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Ein Notenspursalon zu Ehren Regers im Alten Senatssaal der Universität

Notenspursalons beginnen Ein Notenspursalon zu Ehren Regers im Alten Senatssaal der Universität

Ab 24. Januar wird wieder in Notenspursalons geladen. Konzertfreunde können in diesem Jahr sieben Konzerte an sechs Notenspur-Orten erleben und mit Künstlern ins Gespräch kommen. Zum Auftakt wird die Musik von Max Reger im Alten Senatssaal der Uni erklingen. Für Kinder gibt es am 7. Februar im MDR-Würfel einen „Karneval tonale“.

Gewandhausmusikerin Birgit Weise gibt im Alten Senatssaal der Uni Leipzig einen Vorgeschmack auf das Konzert. Werner Schneider begleitet sie am Klavier.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Geselligkeit und Konversation an historischer Stätte, dazu vielleicht ein Gläschen Wein oder Kaffee. Von Ende Januar bis in den März hinein öffnen die musikalischen Notenspur-Salons wieder. In großen Salons des 19. Jahrhunderts war es üblich, dass Klassik-Liebhaber dem Pianisten oder dem Ensemble bei einem Gläschen lauschen, hinterher am Stehtisch mit den Künstlern ins Gespräch kommen. Diese Tradition hat der Verein Notenspur – dessen Geschäftsstelle 2016 wieder von der Stadt institutionell gefördert wird – aufleben lassen. Die mittlerweile achte Auflage der beliebten Reihe beginnt, wie man im Reger-Jahr 2016 wohl vermuten darf, mit einem Reger-Salon in den Räumen der Universität Leipzig. „Das Schwein und der Künstler werden erst nach ihrem Tode geschätzt“ ist dieser Salon einem Ausspruch Regers folgend überschrieben.

„Der Alte Senatssaal passt prima zu Reger, der 1907/08 Universitätsmusikdirektor war“, erklärt Werner Schneider, der Chef des Fördervereins Notenspur. In kommentierten Gesprächen werde Regers Zeit in Leipzig lebendig. Wie viele Genies hat der Komponist alles bewältigt – außer in seinem Leben. Er war maßlos im Arbeitspensum, aber auch im Alkoholgenuss. Er hatte mehrfach nervliche und physische Zusammenbrüche, bevor er als 43-jähriger in Leipzig verstarb. Im Vordergrund steht natürlich seine Musik, die von David Timm am Klavier, der Mezzosopranistin Ursula Thurmair sowie den Gewandhausmusikern Birgit Weise (Viola) und Edwin Ilg (Violine) zum Leben erweckt wird. „Als Kind bin ich immer an seinem Geburtshaus vorbeigekommen. Das fand ich sehr spannend“, erzählt Weise, die dadurch wohl auch ein besonderes Verhältnis zu Reger-Suiten für Bratsche entwickelt haben, die wie sie sagt nicht alle Studenten lieben.

Insgesamt erwarten die Salonliebhaber in diesem Jahr sieben Konzerte an sechs Notenspur-Orten. “Nach unserem erfolgreichen ersten Kinder-Notenspur-Salon 2015 bieten wir nun einen ’Karneval tonale’, der Kinder und Erwachsene begeistern wird“, ergänzt Elke Leinhoß von der Notenspur-Initiative. Dabei geraten am 7. Februar im MDR-Würfel einige Orchester-Instrumente in einen Disput darüber, wer den wichtigsten Part hat. Es kommt zum Wettstreit zwischen ganz hohen und ganz tiefen Tönen, zwischen kleinen und großen Instrumenten. Bevor schließlich alle merken, etwas Hörenswertes entsteht am besten beim gemeinsamen Musizieren.

Schwungvoll wird es in der Grieg-Begegnungsstätte gleich zweimal, damit noch mehr Freunde in den Genuss eines Salonkonzertes kommen können. Beschwingt geht es auch im Schumann-Haus zu, wenn „Auf Flügeln des Gesanges“ Robert Schumann und Heinrich Heine zu hören sind. Die Geschichte der wundersamen Errettung eines Gambisten steht im Zentrum des Salons im Bach-Museum – Märchenhaftes in Wort und Musik. Solches bildet auch den Abschluss der 2016er Salonkonzerte in der Oper. Dort heißt es „Dichter-Liebe“, der Salon widmet sich diesem ewigen Thema mit Clara und Robert Schumann.

Auftakt der Salons wird am 24. Januar, 15 Uhr, im Alten Senatssaal der Universität, Ritterstraße 26 sein. Infos zu den weiteren Terminen und Tickets unter www.notenspur-leipzig.de.

Von Mathias Orbeck

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