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Lokales Ein Tag in Leipzig: 19 Babys, 38 Unfälle, fünf Stunden Sonne
Leipzig Lokales Ein Tag in Leipzig: 19 Babys, 38 Unfälle, fünf Stunden Sonne
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08:30 16.03.2017
Ein ganz normaler Tag über der Innenstadt von Leipzig. (Archivfoto)  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Einfach nur durchschnittlich ist in Leipzig gefühlt nichts mehr, vor allem seit Klein-Paris schneller wächst als das Original. Und dennoch hat die Stadtverwaltung jetzt ausgerechnet, was an einem zumindest theoretisch möglichen, stinknormalen Durchschnittstag in Leipzig passiert. Unter anderem werden jeden Tag in Leipzig 19 Kinder geboren, verlegen 109 Menschen ihren Wohnsitz an die Pleiße, geben sich fünf verliebte Paare im Stadthaus das Ja-Wort, packen 8.000 Touristen in den hiesigen Hotels und Pensionen ihre Koffer aus. Zeitgleich werden 12.798 Medien in den Leipziger Büchereien ausgeliehen, passieren 38 Verkehrsunfälle auf den Leipziger Straßen, nutzen 405.000 Menschen das Angebot der Leipziger Verkehrsbetriebe, tauchen 2868 Leipziger ins kühle Nass der Hallenbäder. Und während die Sonne nicht weniger als fünf Stunden am Firmament scheint, freuen sich 522 Opernfans und 592 Gewandhausbesucher aufs abendliche Konzert in den Musikhäusern. Jeden Tag, in Leipzig.

Ende 2017 geht es Richtung 600.000 – Leipzig in den TopTen

Klar ist, diese Zahlen sind nur eine Momentaufnahme mit Werten aus dem Jahr 2016. Im nächsten Jahr werden überall noch ein paar Zähler drauf gepackt, denn Leipzig wächst weiter. Zum Jahresende lebten genau 579.530 Menschen in der Stadt, sagte Ruth Schmidt, Leiterin des Amts für Statistik und Wahlen bei der Vorstellung des Quartalsberichts am Dienstag. Inzwischen sind es über 580.000 – und bis zum Ende 2017 rückt die 600.000 immer näher. Spätestens im kommenden Jahr wird die magische Marke fallen, da sind sich die Experten sicher. Die haben inzwischen auch eine neue, weniger konservative Vorausschätzung aufgestellt. „Wir waren bisher etwas zu kleingläubig, lagen mit unseren Schätzungen immer unter den später erreichten Zahlen“, so Schmidt.

Ihre Prognosen gehen jetzt bis 2020 – das Jahr, in dem Leipzig voraussichtlich mehr als 630.000 Einwohner haben wird. Im Vergleich zu anderen deutschen Städten ist die Messestadt übrigens inzwischen in die TopTen aufgestiegen, hat Leipzig das bisher davor liegende Bremen überholt. Ganz aktuell ist dieser Vergleich mit Daten aus den statistischen Landesämtern allerdings nicht, denn seit Ende 2015 werden aufgrund einer Softwareumstellung auf Landesebende keine Daten mehr erhoben. Ausgang ungewiss. Wahrscheinlich ist, dass Leipzig inzwischen auch Essen überholt und somit zur Neuntgrößten Stadt der Bundesrepublik aufgestiegen ist.

Hotspot in Leipzig-West: Der Lindex (Lindenauer Markt, Archivfoto)

Gründe für den anhaltenden Bevölkerungsaufschwung liefern neben anhaltend hohen Geburtenzahlen – im vergangenen Jahr mit 6873 Babys so hoch wie seit der Wende nicht – immer noch die Zuzüge nach Leipzig. Interessanter Weise kommen diese aber nicht mehr verstärkt aus Sachsen, so wie viele Jahre zuvor. Ganz im Gegenteil: Inzwischen verlassen mehr Menschen die Stadt in Richtung Freistaat, als umgekehrt. „Vor allem die beiden Umlandkreise sind dabei große Gewinner – die ziehen jetzt mit Leipzig mit“, sagte Schmidt. Dass es trotzdem 2016 ein Drittel mehr Zu- als Wegzüge in Leipzig gab, liegt vor allem an Neu-Leipzigern aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland – 16.000 aus der Bundesrepublik und 12.000 aus dem Ausland. Übrigens: Nur 2000 der insgesamt 40.000 neuen Leipziger im vergangenen Jahr waren Asylbewerber.

Stadtteile in Ost und West beliebt – Innenstadt verliert Mieter

Blickt man ins Sublokale, erlebten in den vergangenen fünf Jahren vor allem die Stadtteile Volkmarsdorf (+ 49%), Plagwitz (+20,8%), Lindenau und Altlindenau (jeweils 28 %) einen Bevölkerungsboom. Lediglich in Heiterblick, Grünau-Siedlung und Lützschena-Stahmeln zogen in den vergangenen fünf Jahren mehr Menschen weg als hin. Zuletzt ist allerdings auch das Leipziger Stadtzentrum von einer regelrechten Mieterflucht betroffen: Laut Statistik lebten dort zum Jahresende 510 Menschen weniger als noch zuvor (-22,3%). Gründe dafür liegen allerdings in der Schließung der temporären Flüchtlingsunterkunft im Brühlpelz-Hochhaus im vergangenen Jahr. 

Insgesamt wird die Messestadt allmählich immer jünger. Vor allem in den Altersgruppen zwischen 20 und 40 Jahren geht die Bevölkerungspyramide quasi immer mehr in die Breite. „Das sind natürlich auch Ausbildungsjahrgänge, aber vor allem auch viele junge Erwerbstätige“, so die Statistik-Expertin am Mittwoch.

Von Matthias Puppe

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