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Leipzig Lokales Ein neues Geburtshaus für Leipzig
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00:17 27.05.2017
Sie haben es geschafft und ein Geburtshaus eröffnet: Die Hebammen Irmi Krause, Lisa Schneider, Nora Sandig, Katharina Weinrich, Franziska Seelemann und Annett Heitmann-Meise mit Sohn Mattayo (v.l.). Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Leipzig hat ein neues Geburtshaus. Sechs freiberufliche Hebammen hatten den nötigen Mut und eine gehörige Portion Durchstehvermögen, die Einrichtung mit dem bezeichnenden Namen „Aus dem Bauch heraus“ am Rabensteinplatz 3 einzurichten. Es ist jetzt – neben dem „Geburtshaus ins Leben“ in der Hillerstraße – eine zweite Einrichtung dieser Art in der Messestadt.

„An den Start gegangen sind wir Mitte März, seither wurden hier schon elf Babys entbunden. Und jetzt ist unsere Betreuungskapazität schon bis Jahresende ausgebucht“, erzählte Hebamme Franziska Seelemann, als dieser Tage eine kleine offizielle Eröffnungsfeier angesagt war. Sie und ihre Kolleginnen begleiten und betreuen hier nun nicht nur Schwangere und Wöchnerinnen, sie bieten darüber hinaus eine Menge rund ums Thema an. Dazu gehören geburtsvorbereitende Kurse beziehungsweise Angebote wie Yoga und Tanz für Schwangere oder für Mamas mit Baby. Es gibt Rückbildungskurse und Offerten wie Babymassage oder „Windelfrei-Workshops“.

Auf zwei Etagen in dem sanierten Altbau nahe dem Grassimuseum finden sich vom Hebammenteam selbst liebevoll im häuslich-familiären Stil ausgestattete Räumlichkeiten: unter anderem ein heller Kursraum, zwei Zimmer für die „Vorsorge“, natürlich auch ein Küchenbereich und ein Materiallager. Zur Dienstberatung oder mit Müttern bei einem Saft lässt sich vieles in einem kleinen Innenhofgarten bereden. Wie ein heimisches Schlaf- und Kinderzimmer in einem kommt das Geburtszimmer daher, in dem auch ein sonnengelber Geburtspool steht. „Frauen können hier ihren Nachwuchs entbinden, bleiben dann meist noch ein wenig, um sich etwas zu erholen. In der Zeit machen wir unter anderem bereits die erste Voruntersuchung des Babys – die U 1, und danach gehen Mutter und Kind wieder nach Hause, wo wir sie dann weiterbetreuen“, erklärte Seelemann. Glücklich mache das gesamte Team vor allem die gute Citylage. „Zum einen wegen der guten Erreichbarkeit. Vor allem aber wegen der Top-Anbindung an die Universitäts- und andere Kliniken, falls es wider Erwarten doch mal Komplikationen während einer Geburt gibt.“

Wie berichtet, hatte erst im Vorjahr ein ambitioniertes Hebammenteam seine Pläne, in Leipzig ein Geburtshaus zu eröffnen, nach jahrelangem Ringen begraben müssen. Nachdem für ihre 2004 eröffnete Einrichtung „Geburtshaus am Marienplatz Nr.  2“ 2014 der Mietvertrag fristgerecht ausgelaufen war, gelang es ihnen nicht, ein neues, geeignetes Objekt zu finden. Zermürbt zwischen den Mühlen von Ämtern und Behörden, die immer wieder neue Auflagen ins Feld führten, hatten sie aufgegeben.

„Leicht war es auch für uns nicht“, meinte nun Hebamme Annett Heitmann-Mbise, die als Inhaberin für das Geburtshaus am Rabensteinplatz verantwortlich zeichnet. „Wir haben auch so zwei Jahre gebraucht, ehe wir eröffnen konnten. Den Bauantrag etwa hatten wir im Dezember 2015 gestellt, im November 2016 genehmigt bekommen.“ Gut unterstützt habe sie jedoch das städtische Gesundheitsamt. Seelemann ergänzt: „Wir hatten auch einen sehr engagierten Bauherrn an der Hand, der alle baurechtlichen Vorgaben für uns super umsetzte.“

Zu denen, die bereits den Weg ins neue Geburtshaus fanden, um ihren Familienzuwachs ambulant zu gebären, gehört inzwischen unter anderem Katarina Jahn. Sie sei in der 29. Woche, verriet sie während der kleinen Eröffnungsfeier. Sie denke ganz einfach, in ein Krankenhaus gehe man, wie der Name schon sagt, wenn man krank ist. „Ein Kind zu bekommen, ist für mich nun aber keine ,Krankheit’“, lächelte sie. „Ich möchte eine natürliche Geburt haben, in einem Umfeld, wo man sich wohlfühlt und wo man sich als Frau dabei alle Zeit der Welt lassen kann. Und für mich stimmt da hier einfach alles“, so die 22-Jährige.

Von Angelika Raulien

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