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Lokales Ein Quedlinburger glüht am besten auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt
Leipzig Lokales Ein Quedlinburger glüht am besten auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt
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10:15 06.12.2017
Walter Hecht (Mitte) erhält die Siegerplakette des LVZ-Glühweintests aus den Händen von Marktamtsleiter Walter Ebert (links daneben) und LVZ-Lokalchef Björn Meine (rechts). Die Musiker vom Duo Brock'sWing Klapp spielen dazu ein Ständchen. Quelle: André Kempner
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Es war so knapp wie nie: Die vierte Auflage des großen LVZ-Glühweintests hat nicht nur die gestiegene Qualität in den Tassen nachgewiesen und das Feld noch enger zusammenrücken lassen – sondern auch mit einige Überraschungen aufgewartet. Der strahlende Sieger heißt Walter Hecht, der sein Glück am Montagnachmittag bei der Preisverleihung kaum fassen konnte. „Wahnsinn, vielen Dank allen, die meinem Wein gewogen sind. Das muss ich jetzt erstmal sacken lassen“, jubelte der 56-jährige Quedlinburger an seinem Stand auf dem Augustusplatz.

Die Sieger des LVZ-Glühweintests auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt stehen fest: Dauerbrenner Walter Hecht holt sich zum ersten Mal die Gewinner-Plakette. Insgesamt 42 Stände wurden in diesem Jahr getestet. Fotos: André Kempner

Walter Hecht ist unter Kennern schon seit Längerem ein ganz heißer Tipp: Mit den Plätzen zwei und drei hatte sich sein Roter Bio-Wein bereits in den vergangenen beiden Jahren in der Spitze etabliert. Daneben ist er für seinen außergewöhnlichen Eierpunsch – auf rot schimmernder Wein-Basis – bekannt. Nun folgt also der heiße Ritterschlag. In der 15-köpfigen Leser-Jury, beim Finale der besten Acht mit Experten, Lesern und Prominenten sowie im Online-Voting auf LVZ.de hat er mit 20 von 24 möglichen Zählern insgesamt die meisten Punkte gesammelt. Die Ergebnisse flossen je zu einem Drittel in die Gesamtwertung ein. Die Abstimmung im Internet schob Walter Hecht noch vom zweiten Platz am bis dato Führenden, den roten Barrique von der Nikolaus-Schihütte in der Grimmaischen Straße (19 Punkte), vorbei. Der knapp geschlagene Waldemar Böhmer („Smile & Fun“) trug es mit Fassung: „Ich greife im nächsten Jahr wieder an.“ Tatsächlich sollte aber schon in diesem Jahr der edle, nahezu naturbelassene Tropfen mal verkostet werden.

Die 15 besten Glühweine auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt 2017

1. Platz Walter Hecht – Stand A31 auf dem Augustusplatz (vor der Oper), roter Glühwein

2. Platz Nikolaus-Schihütte (Smile & Fun) – Stand G26/27 auf der Grimmaischen Straße (Höhe Ritterstraße), roter Barrique-Glühwein

3. Platz Kelterei Oese – Stand P11 auf der Petersstraße, weißer Bacchus-Glühwein

4. Platz Knobi-Matti – Stand A06 auf dem Augustusplatz, Pflaumenpunsch

5. Platz Brennerei Kapaurer – Stand SD03 auf dem Augustusplatz (vor der Universität), roter Glühwein

6. Platz Wein- und Sektgut Keth – Stand M 02/01 auf dem Markt (Ecke Katharinenstraße), roter Glühwein

7. Platz Schloss Wackerbarth – Stand A18 auf dem Augustusplatz, weißer Glühwein

8. Platz Schausteller Hoffmann – Stand R14 in der Reichsstraße (neben Schmalzbäckerei), weißer Glühwein

9. Platz Schausteller Fischer – Stand R01 in der Reichsstraße (Ecke Bildermuseum), Rosé-Glühwein

10. Platz Willi Wenin/Südtiroler – Stand M11/01 auf dem Markt (am Alten Rathaus), roter Glühwein

11. Platz Eberhard Wiedenmann/Sachsen Sail und San Remo – Stand G06 und G18 auf der Grimmaischen Straße, weißer Glühwein

12. Platz Schausteller Liebold – Stand N08 auf dem Nikolaikirchhof, Rosé-Glühwein

13. Platz Grillmeister Krell – Stand N11 auf dem Nikolaikirchhof, Heidelbeerpunsch

14. Platz Schausteller Felber – Stand R09 in der Reichsstraße, Rosé-Glühwein

15. Platz Reichsstadthalle Zur Höll – Stand 11/04 auf dem Markt (am Alten Rathaus), roter Glühwein

Online-User kürten "Knobi-Matti" zum Favorit

Vom Fan-Zuspruch auf LVZ.de profitierte auch der Gewinner des vergangenen Jahres: Die Kelterei Oese machte noch einen Rang gut und kletterte unter den 42 getesteten Ständen von dem schon sehr guten Platz vier auf drei (17 Punkte). Der weiße Bacchus brachte dem Rand-Dresdner Michael D. Oese, der seine Hütte traditionell in der Petersstraße aufbaut und immerhin schon zwei Mal auf dem Treppchen ganz oben gestanden hat, die abermalige Prämierung. Zuletzt hatte er mit seinem roten Dornfelder geglänzt. Auf den Plätzen folgen Knobi-Matti (16 Punkte), der mit seinem süffigen Pflaumenpunsch die Internet-Abstimmung gewonnen hat, die Brennerei Kapaurer mit ihrem Südtiroler Dorf und ihrer enormen Auswahl (14 Punkte), das Weingut Keth (11 Punkte), Schloss Wackerbarth (6 Punkte) und der Schausteller Hoffmann (5 Punkte).

„Es wird immer schwerer, schlechten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu finden“, stellte Marktamtschef Walter Ebert bei der Preisverleihung fest, „nahezu alle Händler haben sich dieses Jahr nochmal ins Zeug gelegt. Damit lässt sich nicht nur für jeden Geschmack etwas finden – sondern die Qualität hat einen weiteren Sprung nach oben gemacht.“ So komme es, meint Walter Ebert, dass es nicht mehr um die acht oder zehn besten Glühweine gehe, sondern mindestens eine Top-20 notwendig wäre. LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer erklärt: „Mit dem Test wollen wir eine Orientierung geben. Jeder hat die Möglichkeit, sich von den Angeboten zu überzeugen.“

Zwei Weinköniginnen testeten mit

Tatsächlich sind diesmal so viele Geschmacksrichtungen in guter und bester Qualität zu finden wie wohl noch nie. Dabei sind nicht nur die vertretenen Weingüter entsprechend präpariert, auch viele Händler haben schon beim Einkauf gesteigerten Wert auf das Besondere gelegt, etwa auf mundende Rosé-Weine. „Es hat viel Spaß gemacht, die Vielfalt durchzuprobieren“, sagt Friederike Wachtel, die Sächsische Weinkönigin von 2016/17, die in der Finalrunde der besten Acht für die LVZ mitgetestet hat. Ihr Urteil: „Doch es gibt wenige, die mit hervorragenden Aromen in der Nase herausstechen. Mir persönlich gefallen Glühweine, die eine zurückhaltende Süße haben. Auch die kann man auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt genießen.“ Alles in allem seien überall die Mitarbeiter freundlich und der Service sehr gut gewesen, hat Friederike Wachtel festgestellt.

Das bestätigt Daniela Undeutsch, die 2015/2016 als Sächsische Weinkönigin amtierte und nun ebenfalls die Vielfalt der Glühweine verkostete: „Besonders wichtig ist bei einem guten Glühwein, dass die Zubereitung mit Liebe und Bedacht erfolgt. Außerdem muss Wert auf natürliche Zutaten gelegt werden. Glühweine mit künstlichen Aromen verdecken die Vorzüge des Grundweines.“

Die LVZ hatte ihre Leser dazu aufgerufen, an der vierten großen Glühwein-Verkostung teilzunehmen. Aus der Rekordbeteiligung von 187 Bewerbungen wurden die Tester ausgelost, die neben einer gewissen Trinkfestigkeit auch über die nötigen sensiblen Geschmacksnerven verfügen. Für die LVZ-Leser war der Test weit mehr als eine unterhaltsame Nachmittagsbeschäftigung. „Die Menschen orientieren sich natürlich an den Ergebnissen. Da muss man objektiv sein“, erklärt Sabrina Sorgalla. Und LVZ-Chefredakteur Emendörfer macht klar: „Wir haben den Ehrgeiz, mit der Jury ein faires Urteil abzugeben. Unsere Leser sollen wissen, wo der Glühwein am besten schmeckt. Jeder kann sich nun den Stadtplan aus der Zeitung nehmen und selbst durchkosten.“

Von Andreas Debski

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