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Lokales "Ein ganz ernstes Problem" - Kulturbürgermeister Faber zur Zukunft des Naturkundemuseums
Leipzig Lokales "Ein ganz ernstes Problem" - Kulturbürgermeister Faber zur Zukunft des Naturkundemuseums
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09:34 01.11.2016
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Was also tun, Herr Faber? Der Bürgermeister: "Es ist immer schlecht, wenn die Stadt in so eine Situation gerät, dass gespart werden muss. Das Naturkundemuseum ist das Museum, das in der Profilierung unserer Museumslandschaft - man denke an die Neubauten von Bildermuseum, Stadtgeschichtlichem Museum und der Galerie für Zeitgenössische Kunst sowie an die umfassende Rekonstruktion des Grassi-Komplexes - auf der Strecke geblieben ist." Laut Faber wäre das Naturkundemuseum nun mal dran, um auch mit Baumaßnahmen qualifiziert zu werden. Dabei sei offen, ob eine Neuprofilierung am alten Ort geschehen könne oder ein Neubau, etwa auf dem schon in der Diskussion befindliche Agra-Gelände, in Betracht käme. Faber spricht im Konjunktiv, er muss es wohl auch tun, denn festlegen kann, darf er sich nicht. Alle Fachressorts sind derzeit verpflichtet, Vorschläge fürs "Streichkonzert" zu unterbreiten. Fest steht aber auch für Faber: Beim Naturkundemuseum handelt es sich um eine Einrichtung, die in den vergangenen 15 Jahren "stark vernachlässigt wurde". In der aktuellen Situation des unbedingten Sparens sei deshalb so eine Einrichtung "besonders gefährdet". Er selbst vertrete den Grundsatz, dass man keinesfalls auf das Naturkundemuseum verzichten sollte. Wenn man aber diesem Grundsatz folge, dann müsse man in absehbarer Zeit auch etwas tun. Also? - Faber: "Das Naturkundemuseum ist ein ganz ernstes Problem."

Man sei mitten in der Haushaltklausur, frage sich, was könne, was müsse man ausschließen. Zudem habe doch der Oberbürgermeister jüngst in einem Interview mit dieser Zeitung zur Kenntnis gegeben, dass die Hochkultur von den Sparzwängen unangetastet bleiben sollte. Michael Faber: "Dann muss ich mich natürlich fragen, welche Punkte denn übrig bleiben, um ein Sparpotential zu entdecken. Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir sagen können, so oder so wird es gehen." Deshalb sei der Konjunktiv sein favorisierter Wortschatz. "Das Naturkundemuseum mit seinem jetzigen Status quo werden wir nicht mehr über viele Jahre betreiben können", sagt der Bürgermeister dann doch mal ziemlich definitiv. Dass es mittlerweile schon die Spatzen vom Rathausdach pfeifen, dass dieses Museum in Anbetracht der fehlenden Mittel für die dringend notwendige Rekonstruktion/Neubau - die Rede ist von schätzungsweise zehn Millionen Euro - nicht zu halten sein wird, will er in diesem Kontext und zum gegenwärtigen Zeitpunkt unkommentiert lassen.

Bürgermeister Faber lobt noch den durchaus prominenten Bestand des Museums, der unter den jetzigen Bedingungen kaum anders präsentiert werden könne. Und er bedauert zugleich, dass dieses Museum, gerade auch unter Stadträten, die sich jetzt erschüttert zeigen, viel zu wenige Lobbyisten hatte.

Thomas Mayer

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