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Ein Gütesiegel für Gästeführer - Leipziger Guides müssen sich weiterbilden

Ein Gütesiegel für Gästeführer - Leipziger Guides müssen sich weiterbilden

Die meisten sind, pardon, alte Hasen. Sie führen Touristen im Kostüm als Marktweib und Lerchenfrau durch die City oder begleiten sie charmant im Bus zu Leipzigs Wahrzeichen.

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Schulung der neuen Gästeführer von Leipzig Erleben.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Trotzdem schickt die Firma Leipzig Erleben GmbH ihre Guides auf die Schulbank. Gestern war einer der Prüfungstermine, um das EU-Zertifikat zu erlangen.

Im Büro von Anke Knote sprechen oft Studenten oder auch ältere Leipziger vor, die gerne mal als Nebenjob Touristen führen wollen. Die schickt die Chefin von Leipzig Erleben meist weg. "Nicht, weil ich ihnen das nicht zutraue. Wir haben aber einen sehr hohen Anspruch." So hat sich die Firma - als offizieller Partner der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH - verpflichtet, nur Gästeführer mit einem Zertifikat der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu beschäftigen. Die halbjährige Ausbildung umfasst 184 Stunden. Alle 75 Gästeführer, die für Leipzig Erleben arbeiten, müssen sie vorweisen. Hinzu kommen mindestens zwei, drei Fortbildungen im Monat, um auf dem neuesten Stand zu sein, sowie Hospitationen. Und deshalb ärgert es viele, wenn sie in der City "Kollegen" antreffen, die ihre Infos gerade mal so von der Karteikarte ablesen und kaum Fragen beantworten können. Oder wenn bei der Rundfahrt ein Band läuft.

Oft arbeiten Gästeführer für unterschiedliche Anbieter oder auf eigene Rechnung. Natürlich: Auch andere Firmen, etwa Treffpunkt Leipzig, achten auf Qualität. Aber eben nicht alle. "Wir verstehen uns als Vorreiter und gehen nun einen Schritt weiter", betont Knote. Mehr als zwei Drittel ihres Teams ist seit vorigem Jahr dabei, eine Zertifizierung nach EU-Standard abzulegen. Dahinter verbirgt sich ein sehr anspruchsvolles Verfahren. Jeder Guide muss 600 Stunden - verteilt auf genau definierte Themen - nachweisen. IHK-Zertifikate, Weiterbildung, Studium, besondere Praxiserfahrungen werden nach einem Punktesystem berücksichtigt.

"Vor dem Hintergrund, dass leider bisher in Deutschland das Berufsbild des Gästeführers nicht anerkannt ist und quasi jedermann eine Stadtführung anbieten kann, ist dieses neue Qualitätskriterium sehr wichtig", findet Tobias Kobe, der Vorstandsvorsitzende des Vereins Gästeführungen Leipzig und Umland.

Gestern legen 16 Gästeführer die Prüfung ab. Worüber sie sprechen sollen, wird vorher ausgelost. Fremdsprachen spielen dabei keine Rolle, wobei Leipzig Erleben zwölf außer Deutsch auf dem Programm hat. Ute Poppitz beispielsweise führt auf Niederländisch, neben "normalen Rundgängen" auch durchs Neuseenland. Warum lässt sie sich prüfen? "Meine Gäste sollen die Garantie haben, dass sie eine Führung buchen, die Hand und Fuß hat." Wolther von Kieseritzky, der Vizechef des Bundesverbandes der Gästeführer in Deutschland, ist jedenfalls sehr angetan davon, was die Prüflinge ihm so bieten. "Sie machen einen guten Job", sagt er in einer ersten Reaktion.

Etwa 500 Gästeführer in 40 Städten Deutschlands arbeiten nach dem im Jahre 2008 entwickelten EU-Standard. Was zunächst wenig klingt. "Das Gütesiegel ist ja eine Neuerung und erfordert eine sehr umfangreiche Ausbildung", erklärt von Kieseritzky. Gästeführer sei kein Lehr-, vielmehr ein Fortbildungsberuf. "Daher sind geregelte Ausbildungsgänge enorm wichtig."

Für Leipzig Erleben ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Weitere Gästeführer sind dabei, die EU-Zertifizierung zu absolvieren. Darunter Christa Schwarz. Sie gehört zu den Ikonen der Leipziger Gästeführer, hat zwölf Jahre lang ihre Kollegen mit ausgebildet und Touren wie jene über den "Drallewatsch" entwickelt. Doch auch sie will es wissen: "Niemand ist zu alt, um noch etwas dazuzulernen", sagt sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.11.2013

Mathias Orbeck

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