales Ein-Euro-Jobber schmücken Brücken für Leipziger Wasserfest
Leipzig Lokales Ein-Euro-Jobber schmücken Brücken für Leipziger Wasserfest
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14:11 06.08.2010
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Leipzig

Schließlich ist es soweit: Jeder einzelne der bunten Buchstaben ist am Geländer befestigt, die Brücke ziert nun der Schriftzug „10. Wasserfest“.

Das Wasserfest, das in diesem Jahr unter dem Motto „Wir machen ’ne Welle“ läuft, findet vom 20. bis 22. August an Leipziger Wasserstraßen und Seen statt. Bereits am Freitag haben 40 Ein-Euro-Jobber mit dem „Brückenschmücken“ begonnen. Die Karlbrücke in Schleußig war die erste von insgesamt sieben Übergängen, die mit dem Schriftzug ausgestattet wurde.

Die bunt bemalten Buchstaben wurden in den vergangenen Wochen von Schülern der Lessing-Grundschule gestaltet. Anders als in den vergangenen Jahren wurden die Schriftzeichen diesmal nicht auf Pappe aufgetragen. Stattdessen wurden sie digitalisiert, auf Plastik gedruckt und mittels eines Wasserschneideverfahrens ausgeschnitten.

Seit dem 1. Juli sind die Ein-Euro-Jobber bereits mit den Vorbereitungen für das 10. Wasserfest beschäftigt. Der Verein Wasser-Stadt-Leipzig ist in diesem Jahr erstmals eine Kooperation mit dem Bildungszentrum Agricola-Institut eingegangen. Unterstützt von der ARGE Leipzig vermittelte das Institut die Helfer.

Die 40 Männer und Frauen bereiten die verschiedenen Standorte, an denen das Wasserfest stattfinden wird, vor. Sie säubern die Wege am Lindenauer Hafen und legen neue Zugänge an. Eine zehn Hektar große Fläche musste von Wildwuchs befreit und 200 Kubikmeter Sand zu einem Strandbereich aufgeschüttet werden. „Keine leichte Arbeit“, sagt Frank Neef vom Agricola-Institut. Er leitet das Projekt und betreut die Helfer. „Vor allem im Juli bei den hochsommerlichen Temperaturen war das anstrengend. Aber die Teilnehmer sind alle sehr motiviert und haben gute Leistung gezeigt.“ Zum Teil müsse schwere körperliche Arbeit erbracht werden. Dabei stünden die Frauen den Männern jedoch in nichts nach, betont Neef.

Viola Kortun, die seit sechs Jahren von Hartz IV lebt, macht die Arbeit trotz der Anstrengung Spaß: „Ich bin froh, dass ich hier mitmache. Wir sind ein tolles Team. Und wir Frauen sind auch stolz, dass wir mit den Männern mithalten können.“ Die Mutter von drei Kindern hofft, dass sie bald wieder eine feste Anstellung findet. Aber mit 46 Jahren ist das nicht einfach. „Wenn man über 40 Jahre alt ist, heißt es immer, man ist zu alt. Es gibt uns einfach keiner eine Chance“, sagt die gelernte Textiltechnikerin.

Bis zum Beginn des Wasserfestes bleibt noch viel zu tun. Sechs weitere Brücken warten darauf, geschmückt zu werden. Auch während des Festes sind die Hartz IV-Empfänger miteingebunden, indem sie unter anderem kleine Reparaturen vornehmen. Endgültig vorbei ist das Projekt am 31. August.

Am letzten Tag des Wasserfestes, dem 22. August, startet um 11 Uhr an der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park das bekannte Leipziger Entenrennen. Dabei werden tausende Gummienten für einen guten Zweck um die Wette rennen. Wer teilnehmen möchte, kann sich bereits jetzt für drei Euro einen Adoptionsschein holen. Die genauen Verkaufsstellen, das Programm des Festes und eine Übersicht über die geschmückten Brücken stehen im Internet unter www.wasserfest-leipzig.de.

Nora Ernst

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