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Lokales Ein Gruß von Sitting Bull
Leipzig Lokales Ein Gruß von Sitting Bull
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00:21 27.03.2018
Ex-Buchhändler Siegfried Jahn hat aus seiner Sammelleidenschaft ein Buch gemacht: Im Passage Verlag erschien jetzt sein Werk über „Indianer Nordamerikas auf historischen Postkarten“. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Ende vergangenen Jahres verabschiedete sich Siegfried Jahn (65) von seinem Job als Buchhändler, den er fünf Jahrzehnte betrieben hatte. Jahn schloss seinen Laden „Interart“ in der Königshaus-Passage – und hat seither noch mehr Zeit für sein Hobby, die Indianer. Die Ureinwohner Nordamerikas faszinieren ihn quasi sein Leben lang. Zu tiefen DDR-Zeiten hatte er eine Arbeitsgemeinschaft Völkerkunde im Kulturbund gegründet, die das Leben der Indianer, speziell der Irokesen, erkundete und in der man auch mal selbst Indianer sein konnte. Heute ist Jahn Mitglied des Indianistik-Klub „Uhwentsya karenhata“, was auf gut Deutsch „Wo der Ahorn wächst“ heißt.

Einmal Indianer, immer Indianer. Die werden ihn, ist Jahn überzeugt, auch „in die ewigen Jagdgründe“ begleiten. Der einstige Buchhändler und Autor hat jetzt gemeinsam mit Rudolf Oeser, Historiker und Indianistik-Experte aus Zwickau, ein Buch herausgebracht, das es so noch nicht gegeben hat: „Indianer Nordamerikas auf historischen Postkarten“. Die sammelt Jahn schon seit Jahrzehnten.

Sitting Bull. Quelle: privat

Für den Bildband hat er aus seinem umfangreichen Fundus 700 Exemplare ausgewählt. Co-Autor Oeser hat die Abbildungen mit den entsprechenden historischen Angaben und biografischen Daten versehen. „Das goldene Zeitalter der Postkarte liegt über 100 Jahre zurück. Deutschland und vor allem die Druckereimetropole Leipzig waren das Zentrum der Postkartenproduktion. Jährlich wurden über 20 000 Tonnen gedruckte Postkarten, darunter eine Vielzahl mit sonst nirgendwo publizierten Indianermotiven, in die Vereinigten Staaten geliefert. Viele kamen auf dem Postweg zurück nach Europa – und sind längst begehrte Sammlungsstücke“, so Jahn. Er ist immer auf der Suche, aktuell oft im Internet, aber auch auf Flohmärkten hierzulande. Sammler Jahn macht für einen Neuerwerb schon mal 100 Euro locker. Und wenn die Post sogar eine Karte aus Hawaii nach Leipzig bringt, ist der Empfänger bereit zum Freudentanz in seinem Tipi.

Ein Irokesenhäuptling mit Familie. Quelle: privat

Unter den Postkarten, die im vom Passage Verlag bestens edierten Buch zu finden sind, nennt Jahn seine Favoriten. Die Irokesen sind es, na klar, denn Jahn fühlt sich ja selbst als einer von ihnen. Oder die Häuptlings-Legende Sitting Bull (1834 – 1890), der mit dem Kampf um die Rechte seines Sioux-Volkes in die Annalen einging.

So bietet das Buch Ansichtskartenbilder der Indianer und dazu vielfältige Information über ihr meist konfliktreiches Leben in Nordamerika. Die Herausgeber haben für ihre sehr spezielle Kulturgeschichte jahrelang recherchiert. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Siegfried Jahn, Rudolf Oeser, Indianer Nordamerikas auf historischen Postkarten, Passage Verlag, 264 S., 39,95 Euro

Von Thomas Mayer

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