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Lokales Ein Loblied auf das hippe Leipzig - Handgemacht-Kreativmarkt im Kohlrabizirkus
Leipzig Lokales Ein Loblied auf das hippe Leipzig - Handgemacht-Kreativmarkt im Kohlrabizirkus
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01:00 11.11.2013
Proppenvoller Kohlrabizirkus: Am ersten Handgemacht-Kreativmarkt nahmen mehr als 250 Händler teil. Quelle: Wolfgang Zeyen

Mehr als 5000 Besucher strömten dafür in das Kuppelgebäude.

Eine mindestens 70 Meter lange Menschenschlange steht am Sonnabendnachmittag vor dem Leipziger Kohlrabizirkus. Aufgeregtes Schnattern von überwiegend weiblichen Gästen erfüllt das Treiben. In den Gesichtern zeichnen sich Vorfreude und Gespanntheit ab. "Ich möchte ein Paar schöne Ohrringe", ist von einer jungen Frau, die in der Menge steht, zu hören. Andere Wartende wollen sich auf die Suche nach "besonderer Kinderkleidung" begeben oder nach "Wohlfühl-Deko" Ausschau halten. Im Inneren der früheren Großmarkthallen hoffen sie, fündig zu werden. Dort, wo die Kreativmesse rund um die Online-Plattform DaWanda bereits im vollen Gange ist.

Schon vor einem Jahr berichtete die LVZ über den Do-it-yourself-Boom der Leipziger. Mehr als 800 Online-Shops auf dem digitalen Marktplatz von DaWanda kommen aus der Messestadt. Die steigenden Umsatzzahlen der Kreativ-Plattform lassen auf großes Interesse an Handgemachtem schließen. Hier setzt die Idee der Kreativmarkt-Veranstaltungsreihe an, die den Organisatoren Janine Sandig und Tom Szymkowiak vor gut einem Jahr in den Sinn gekommen ist: "Im Westen gibt es diese Märkte schon länger, nur im Osten Deutschlands hatte sich das zunächst nicht durchgesetzt." Dementsprechend skeptisch zeigte sich Szymkowiak, als seine Freundin einen Kreativmarkt in ihrer Heimatstadt Dresden auf die Beine stellen wollte. Doch gleich die Premiere im Frühjahr dieses Jahres war ein Besuchermagnet. Seither organisieren beide in den neuen Bundesländern monatlich die Kreativmärkte mit DaWanda als offiziellem Teilnehmer. Soll heißen: Die Plattform gibt nicht nur ihren Namen, sondern ist auf jedem Markt mit einem Mitmach-Stand vertreten.

Für die Händler, die aus ganz Deutschland, Spanien, Holland, Litauen und Polen stammen, ist der reale Markt die optimale Ergänzung zum virtuellen Verkauf. Aus Einzelkämpfern, die alle die Angst teilen in der Masse unterzugehen, werden an jenen Wochenenden Standnachbarn und teilweise sogar Freunde. "Der Markt gibt den Interessenten die Chance, unsere Produkte live zu sehen, Ohrringe mal anzuhalten, Kindermützen mal aufzusetzen", beschreibt Nadja Polanski. Die 28-jährige Leipzigerin öffnete ihren Online-Shop "Klara Kleeblatt" im Mai und nimmt seither regelmäßig an Verkaufsmärkten teil. Ein kluger Schachzug, denn der stets hohe Besucherandrang zeigt, dass viele Käufer noch immer Wert auf die Haptik legen.

Der Andrang von draußen setzt sich am Sonnabend drinnen fort. Proppenvolle Gänge, schweres Herankommen an die Stände und immer wieder Geschubse und Gedränge. Dennoch: Die allgemeine Grundstimmung lässt Zufriedenheit spüren. "Ich fühle mich wohl hier, die Location ist klasse, die Leute sind nett und die Organisation ist top", strahlt Filzkünstlerin Chris Wardezki. Und auch auf der Besucherseite herrscht Glückseligkeit: "Bisher haben wir ein Armband, zwei Paar Ohrringe, ein Halstuch und ein Ledermäppchen gekauft", gewähren Sophie Blender und Anna Lehmann Einblicke in ihre Shopping-Erfolge.

Das Veranstalterteam Szymkowiak/Sandig ist am Ende überwältigt. "Die Leipziger waren unheimlich jung und hipp, mit Abstand der coolste Markt bisher!" Der nächste Termin steht deshalb schon fest: Am 5. und 6. April 2014 findet Runde zwei des Kreativmarktes in Leipzig statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.11.2013

Julia Wick

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