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Leipzig Lokales Ein sattelfester Job: Unterwegs mit der Fahrradstaffel der Leipziger Polizei
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16:19 22.02.2018
Leipzig

Nebenbei sollen die bereiften Kollegen noch Verkehrssünder zur Ordnung rufen. Wie sieht das Auge des Gesetzes die Welt über den Lenker? Felix Kretz hat sich ein Bild davon gemacht und ist mitgefahren.

Susanne Poost und Joris Lägel fahren an diesem Morgen gemeinsam Streife. Sie, 30 Jahre, Polizeikommissarin, 2004 mit der Ausbildung begonnen, seit 2007 auf der Straße im Dienst. Er, 43 Jahre, Polizeiobermeister mit fast 20 Jahren Berufserfahrung. Die jüngste Beamtin und der älteste Beamte unter den insgesamt zehn Kollegen der Leipziger Fahrradstaffel, die ihren Stützpunkt im Revier in der Dimitroffstraße hat. Beide mit einer Vorliebe für Bewegung auf zwei Rädern und überzeugt von dem 40 000-Euro-Projekt des Freistaates, das sich innerhalb der Landesgrenzen sonst nur noch in Dresden findet.

"Wir kommen nicht nur besser in unwegsames Gelände", ist Poost überzeugt, "sondern sind auch präsenter". Lägel bestätigt: "Auf Fahrrad-Streife werden wir viel häufiger angesprochen." Der Bürger spürt offenbar die Nähe der Exekutivorgans, ist neugierig - und vorsichtiger geworden. Das Team stimmt darin überein, dass das Projekt seit dem Start im August 2013 erste Erfolge zeigt. "Es sind mehr Radfahrer mit Licht unterwegs und mehr Leute, die in der Fußgängerzone absteigen", meint Poost. Die City ist Schwerpunktkontrollgebiet für die Rad-Teams der Polizei, die täglich im Zweischichtsystem je acht Stunden unterwegs sind und dabei zirka 20 bis 30 Kilometer zurücklegen.

Von 11 bis 20 Uhr gilt im Herzen von Leipzig: Runter vom Rad. Auch für die beiden Polizisten. Kurz nach 11 Uhr pflücken Poost und Lägel zwei Frauen und einen Mann aus dem Sattel, belassen es aber jeweils bei einer Belehrung. Weniger Glück hat der Enddreißiger auf seinem nostalgischen Drahtesel vor den Stufen des Bundesverwaltungsgerichts. Mit einem Kopfnicken deutet Poost in die Richtung des jungen Mannes, der mit Smartphone am Ohr über den Simsonplatz kurvt, geradewegs auf die Beamten zu. "Joris!" Sekunden später kommen alle sechs Räder zum Stehen.

Während Lägel per Funk - die Fahrradstreife ist sowohl mit ihrem Revier, als auch dem Führungs- und Lagezentrum verbunden - Rahmennummer und Personalien prüft, verteilt Poost für die Ordnungswidrigkeit einen Verwarngeld in Höhe von 25 Euro. "Ein Schnäppchen." Bei 35 Euro liegt das maximale Bußgeld, das die Fahrradstaffel verteilt. "Mehr gibt der Quittungsblock nicht her", scherzt Poost. Der junge Mann grinst verlegen, akzeptiert aber die Verwarnung und verabschiedet sich höflich. "Nicht alle sind so nett", sagt Lägel. Mit ausfälligen Äußerungen konfrontiert zu werden, gehöre dazu. Oder mit Schweigen.

Die Dame, die die Beamten ein paar hundert Meter weiter zurück pfeifen müssen, weil sie eine rote Ampel kreuzen will, spart sich jeden Kommentar. Aber sie bleibt stehen. Anders als viele Rad- und Autofahrer, die bei Rot noch Gas geben. Ein bundesweites Phänomen bemerkt Lägel. "Die Menschen haben vermeintlich immer weniger Zeit und riskieren dabei Kopf und Kragen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.03.2014

Felix Kretz

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