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Eine Grundschule im Labyrinth des Lebens – will gern den Namens Kurt Masurs tragen

Schule der Toleranz Eine Grundschule im Labyrinth des Lebens – will gern den Namens Kurt Masurs tragen

Die 3. Grundschule in der Scharnhorststraße möchte sich einen passenden Namen zulegen. Dabei favorisiert sie Kurt Masur. Der Schulausschuss des Stadtrates hat dies aber bereits abgelehnt. Die Bildungsstätte hofft nun, als „Schule der Toleranz“ bessere Karten zu haben. Diese Auszeichnung soll sie am Donnerstag erhalten – für ein einzigartiges Projekt mit jungen Flüchtlingen.

Das Projekt „Labyrinth des Lebens“ an der 3.Grundschule in der Südvorstadt.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.. Die 3. Grundschule in der Scharnhorststraße möchte sich einen passenden Namen zulegen. Sie will aber nicht „Pippi-Langstrumpf-Schule“ heißen, sondern favorisiert einen Namensgeber, der Leipziger und tolerant ist, sich was getraut hat, das Bunte, die Musik und Kunst liebt. Irgendwie sind Kinder und Eltern dann auf den kürzlich verstorbenen Gewandhauskapellmeister Kurt Masur gestoßen und haben sich auch mit dessen Familie in Verbindung gesetzt. „Die Idee ist bei der Erarbeitung des neuen Schulkonzeptes entstanden und hat bei allen viel Anklang gefunden“, sagt Elternvertreterin Julia Röhricht. Der Antrag bei der Stadt läuft – der entsprechende Ausschuss des Stadtrates hat das Ansinnen aber schon abgelehnt. Offenbar, so wird intern gemunkelt, weil es sich um eine Grundschule handelt. Die Bildungsstätte hofft nun, als „Schule der Toleranz“ bessere Karten zu haben. Diese Auszeichnung soll sie am Donnerstag erhalten – für ein einzigartiges Projekt.

 

Die Geflüchteten bezogen Anfang Oktober 2015 eine Notunterkunft im maroden, damals leerstehenden Plattenbau neben der neu gebauten Schule, an der mittlerweile 520 Erst– bis Viertklässler lernen. Schnell war klar, dass die Ausländerkinder aktiv am Lernen teilnehmen sollen. Statt eine wie zunächst geplant entstanden zwei DaZ-Klassen. Nach einer Phase, in der die Geflüchteten erst einmal Deutsch lernen müssen, werden sie in die Regelklassen integriert. Die Deutschen übernehmen Patenschaften, um ihnen den Alltag zu erleichtern. „Die Kinder sind sehr offen, helfen im Unterricht, holen sie die Flüchtlingskinder ab. Aber auch die Lehrer zeigen eine Wahnsinnsbereitschaft, sich um die Geflüchteten zu kümmern“, so Lehrerin Christiane Dubiel. Natürlich müsse man aufpassen, dass auch die leistungsschwächeren Deutschen nicht zu kurz kommen. Weil es an jeder Schule zu Streitigkeiten kommt, gibt es einen weiteren Ansatz, die Kinder zu befähigen, ihre Konflikte zu lösen. Schule und Hort bilden Streithelfer auf, in Trainingsstunden bemüht man sich, alles auf kommunikativem Wege zu klären. Motto: „Kinder lösen ihre Konflikte“ selbst.

Von Mathias Orbeck

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