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Lokales Ein Volontariat in Afrika und seine Folgen für eine junge Leipzigerin
Leipzig Lokales Ein Volontariat in Afrika und seine Folgen für eine junge Leipzigerin
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00:18 09.02.2017
Die Leipzigerin Victoria Knobloch unterstützt fortan das Engagement von Gideon Kalangwa und Rose Lufafa für deren Schule im ugandischen Jinja. Quelle: Foto: privat
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Leipzig


„Viele Kinder der Gemeinde sind überdies auf Grund von HIV und Aids zu Waisen geworden. Ihre Grundbedürfnisse sind nicht gedeckt. Hunger, Hausarbeit und Krankheit hindern die meisten daran, zur Schule zu gehen“, sagt Knobloch. Zugleich würden viele Frauen und Witwen in extremen Elend leben. „Sie haben für ihre Familie weniger als einen Euro pro Tag zur Verfügung. Das wiederum wirkt sich eben nicht nur auf das Leben der Mütter, sondern auch auf die Gesundheit und Bildung der Kinder aus.“ Ältere Menschen indes lebten oft einsam, verlassen und verarmt, weil ihre Kinder entweder infolge von Aids gestorben sind oder weit entfernt arbeiten müssen und dennoch nicht genug Geld verdienen, um die Eltern zu unterstützen. Ihnen fehle es am existenziell Nötigsten wie Medikamenten, Seife, Matratzen…

„Unheimlich inspiriert“ hat Knobloch jedoch auch die „bedingungslose Liebe und Hingabe“, die die zwei Vor-Ort-Unterstützter der Schule in Jinja – Rose Lufafa und Gideon Kalangwa – den bedürftigen Kindern und betagten Leuten der Umgebung entgegenbringen. „Das alles führte dazu, dass ich fortan – zumindest ein Stück weit – Entwicklungshilfe leisten will – für die Kinder, die Schule, die dortige Gemeinschaft. Und zwar zusammen mit Herrn Kalangwa und Frau Lufafa.“ Gideon Kalangwa, erzählt die Leipzigerin, sei ein junger ugandischer Philanthrop. „Er hat studiert und ist Ingenieur. Wobei all seine Arbeit und Bemühungen der Schule gelten.“ Rose Lufafa stamme aus einer typischen afrikanischen Familie, studierte Betriebswirtschaftslehre und erledige weitgehend die administrative Arbeit in der Schule. „Zudem übernimmt sie die Mutterrolle für viele bedürftige Kinder dort.“

Mit diesen beiden Kollegen und Freunden hat Knobloch jetzt die Deseret Foundation gegründet, eine registrierte, gemeinnützige, nicht-politische Organisation im Dorf Kyamagwa, fünf Kilometer vom ugandischen Jinja entfernt. „Wir wollen gerade den benachteiligten Kindern und Waisen eine Perspektive geben. Sie sollen eine qualifizierte Ausbildung in einem guten sozialen und wirtschaftlichen Umfeld erhalten, geistig und emotional wachsen und eines Tages in der Lage sein, ihr Land positiv zu verändern“, meint Knobloch. Auf lange Sicht werde zu diesem Zweck auch die Gründung eines Internates angepeilt. Als ein weiteres, vordergründiges Vorhaben habe man die Unterstützung älterer Menschen in dieser ugandischen Region auf der Agenda, vor allem mit Blick auf menschenwürdige Wohnverhältnisse und deren medizinische Versorgung.

„Noch stehen wir ganz am Anfang, der amtlichen Eintragung als ,e.V.‘ sehen wir in Kürze entgegen. Dann ist es vielleicht auch einfacher, Projektförderungen zu erhalten“, denkt Knobloch, die am 9. Februar wieder nach Uganda fliegt, um die Vereinsarbeit dort in Schwung zu bringen. Im Bekanntenkreis habe sie bereits über Weihnachten 800 Euro einsammeln können. „Davon lässt sich schon mal der Fußboden eines Klassenraums betonieren. Fließendes Wasser und Strom wurden schon installiert.“ Man müsse eben mit kleinen Schritten beginnen, denkt die junge Frau: mit etwas Medizin und Kleidung für die Kinder und Alten, mit der Anschaffung von Schulbüchern, mit Musikinstrumenten, mit einer Küche für die Schule…

Für jeden, der dem noch jungen Verein fortan beisteht, sei man dankbar. Sei es mit Spenden, mit Ehrenamtskraft, mit Ideen für Benefizaktionen… Letztere hat sie auch schon selbst: „Ich habe ein Fotoprojekt mit den Kindern in Uganda gemacht: ,What we really want to learn in school’, für das ich nur noch eine Ausstellungsmöglichkeit benötige.“ (Zu sehen ist die Arbeit auf ihrer Website: www.victoriaknobloch.com.) Ein mutiger Pianist werde überdies gesucht, der in Jinja einen Gospelchor mitgründet. Weil Gospel dort im spirituellen Leben einen so wichtigen Platz einnimmt. Glücklich wäre man ebenso über Spezialisten für Wassermanagement und Agrarwirtschaft, die sich vor Ort bei Planungsarbeiten einbringen, um selbst auf diesen Gebieten Hilfe zur Selbsthilfe zu organisieren. „All das ist ja vielleicht auch ein sinnvoller Beitrag zur Flüchtlingsfrage, wenn man es längerfristig betrachtet“, überlegt Knobloch.

Kontakt zu Victoria Knobloch via
Telefon: 0173 8188495;
E-Mail: victoria_knobloch@web.de

www.deseretfoundationug.com

Von Angelika Raulien

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