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Lokales „Ein starkes Signal“: OBM Jung empfängt 6000 Unterschriften für Moschee-Bau in Leipzig
Leipzig Lokales „Ein starkes Signal“: OBM Jung empfängt 6000 Unterschriften für Moschee-Bau in Leipzig
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15:39 07.02.2014
Mitglieder von "Dialoge für Leipzig" und "Leipzig sagt Ja" präsentierten am Freitag 6000 Unterschriften für einen Moschee-Bau in Leipzig. Zweiter von rechts: Initiator Martin Meißner. Quelle: Matthias Puppe
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Leipzig

Aber auch die Unterstützer des Ahmadiyya-Gebetshauses nutzen eine solche Online-Petition. Und im Gegensatz zu den Gegnern bleiben diese nicht im Halbdunkel. Am Freitagvormittag übergaben Mitstreiter von „Leipzig sagt Ja“ und „Dialoge für Gohlis“ knapp 6000 Unterschriften für die geplante Moschee an der Ecke Georg-Schumann-Straße/Bleichertstraße an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Der wirkte sichtlich beeindruckt.

„Ich sage von ganzen Herzen: Danke“, so Jung bei der lockeren Zeremonie an der Gohliser Friedenskirche. Es sei großartig, dass sich in diesem schwierigen Streit neben Politikern und Verbänden auch Privatpersonen engagieren. Damit meinte der OBM vor allem Martin Meißner. Der 26-jährige Student aus Leipzig-Reudnitz brachte die Unterschriftenliste Mitte Oktober im Netz in Gang. Was als nicht ganz ernst gemeinte Reaktion auf die Petition der Moschee-Gegner begann, wurde schon bald eine echte Plattform für mehr Toleranz und für Religionsfreiheit in Leipzig. „Jetzt ist die Liste ein starkes Signal aus der Bevölkerung“, so Meißner am Freitag.

Inzwischen ist der 26-Jährige mit seiner Petition auch kein Einzelkämpfer mehr. Am Freitag halfen Stadträte und Landtagsabgeordnete beim Halten des dicken Papierstapels. Der Oberbürgermeister dankte auch diesen, warnte aber davor, sich angesichts des großen Zuspruchs schon in Sicherheit zu wiegen. „Es gibt in Leipzig bis in die Mitte der Gesellschaft hinein viel Unkenntnis über die Werte in unserem Grundgesetz und über unsere freiheitliche Ordnung“, so Burkhard Jung. Oder anders ausgedrückt: Die Petition der Moschee-Gegner hat im selben Zeitraum bereits 8000 Unterschriften gesammelt.

Leipzigs Oberbürgermeister hofft, dass ihm diese Liste nie übergeben wird: „Ich hätte schon große Probleme damit, die zu empfangen. Die Unterzeichner dort haben eine völlig falsche Orientierung“, so Jung, der anschließend auch den Bogen zur ebenso kontrovers diskutierten Flüchtlingsdebatte schlug. „Ich möchte heute hier alle ermutigen, dran zu bleiben. Auch dort wünsche ich mit solch’ ein breites Bündnis der Unterstützer“, sagte der Oberbürgermeister.

Politikstudent Martin Meißner, der einst in Gohlis geboren wurde und dort auch lange zur Schule ging, wird sicher nicht fehlen. Auch wenn ihm sein Engagement für die Moschee bereits alte Freunde gekostet hat. Am Freitag berichtete er von einem Schulkameraden, der ihm die Facebook-Freundschaft gekündigt hat. „Als öffentlich über meine Petition berichtet wurde, dämmerte ihm wohl, dass nur ich der Initiator sein kann“, sagte der 26-Jährige. Besonders wehmütig ist Meißner ob des Verlustes aber nicht: „Ich aber auch viele neue Freunde hinzugewonnen“.

Matthias Puppe

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