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Lokales Eine Frau zwischen zwei Männern – Liebhaber sagt in Mord-Prozess aus
Leipzig Lokales Eine Frau zwischen zwei Männern – Liebhaber sagt in Mord-Prozess aus
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00:18 06.03.2016
Muss sich vor dem Landgericht wegen Mordes verantworten: ein Koch aus Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Fund persönlicher Dinge des Nebenbuhlers in der Wohnung seiner Freundin in Eutritzsch muss einen Koch (34) aus Leipzig so in Rage gebracht haben, dass er sie am 25. August 2015 mit elf Messerstichen getötet hat. Gegenüber einem Polizisten, der ihn noch am selben Tag im Arthur-Bretschneider-Park verhaftet hat, schüttete Marian L. ungefragt sein Herz aus. Details dieser Beichte nannte der Beamte am Donnerstag, dem zweiten Tag des Mord-Prozesses am Landgericht.

„Es war im Affekt und nicht geplant.“ Diese Worte habe Marian L. mehrfach wiederholt, berichtete Polizist Christian G. (38) als Zeuge in der Verhandlung. Den Worten des Tatverdächtigen zufolge hatte er seine Freundin Nicole K. (25), Mutter von zwei gemeinsamen Kindern, bereits am 1. August in der Gartenlaube „mit dem Liebhaber erwischt“. Da sei er völlig ausgerastet, habe demoliert, den Fernseher zerstört. Ihn brachte wohl vollends auf die Palme, dass sich auch die beiden Kinder mit in der Laube aufhielten – die Tochter und der Sohn, 2013 beziehungsweise 2015 geboren. Wie berichtet, hatte Nicole K. zudem noch drei weitere Kinder aus früheren Beziehungen und Marian L. eine Tochter.

Nach diesem Gewaltexzess im Garten erwirkte die fünffache Mutter ein Kontaktverbot. Beim Gang zum Amtsgericht war sie von ihrem Liebhaber Robert K. (27) begleitet worden. Doch an das Kontaktverbot hielt sich der Angeklagte nicht, er hoffte wohl, die Beziehung retten zu können. Mehr als zehn Anzeigen der Frau gegen den Angeklagten aus dieser Zeit sind aktenkundig, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. Dabei ging es um Sachbeschädigung, Diebstahl, um Stalking. Offenbar hat sich Nicole K. dann aber zu einem gemeinsamen Kurzurlaub mit Marian L. überreden lassen. An dem Wochenende unmittelbar vor dem Mord, am 22./23. August, soll das Paar nach Tschechien gefahren sein und sich dort sogar verlobt haben. „Er zeigte mir seinen Verlobungsring“, berichtete der Polizeibeamte über das Gespräch mit dem mutmaßlichen Mörder im Bretschneider-Park. Diesen Ring trage sein Mandant, so Verteidiger Malte Heise am Donnerstag, im Übrigen noch immer.

Von einer Verlobung mit dem anderen Mann wiederum wusste der Liebhaber seinen Angaben vor Gericht zufolge nichts. Ihm hatte Nicole K. gesagt, an dem besagten Wochenende zu einer Freundin fahren zu wollen, um Ruhe zu finden. Das berichtete Robert K. nunmehr als Zeuge. Nach seinen Worten kannte er die Patchwork-Familie schon längere Zeit, weil sie im selben Haus wie seine Eltern in der Wittenberger Straße gewohnt hat. Der Kontakt zwischen ihm und Nicole sei ab Juni 2015 intensiver geworden. Sie hätten sich meist tagsüber im Garten getroffen, nach seiner Tätigkeit als Reinigungskraft. Auf die Frage, ab wann sie ein Paar waren, sagte er: Ab 1. August, jenem Tag in der Gartenlaube, als sie von dem Angeklagten überrascht worden seien. „Er war auf 180. Er stand mit einer Steinplatte vor mir, bedrohte mich. Ich war geschockt“, so der 27-Jährige. Er sei davon ausgegangen, dass das Paar getrennt ist. „Es hieß, sie seien auseinander.“

Der Angeklagte will sich voraussichtlich am 18. März, dem nächsten Prozesstag äußern, kündigte Anwalt Heise an.

Von Sabine Kreuz

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